Trump will Iran für Schiffsschäden zahlen lassen | nachrichten360
Trump will Iran mit eingefrorenen Geldern für Schäden an Handelsschiffen haftbar machen
Washington, 24 Juli 2026
Daniel Torok / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump kündigt an, Schäden an Schiffen und Fracht im Golfkonflikt aus iranischen Geldern zu begleichen, die die USA verwalten. Der Iran weist das Vorhaben als brandgefährlichen Präzedenzfall zurück und lehnt einen US-Waffenstillstandsvorschlag ab.
Washington, 24 Juli 2026
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass Schäden an Schiffen, Ladung und damit verbundenen Vermögenswerten im Golfkonflikt künftig aus iranischen Geldern beglichen werden sollen, die die Vereinigten Staaten verwahren und kontrollieren.
Trump begründete seinen Schritt mit der anhaltenden Bedrohung für die Schifffahrt in der Region. „Von nun an werden Schäden an Schiffen, Ladung oder allem, was damit zusammenhängt, von Irans Geldern bezahlt, die die Vereinigten Staaten verwahren und kontrollieren", schreibt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Der US-Präsident sprach von einer „fairen und gerechten Vorgehensweise", selbst wenn die Entschädigungen erheblich sein könnten.
Hintergrund: Eskalation in der Straße von Hormus
Hintergrund ist eine Eskalation in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Seeverbindungen für den globalen Ölhandel. Seit der Wiederaufnahme der Angriffe im Juli 2026 greifen die US-Streitkräfte in der nunmehr 13. Phase gegen Ziele in der Region an. Am Donnerstagabend hatte das Gesundheitsministerium von insgesamt 55 Toten seit der Wiederaufnahme der Attacken im Juli gesprochen.
Die iranische Regierung reagierte scharf auf Trumps Ankündigung. Außenminister Abbas Araghtschi warnte auf der Plattform X vor einem „brandgefährlichen Präzedenzfall". Die Beschlagnahmung von Vermögenswerten eines anderen Landes zur Begleichung künftiger Forderungen, die in keinem Zusammenhang stünden, sei ein „brandgefährlicher Präzedenzfall", erklärte er. Man müsse bedenken, „sobald Regierungen die Beschlagnahmung zur Normalität machen, sind die Vermögenswerte von niemandem mehr sicher".
Irans Antwort: Warnung vor Präzedenzfall
Die iranische Führung wies zugleich einen Vermittlungsvorschlag zurück. Nach Informationen der Zeitung „New York Times" lehnte Teheran einen vom irakischen Regierungschef Ali al-Saidi übermittelten Vorschlag der US-Regierung für eine neue Waffenruhe ab. Iranische Vertreter erklärten laut der „New York Times", Teherans Führung sei nicht an einer vorübergehenden Vereinbarung interessiert, die die Frage der Hoheit über die Straße von Hormus ungeklärt lasse.
Die iranische Staatsführung antwortete mit einer Drohung. „Das daraus resultierende Chaos wird weder schön noch friedlich sein", schrieb Araghtschi. Die Spannungen zwischen Washington und Teheran erreichten damit eine neue Stufe, da beide Seiten auf Maximalforderungen bestehen.
Militärische Lage und Flugabwehr in Teheran
Parallel zur diplomatischen Eskalation liefen die militärischen Auseinandersetzungen weiter. Laut dem Onlineportal „Nur News", das dem Sicherheitsrat der Islamischen Republik nahesteht, war die Flugabwehr auch in der Hauptstadt Teheran wieder im Einsatz. Berichte über die genauen Ziele und das Ausmaß der Angriffe ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Ein Großteil des weltweit gehandelten Erdöls passiert diese Meerenge. Angriffe auf Handelsschiffe in dieser Region haben unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiepreise und die Versorgungssicherheit.
Strategische Bedeutung der Meerenge
Die US-Regierung begründet ihr Vorgehen mit dem Schutz der internationalen Schifffahrt und der Stabilität der Handelsrouten. Trump verwies darauf, dass die eingefrorenen iranischen Gelder ohnehin unter US-Kontrolle stünden und nun zweckgebunden eingesetzt werden sollten. Die rechtliche Grundlage dieses Schritts ist allerdings umstritten.
Internationale Rechtsexperten verweisen darauf, dass die einseitige Verwendung eingefrorener Staatsvermögen eines anderen Landes gegen das Völkerrecht verstoßen könnte. Die USA hatten in der Vergangenheit bereits Gelder anderer Staaten eingefroren, etwa im Zusammenhang mit Sanktionen, eine direkte Zweckentfremdung zur Schadensregulierung wäre jedoch ein neuartiger Schritt.
Rechtliche Einordnung und internationale Reaktionen
Die Reaktionen aus der Region fielen verhalten bis kritisch aus. Mehrere Golfstaaten äußerten Besorgnis über die weitere Eskalation und riefen zur Deeskalation auf. Die Europäische Union forderte beide Seiten auf, den Dialog wiederaufzunehmen und eine Ausweitung des Konflikts zu vermeiden.
An den Finanzmärkten sorgte die Ankündigung für Verunsicherung. Die Ölpreise reagierten mit einem Anstieg, da Händler eine Beeinträchtigung der Transportrouten durch die Straße von Hormus befürchten. Auch die Aktienkurse von Reedereien und Versicherern, die im Golfgebiet tätig sind, gerieten unter Druck.
Auswirkungen auf Wirtschaft und Märkte
Die US-Streitkräfte setzten ihre Operationen in der Region unterdessen fort. Nach Angaben des Pentagon handelte es sich um gezielte Angriffe auf Einrichtungen, die für die Angriffe auf Handelsschiffe verantwortlich gemacht werden. Die iranische Seite bestritt diese Darstellung und sprach von Angriffen auf zivile Infrastruktur.
Die humanitäre Lage in der Region verschärfte sich laut Hilfsorganisationen. Die Zahl der Toten seit Juli 2026 stieg nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums auf 55. Internationale Organisationen forderten ungehinderten Zugang für medizinische Hilfe und Evakuierungen.
Trump zeigte sich unterdessen unbeeindruckt von der iranischen Drohung. Er kündigte weitere Maßnahmen an, falls Teheran die Angriffe auf Handelsschiffe nicht einstelle. Die USA würden „jede notwendige Maßnahme" ergreifen, um die Freiheit der Schifffahrt zu schützen, erklärte er.
Die kommenden Tage gelten als entscheidend für die weitere Entwicklung. Beobachter rechnen mit einer Fortsetzung der militärischen Auseinandersetzungen, falls keine diplomatische Lösung gefunden wird. Die Straße von Hormus bleibt ein strategischer Brennpunkt, an dem sich die geopolitischen Interessen der USA, Irans und der internationalen Gemeinschaft unmittelbar berühren.
Fragen & Antworten
Was hat Trump angekündigt?
US-Präsident Donald Trump erklärte auf Truth Social, dass Schäden an Schiffen, Ladung und damit verbundenen Vermögenswerten künftig aus iranischen Geldern beglichen werden sollen, die die USA verwalten und kontrollieren.
Wie reagiert der Iran auf Trumps Ankündigung?
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte vor einem „brandgefährlichen Präzedenzfall" und erklärte, sobald Regierungen die Beschlagnahmung zur Normalität machten, seien die Vermögenswerte von niemandem mehr sicher.
Warum lehnte der Iran einen Waffenstillstand ab?
Iranische Vertreter erklärten laut der „New York Times", Teheran sei nicht an einer vorübergehenden Vereinbarung interessiert, die die Frage der Hoheit über die Straße von Hormus ungeklärt lasse.