Das Pentagon ist angewiesen worden, gemeinsame Militärübungen mit Südkorea zu verkleinern – ein politischer Kurswechsel, der vor dem Hintergrund laufender diplomatischer Kontakte mit Nordkorea erfolgt.
Die Anordnung, die Donald Trump zugeschrieben wird, weist das Pentagon an, den Umfang der mit südkoreanischen Streitkräften durchgeführten gemeinsamen Manöver zu reduzieren. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Offiziellen soll die Direkte dazu dienen, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verringern und Raum für erneute Gespräche mit Nordkorea zu schaffen.
Warum die Übungen verkleinert werden
Gemeinsame Manöver der USA und Südkoreas sind seit Langem ein Reibungspunkt mit Pjöngjang. Die Zentrale Militärkommission Nordkoreas hatte vergangenes Jahr durchgeführte trilaterale Übungen mit Japan und Südkorea zuvor als "the most comprehensive and offensive war drill for aggression in terms of scale, content and nature" bezeichnet. Diese Charakterisierung wird von Befürwortern einer Verkleinerung der Manöver als Beleg dafür angeführt, dass groß angelegte Manöver diplomatische Öffnungen untergraben.
Befürworter des Schritts argumentieren, dass eine Reduzierung der Sichtbarkeit und des Umfangs der Übungen den Druck auf Verhandlungen mit der Regierung von Kim Jong Un verringern könnte. Kritiker, darunter einige im US-Verteidigungsapparat, warnen, dass jeder Rückzug die Einsatzbereitschaft untergrabe und die nuklearen sowie Raketenprogramme Nordkoreas ermutige.
Das Pentagon hat bisher nicht öffentlich dargelegt, welche konkreten Übungen betroffen sein werden und in welchem Umfang sie reduziert werden. Offizielle sagten, Konsultationen mit der südkoreanischen Militärführung dauerten an und jede Änderung werde mit Seoul abgestimmt, um unbeabsichtigte Signale an die regionalen Verbündeten zu vermeiden.
Reaktion aus Seoul und Washington
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer breiteren Aufmerksamkeit für die US-Haltung im Nahen Osten, einschließlich jüngster Gespräche mit der Islamischen Republik Iran. Mit der Angelegenheit betraute Offizielle betonten, dass die Korea betreffenden Änderungen getrennt von jeglichen Iran-Verhandlungen seien, auch wenn beide in eine umfassendere Überprüfung der US-Verteidigungs- und diplomatischen Prioritäten fielen.
Die Regierung Südkoreas soll Berichten zufolge Klarheit über den Zeitpunkt und die Parameter eines verkleinerten Übungsplans anstreben. Analysten in Seoul haben gewarnt, dass eine plötzliche Reduzierung der gemeinsamen Ausbildung die Interoperabilität zwischen den beiden Streitkräften erschweren könnte, insbesondere angesichts des Tempos der nordkoreanischen Raketentests im vergangenen Jahr.
In den Vereinigten Staaten fiel die Reaktion am Kapitol gemischt aus. Einige Abgeordnete äußerten Bedenken, dass eine Reduzierung der Übungen das falsche Signal an Verbündete im Indo-Pazifik sende, während andere argumentierten, dass abgestimmte Schritte die Diplomatie unterstützen könnten, ohne Abschreckung zu opfern.
Es wird erwartet, dass das Pentagon in den kommenden Wochen formelle Leitlinien an die US-Streitkräfte in der Region herausgibt. Bis dahin sei den Planern mitgeteilt worden, bestehende Übungspläne als überprüfungsfähig zu behandeln und öffentliche Zusagen zu vermeiden, die der politischen Entscheidung vorgreifen würden.
Was als Nächstes zu beobachten ist
Nordkorea hat noch nicht öffentlich auf die berichtete Direktive reagiert. Die bisherige Erfahrung legt nahe, dass Pjöngjang die Ankündigung nutzen könnte, um sich entweder diplomatisch wieder zu engagieren oder seine Verhandlungsposition zu verhärten – je nachdem, wie die Änderung in offiziellen US-Kanälen dargestellt wird.
Beobachter sagen, das nächste zu beobachtende Signal werde sein, ob das Pentagon nur die sichtbarsten, groß angelegten Komponenten der Übungen – etwa unter Beteiligung von Flugzeugträgern oder strategischen Bombern – verringert oder ob Anpassungen auch Kommandostabs- und computergestützte Kriegsspiele umfassen.
Offizielle in Washington betonten, die Verkleinerung sei kein dauerhafter Rückzug von US-Streitkräften oder Verpflichtungen gegenüber dem Bündnis. Die Vereinigten Staaten unterhalten rund 28.500 Soldaten auf der Halbinsel, und die vertraglichen Verpflichtungen aus dem gegenseitigen Verteidigungsvertrag zwischen den USA und Südkorea blieben in Kraft, sagten sie.
