Trump sagt Konzertreihe zum 250. Jahrestag der USA ab und kündigt Ersatzkundgebung an
Washington, 06. Juni 2026
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Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat die komplette Konzertreihe zur 250-Jahr-Feier der USA in Washington abgesagt und durch eine politische Kundgebung mit ihm selbst als Hauptattraktion ersetzt. Hintergrund sind zahlreiche Absagen von Künstlern, die den Veranstaltungscharakter als zunehmend parteipolitisch kritisierten.
US-Präsident Donald Trump hat die für den 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten geplante Konzertreihe „Freedom 250" auf dem National Mall in Washington vollständig abgesagt und durch eine politische Großkundgebung mit ihm selbst als Hauptattraktion ersetzt.
Die ursprünglich zwischen dem 25. Juni und dem 10. Juli in der US-Hauptstadt geplante Veranstaltungsreihe war als musikalischer Beitrag zum sogenannten Semiquincentennial, dem 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten, konzipiert. Statt der Konzerte soll nach Angaben des Präsidenten eine Kundgebung stattfinden, die er selbst als „die größte Live-Kundgebung aller Zeiten" angekündigt hatte. Die Entscheidung wurde am Tag vor der Veröffentlichung dieses Berichts auf Trumps Plattform Truth Social öffentlich gemacht.
Bereits in den Tagen zuvor hatte Trump scharfe Kritik an den gebuchten Künstlern geübt und deren Honorare als überzogen bezeichnet. Er schrieb, man wolle „Sänger ohne Talent, aber mit riesigen Gagen, die euch in den Schlaf singen" nicht auf der Bühne sehen. Zudem äußerte er, die Konzerte seien für ihn entbehrlich, da er persönlich größere Menschenmengen anziehe als Elvis Presley auf dem Höhepunkt seiner Karriere – „ohne Gitarre", wie er betonte.
Hintergrund: Von der Konzertreihe zur politischen Großkundgebung
Sechs der ursprünglich neun angekündigten Künstler hatten ihre Teilnahme an der Konzertreihe zurückgezogen. Zu den prominentesten Absagen zählten die Bands The Commodores und Morris Day and The Time sowie der frühere Poison-Frontmann Bret Michaels. Auch der Rapper Young MC zog seine Zusage zurück und erklärte, alle Künstler seien ursprünglich davon ausgegangen, dass es sich um eine gewöhnliche Show in Washington handele und nicht um eine parteipolitische Veranstaltung. Country-Sängerin Martina McBride erklärte ebenfalls ihren Verzicht und sagte, ihr sei zugesichert worden, dass es ein überparteiliches Fest zu Ehren aller 50 Bundesstaaten sein werde – eine Zusage, die sich als irreführend herausgestellt habe.
Hintergrund der Absagen war laut übereinstimmenden Berichten die Wahrnehmung, dass die Veranstaltung zunehmend politischen Charakter angenommen hatte. Zahlreiche Musiker begründeten ihren Rückzug damit, dass das Event stärker parteipolitisch aufgeladen sei als ursprünglich dargestellt. Auch Fabrice „Fab" Morvan, ehemaliges Mitglied des Pop-Duos Milli Vanilli, sagte seine Teilnahme ab.
Die abgesagten Künstler und ihre Begründungen
Bret Michaels, der frühere Frontmann der Glam-Metal-Band Poison, erklärte laut Berichten, er habe ursprünglich zugesagt, weil er von einer anderen, weniger „spaltenden" Veranstaltung ausgegangen sei. Morris Day and The Time gaben am Abend der Line-up-Bekanntgabe auf Instagram bekannt, nicht auftreten zu wollen.
Trotz der massenhaften Absagen hielten einige Künstler an ihren Zusagen fest. Der einzige Künstler, der öffentlich seine fortgesetzte Teilnahme bestätigte, war der Rapper Vanilla Ice. Daneben bleiben nach Angaben Trumps der Country-Sänger Lee Greenwood, der Tenor Christopher Macchio sowie die Musikkapellen des US-Marinemusikkorps und der US-Armee im Programm. Auch der Armed Forces Choir soll demnach auftreten. Flo Rida und C+C Music Factory äußerten sich nicht öffentlich zu ihrer Teilnahme.
Wer dennoch auftritt
Anstelle der Konzerte kündigte Trump eine „Make America Great Again"-Kundgebung an, bei der er selbst als Redner auftreten will. Auf Truth Social schrieb er, die Ersatzveranstaltung werde „die beste Rallye aller Zeiten!" und eine Kundgebung, die „alle anderen in den Schatten stellt". Das neue Programm sieht neben Trump selbst Greenwood, Macchio sowie die Militärkapellen vor. Trump formulierte zudem, „Alles, was wir wollen, seid ihr, ich, ein paar Redner und die großartigste Musik, die je gespielt wurde – dieselbe Musik, die ihr seit Jahren hört!".
Die Konzertreihe war von einer selbsternannten Non-Profit-Organisation organisiert worden, die sich der Jubiläumsfeier in Washington widmet. Die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag gehen auf eine Initiative Trumps zurück. Er hatte das Semiquincentennial zu einem zentralen Projekt seiner zweiten Amtszeit erklärt. Mit dem Wechsel von einer Konzert- zu einer Kundgebungsform verändert sich der Charakter der Feier grundlegend.
Beobachter werten den Schritt als konsequente Fortsetzung des seit Tagen schwelenden Konflikts zwischen dem Präsidenten und der Unterhaltungsbranche. Trump hatte die Musiker in früheren Beiträgen als „überteuert" und „langweilig" bezeichnet und eine komplette Streichung der Konzertreihe gefordert. Mit der nun erfolgten Absage und der Umwandlung in eine politische Kundgebung setzt er diese Linie offiziell um.
Trumps Begründung und Selbstdarstellung
In seinem Statement bezeichnete Trump das geplante Fest als „wilde und wunderschöne Feier Amerikas", zu der nur „große Patrioten" eingeladen seien. Diese Formulierung wurde von Kritikern als Signal verstanden, dass das Jubiläum stärker als bisher als parteipolitische Veranstaltung positioniert werden solle. Befürworter argumentieren, der Präsident bringe mit der Kundgebung eine bürgernahe Alternative zu einem Programm, das ohnehin unter Spannungen litt.
Die Absage erfolgte wenige Wochen vor dem offiziellen Beginn des Festprogramms am 25. Juni. Damit bleibt den Organisatoren und der Non-Profit-Gruppe nur noch wenig Zeit, um das geänderte Konzept kommunikativ umzusetzen. Auch die verbliebenen Künstler müssen sich auf einen deutlich verkürzten und politisch geprägten Auftrittsrahmen einstellen, der sich vom ursprünglichen Konzertformat grundlegend unterscheidet.
Trump nutzte die Bekanntgabe zugleich, um sich selbst als Hauptattraktion der Veranstaltung zu inszenieren. Er schrieb, er denke darüber nach, „die Nummer-Eins-Attraktion der Welt" auf die Bühne zu bringen – womit er sich selbst meinte. Mit dieser Selbstdarstellung verband er die Aufforderung, die abgesagten Konzerte als überflüssig zu betrachten und die kommende Kundgebung als gleichwertigen oder sogar überlegenen Ersatz anzuerkennen.
Auswirkungen auf das Programm und die Non-Profit-Organisation
Die Kontroverse wirft ein Schlaglicht auf das Spannungsverhältnis zwischen kultureller Jubiläumstradition und politischer Instrumentalisierung in den USA. Während das Semiquincentennial historisch als gesamtgesellschaftliches Fest verstanden wird, hatte die Trump-Administration von Beginn an eine stärkere politische Rahmung angestrebt. Die Künstlerabsagen und die Umwandlung in eine MAGA-Kundgebung markieren den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung.
Ungeachtet der Programmänderung halten die zuständigen Stellen an dem Zeitfenster vom 25. Juni bis 10. Juli fest. Ob die „Freedom 250"-Reihe in irgendeiner Form dennoch stattfinden wird, ist derzeit offen. Die Non-Profit-Organisation, die das Konzertprogramm ursprünglich kuratiert hatte, hat sich bislang nicht öffentlich zu der Entscheidung des Präsidenten geäußert.
Trump ist 79 Jahre alt und befindet sich in seiner zweiten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten. Mit der Absage der Konzerte und der Ankündigung der Ersatzkundgebung reagiert er auf eine Entwicklung, die aus Sicht seines Umfelds das geplante Jubiläum in ein anderes Licht zu rücken drohte. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Veranstaltung auf dem National Mall den erhofften Zuspruch erhält oder ob die kulturelle Dimension des 250. Jahrestags weiter in den Hintergrund tritt.
Faktisch bleibt festzuhalten, dass aus einem geplanten Musikprogramm mit neun Künstlern ein politisches Großereignis mit deutlich reduziertem künstlerischem Programm geworden ist. Die verbliebenen Auftritte von Lee Greenwood, Christopher Macchio, Vanilla Ice und den Militärorchestern bilden den musikalischen Rahmen einer Veranstaltung, deren politischer Charakter künftig kaum noch zu übersehen sein wird.
Fragen & Antworten
Warum hat Trump die Konzerte zur 250-Jahr-Feier der USA abgesagt?
Trump begründete die Absage auf Truth Social mit seiner Unzufriedenheit über die gebuchten Künstler, die er als „überteuert" und „talentlos" bezeichnete. Nachdem sechs der neun ursprünglich angekündigten Künstler ihre Teilnahme zurückgezogen hatten, kündigte er die Umwandlung in eine eigene Kundgebung an.
Welche Künstler sind von der Konzertreihe zurückgetreten?
Zu den Absagen zählten The Commodores, Morris Day and The Time, der frühere Poison-Frontmann Bret Michaels, der Rapper Young MC, Country-Sängerin Martina McBride sowie Fabrice „Fab" Morvan von Milli Vanilli. Als Begründung nannten sie den zunehmend parteipolitischen Charakter der Veranstaltung.
Wer tritt nun bei der Ersatzveranstaltung am 250. Jahrestag auf?
Nach Angaben Trumps sollen Country-Sänger Lee Greenwood, Tenor Christopher Macchio, der Rapper Vanilla Ice sowie die Musikkapellen der US-Marine, der US-Armee und der Armed Forces Choir auftreten. Trump selbst will als Redner und Hauptattraktion der Veranstaltung auftreten.
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