Trump feiert 80. Geburtstag mit UFC-Käfigkampf auf dem Rasen des Weißen Hauses
Washington, 15. Juni 2026
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Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag seinen 80. Geburtstag mit einem UFC-Mixed-Martial-Arts-Event auf dem South Lawn des Weißen Hauses gefeiert. Begleitet wurde der umstrittene Kampfabend von der Ankündigung eines Rahmenabkommens mit dem Iran und von Protesten der „No Kings“-Bewegung.
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag seinen 80. Geburtstag mit einem UFC-Kampfsportevent auf dem South Lawn des Weißen Hauses begangen, kurz nachdem er ein Rahmenabkommen mit dem Iran verkündet hatte.
Die eigens errichtete Arena mit dem Namen „The Claw" bot nach Angaben der Veranstalter mehr als 4.000 Zuschauern Platz. Der achteckige Käfig, umgeben von einer Kuppel in den Farben der US-Flagge, ließ das Weiße Haus laut Berichten kleiner wirken. UFC-Präsident Dana White führte Trump vom Oval Office auf den Blue Room Balcony, von wo aus die beiden die Arena und den überfliegenden Kampfverband aus zwölf Kampfflugzeugen beobachteten, während Sänger die Nationalhymne darboten und Trump salutierte.
Die Arena „The Claw" auf dem South Lawn
Offiziell begründet wurde das Spektakel „UFC Freedom 250" mit dem 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli. Trump hatte zuvor die „größte Show der Welt" für seinen runden Geburtstag angekündigt. Auf dem Programm standen 14 Mixed-Martial-Arts-Kämpfe; im Hauptkampf besiegte der US-Amerikaner Justin Gaethje den spanisch-georgischen Kämpfer Ilia Topuria nach vier Runden. Bo Nickal gewann seinen Kampf durch Knockout und sagte anschließend: „I gotta thank President Trump for making this happen."
Die Veranstaltung wurde exklusiv auf dem kostenpflichtigen Streamingdienst Paramount+ übertragen, hinter dem die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison steht. Kritiker werfen Trump vor, mit dem Event neue Abonnenten für den Anbieter generieren zu wollen. UFC trägt laut Gerichtsunterlagen die Kosten von rund 60 Millionen Dollar, während der National Park Service in einer Eingabe an ein Gericht erklärte, dass zusätzlich mehr als 60 Millionen Dollar und zehntausende Arbeitsstunden von Behörden in das Event geflossen seien. Sieben Regierungsbehörden stellten erhebliche Mittel und Personal bereit.
Trump, White und die Prominenz am Käfig
Trump saß am Rand des Metallkäfigs und schüttelte den Siegern persönlich die Hand. Das Publikum skandierte „USA, USA". Zu den prominenten Gästen gehörten der polnische Präsident Karol Nawrocki, Außenminister Marco Rubio und der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson. Der G7-Gipfel war eigens verschoben worden, damit Trump vor seinem Flug nach Évian an dem Kampfabend teilnehmen konnte. In einem Interview hatte Trump die Athleten zuvor als „die härtesten Leute, denen ihr je begegnen werdet" bezeichnet.
Kurz vor Beginn des Kampfabends hatte Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social ein „großartiges Abkommen" mit dem Iran angekündigt. „Dieses großartige Abkommen wird Frieden und Sicherheit in die gesamte Region bringen", schrieb er. Zudem erklärte er, die US-Blockade gegen den Iran werde beendet und die Straße von Hormus wieder geöffnet. Wesentliche Details des Abkommens müssten in den kommenden Wochen allerdings noch ausgehandelt werden, wie aus pakistanischen Quellen verlautete. Die Unterzeichnung in Genf sei für Freitag geplant.
Iran-Deal und rechtliche Auseinandersetzungen
Kritiker hatten im Vorfeld versucht, die Veranstaltung gerichtlich zu stoppen. Die Antikorruptionsorganisation Public Integrity Project warf Trump vor, sich durch Sponsoring-Deals persönlich zu bereichern. So habe Trump laut veröffentlichten Transaktionsmeldungen Ende März Aktien des UFC-Mutterkonzerns TKO im Wert von bis zu 50.000 Dollar erworben. Die Klage wurde jedoch abgewiesen, unter anderem weil die Einwände zu spät eingereicht worden seien. UFC kündigte zudem das Kryptounternehmen World Liberty Financial als offiziellen Partner an, das einen Bonuspool von 250.000 Dollar für die Sieger bereitstellte – World Liberty Financial wird von der Familie Trump mitgehalten.
Die Protestbewegung „No Kings", die bereits im Vorjahr Massendemonstrationen gegen Trump organisiert hatte, rief in diesem Jahr zu sogenannten Watch Parties auf. In Wohnzimmern, Gemeindezentren und Geschäften sollte gemeinsam ein Konzert in New York verfolgt werden, bei dem nach Angaben des „Committee for the First Amendment" unter anderem Jane Fonda, Bette Midler, Julia Roberts, Rufus Wainwright und Patti Smith auftreten sollten. „Die wollen zurück in eine Zeit, in der Menschen anderen zur eigenen Unterhaltung beim Kämpfen zugesehen haben", erklärte der Bürgerrechtler Al Sharpton zur Symbolik des Abends.
Protest, Kritik und kulturelle Gegenveranstaltung
Auch der UFC-Publikumsliebling podcaster Joe Rogan kommentierte den Kampfabend live und bezeichnete ihn als „So America". Rogan hatte das Event zuvor als „PR-Gag" kritisiert, im Kontext des Iran-Kriegs eingerahmt, aber gleichzeitig eingeräumt, er wolle teilnehmen. Der Soziologe Kyle Green von der State University in Brockport erklärte: „Die UFC ist eine Feier der Männlichkeit" und „Dana White hat Politik immer als transaktional verstanden". Mike Fontaine, Professor für Klassische Studien an der Cornell University, zog eine historische Parallele: „In ancient Rome, the phrase would be, 'bread and circuses.'"
Der Kampfsportabend reiht sich in eine Serie von Großveranstaltungen am Sitz der US-Regierung ein. Bereits zu Trumps 79. Geburtstag im Vorjahr hatte in Washington eine große Militärparade stattgefunden – „mit schweren Panzern, Fallschirmspringern und Helikoptern". Zudem ließ Trump den traditionellen East Wing des Weißen Hauses abreißen, um einen großen Ballsaal zu errichten, wogegen ein Gericht einen Baustopp verhängte, den das Justizministerium anficht. Auch die Umgestaltung des Reflecting Pool am Lincoln Memorial, die Trump als zuvor „dreckig und schmutzig" bezeichnet hatte und die laut New York Times statt der veranschlagten 1,5 Millionen nun 13,1 Millionen Dollar kosten soll, ist Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen.
Reaktionen zwischen Begeisterung und Empörung
In der Bevölkerung stieß das Event auf geteilte Reaktionen. Der 35-jährige Sporttrainer Nyles Rife sagte, Trump zeige vielleicht „ein wenig Eigeninteresse", aber „er ist der Anführer, also hat er das Sagen". Der 50-jährige Veteran Mark Toone erklärte, der Kampfsportabend zeige „amerikanische Kultur" in reinster Form. Eine Passantin empörte sich hingegen, die Anlage sehe aus „wie eine Baustelle in einem Freizeitpark - nicht wie das Weiße Haus!". Ein anderer Umfrageteilnehmer fand das Spektakel „cool für Amerika". Eine Washington-Post/ABC-News/Ipsos-Umfrage vom April ergab, dass weniger als die Hälfte der US-Erwachsenen Trump die geistige Schärfe und körperliche Fitness zutraut, um effektiv als Präsident zu amtieren. Laut einer Yale-Umfrage waren rund 70 Prozent der Befragten unter 30 Jahren mit Trumps Präsidentschaft unzufrieden.
Bei der UFC handelt es sich um eine Profiliga für Mixed Martial Arts, die Techniken aus Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu kombiniert. Anders als beim Wrestling sind die Kämpfe nicht gestellt: „Ganz im Gegenteil: Nicht selten wird Blut vergossen, Knochen brechen oder Kombattanten werden von ihren Gegnern bewusstlos geprügelt", heißt es in einem Hintergrundbericht. In Deutschland galten MMA-Events zu Beginn des Jahrtausends als verrucht und unterlagen einem TV-Übertragungsverbot, mittlerweile ist die Sportart auch in den USA im Mainstream angekommen und besonders bei jungen Männern beliebt – einer Wählergruppe, der ein Großteil des Erfolgs bei der Wahl 2024 zugeschrieben wird.
Hintergrund: UFC, Trump und der politische Kontext
Trump hatte UFC-Kämpfe in der Vergangenheit bereits mehrfach als Zuschauer verfolgt; UFC-Präsident White gilt als Freund Trumps und unterstützte ihn bereits bei seiner ersten Präsidentschaftskandidatur. Auch soll White laut eigener Aussage das Interview zwischen Trump und dem Podcaster Joe Rogan während des Wahlkampfs vermittelt haben. Hillary Clinton, die 2016 gegen Trump verlor, kommentierte die jüngsten Umbauten am Weißen Haus mit den Worten, Trump habe ein Drittel in Schutt und ein weiteres Drittel in einen Käfigkampf verwandelt. Ein Richter ordnete zudem an, Trumps Namen von der Fassade des Kennedy Center entfernen zu lassen.
Auch abseits der Kämpfe sorgte der Abend für Kontroversen. Der Schwergewichtler Josh Hokit rief dem Publikum zu: „Michelle Obama is a man. Am I right, America?" und legte dem Präsidenten eine Kette um den Hals. UFC-Mittelgewichtschampion Sean Strickland, ein bekannter Kritiker Israels, wurde noch vor Beginn des Events von der Polizei von der Ellipse eskortiert. Die Polizei ermittelt zudem wegen der Ziffern „8647", die in die Rasenfläche vor dem Kapitol gemäht worden waren.
Trump, der nach seiner erneten Wahl den bisherigen ältesten US-Präsidenten Biden in dieser Hinsicht abgelöst hat, ist verfassungsrechtlich an einer weiteren Kandidatur gehindert. Bidens Vorgänger Joe Biden hatte seinen 80. Geburtstag im November 2022 mit einem privaten Familienbrunch im Weißen Haus gefeiert. Für Sicherheit und Organisation des UFC-Events waren unter anderem der Secret Service, das Heimatschutzministerium und die Luftfahrtbehörde FAA verantwortlich. Die umliegenden Straßen waren großflächig abgesperrt. Der Start der Veranstaltung hatte sich wegen einer Gewitterwarnung verzögert, ehe ein Feuerwerk nach 1 Uhr nachts den Abend beschloss.
Fragen & Antworten
Was hat Donald Trump zu seinem 80. Geburtstag veranstaltet?
Trump feierte seinen 80. Geburtstag am 15. Juni 2026 mit einem UFC-Mixed-Martial-Arts-Event namens „UFC Freedom 250" auf dem South Lawn des Weißen Hauses, bei dem unter anderem Justin Gaethje Ilia Topuria besiegte und zwölf Kampfflugzeuge über dem Gelände flogen.
Welche Kritik wurde an dem Event geübt?
Kritiker, darunter das Public Integrity Project und die „No Kings"-Bewegung, warfen Trump vor, das Weiße Haus für eine private, gewinnorientierte Sportveranstaltung zu missbrauchen, mit der zugleich neue Abonnenten für Paramount+ gewonnen werden sollten; eine gerichtliche Klage gegen das Event wurde abgewiesen.
Welche Verbindung besteht zwischen Trump und UFC-Präsident Dana White?
Dana White, der die UFC vor etwa 25 Jahren übernahm, gilt als Freund Trumps, unterstützte ihn bei seinen Präsidentschaftskandidaturen und vermittelte laut eigener Aussage das Wahlkampf-Interview mit Podcaster Joe Rogan; UFC-Kämpfer traten zudem früher in einem Casino Trumps auf.
Trump 80. Geburtstag: UFC-Kampf im Weißen Haus | nachrichten360