Trump droht Iran mit Angriffen auf Brücken und Kraftwerke bei jedem Schiffsbeschuss
Washington, 22. Juli 2026
Daniel Torok / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, künftig jede Brücke und jedes Kraftwerk im Iran zu bombardieren, sollte die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießen. Gleichzeitig eskaliert der Konflikt: Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen auf Ziele in Kuwait, Bahrain und Katar.
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag damit gedroht, künftig bei jedem iranischen Beschuss eines Schiffs in der Straße von Hormus eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran zu bombardieren und zu zerstören, während der Konflikt zwischen Washington und Teheran weiter eskaliert.
Trumps Drohung im Wortlaut
Die USA werden nach den Worten von US-Präsident Donald Trump künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt. Trump teilte dies auf seiner Plattform Truth Social mit. Dabei sei es Trump egal, ob der Iran Schiffe in der Meerenge mit Raketen, Drohnen oder andren Waffen attackiere.
Damit bekräftigt er seine Drohungen, als Vergeltungsmaßnahme iranische Infrastruktur zu bombardieren. Dabei würden auch andere zivile Infrastrukturobjekte in der Nähe ins Visier genommen werden, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Die iranische Hauptstadt ins Visier zu nehmen, schließt der US-Präsident dabei nicht aus.
Hintergrund der Eskalation
Nach Trumps Darstellung hatten die US-Angriffe auf iranische Ziele das Land hart getroffen. Das Land bräuchte Jahrzehnte für den Wiederaufbau. Erst am Dienstag hatte er erneut mit US-Angriffen auf das Areal rund um die iranische Atomeinrichtung gedroht, die als "Pickaxe Mountain" bekannt ist. Bereits zuvor hatte der Republikaner eine entsprechende Attacke angedroht, der im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran liegt.
"Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht", sagte er im Weißen Haus. Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle. Damit verschärft sich der Ton des US-Präsidenten gegenüber Teheran erneut deutlich.
Der Iran holte in Reaktion darauf erneut zu Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain sowie Katar aus. Zuvor hatte das US-Militär den Tod von drei weiteren US-Soldaten nach iranischem Beschuss bekanntgegeben. Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg getöteten US-Militärangehörigen stieg mittlerweile auf 18.
Irans Vergeltungsschläge und eigene Verluste
"Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. "Ehrlich gesagt haben sie bislang nichts gesehen. Wir waren nett", behauptete er in Gegenwart von Journalisten und Politikern. Diese Aussagen unterstreichen die zunehmend konfrontative Haltung der US-Regierung.
Das US-Militär erklärte unterdessen, man habe Dutzende "militärische Ziele" mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung. Mit den Angriffen auf Brücken sollten Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus unterbrochen werden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten.
Militärische Ziele und Berichte über Brückenangriffe
Bereits vergangene Woche hatte Medien über Angriffe des US-Militärs auf mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran berichtet. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür bislang nicht. Seit Tagen greift das US-Militär Ziele im Iran an.
Irans UN-Botschafter hatte erklärt, die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur stellten Kriegsverbrechen dar. Auch UN-Generalsekretär António Guterres äußerte über einen Sprecher Besorgnis über Angriffe auf zivile Infrastruktur im Iran und der gesamten Region. "Solche Angriffe sind inakzeptabel."
Internationale Reaktionen
Zur Dauer des Krieges sagte Trump: "Wenn wir morgen gehen würden, hätten wir einen riesigen Erfolg verzeichnet. Aber wir werden morgen nicht weggehen." Diese Aussage lässt erkennen, dass die US-Regierung trotz eigener Verluste keine schnelle Beendigung der Kampfhandlungen anstrebt. Die Eskalationsspirale zwischen beiden Staaten dreht sich damit weiter.
Die Drohung, zivile Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerke gezielt ins Visier zu nehmen, markiert eine qualitative Verschärfung des Konflikts. Bislang hatten die USA vor allem militärische Einrichtungen und nukleare Anlagen als Ziele benannt. Die Ausweitung auf zivile Objekte als Vergeltungsmaßnahme ist ein Bruch mit bisherigen Äußerungen der US-Regierung.
Internationale Beobachter und Diplomaten zeigen sich besorgt über die möglichen Folgen einer solchen Strategie. Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, über die ein erheblicher Teil des globalen Öltransports abgewickelt wird. Jede weitere Eskalation in dieser Region hätte daher unmittelbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Ausblick auf den weiteren Konfliktverlauf
Die Reaktion der Golfstaaten auf die Vergeltungsschläge Irans blieb zunächst abwartend. Kuwait, Bahrain und Katar sind enge Verbündete Washingtons, beherbergen aber auch amerikanische Militärstützpunkte. Ein offener Konflikt zwischen Iran und diesen Staaten könnte die gesamte Region am Persischen Golf in Mitleidenschaft ziehen.
Analysten weisen darauf hin, dass Trumps Drohungen sowohl als Druckmittel in möglichen Verhandlungen als auch als Vorbereitung weiterer militärischer Schritte interpretiert werden können. Die gleichzeitige Betonung, jede nukleare Einrichtung Teherans ins Visier nehmen zu wollen, deutet auf eine langfristige Konfrontationsstrategie hin.
Mit der jüngsten Ankündigung steigt die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges auf weitere Länder der Region. Die Kombination aus gezielten Angriffen auf Infrastruktur, Vergeltungsschlägen in Drittstaaten und der Androhung voller Wucht gegen nukleare Anlagen lässt befürchten, dass die Gewaltspirale weiter an Dynamik gewinnt.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die diplomatischen Kanäle zwischen Washington und Teheran noch funktionieren oder ob der Konflikt vollständig auf militärischem Weg ausgetragen wird. Internationale Vermittlungsversuche, etwa durch die Vereinten Nationen, stehen vor enormen Herausforderungen, da beide Seiten ihre Maximalpositionen offenbar weiter verfestigen.
Fragen & Antworten
Was hat Trump genau gedroht?
Trump kündigte an, künftig bei jedem iranischen Beschuss eines Schiffs in der Straße von Hormus eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran zu bombardieren und zu zerstören. Die Drohung veröffentlichte er auf seiner Plattform Truth Social.
Wie hat Iran auf die US-Angriffe reagiert?
Der Iran reagierte mit erneuten Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain und Katar. Gleichzeitig erklärte Irans UN-Botschafter die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur zu Kriegsverbrechen.
Wie viele US-Soldaten sind bisher getötet worden?
Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg getöteten US-Militärangehörigen ist mittlerweile auf 18 gestiegen. Drei weitere Soldaten waren zuletzt nach iranischem Beschuss ums Leben gekommen.
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