Der zweimalige Olympiasieger und erfolgreichste Ruderer der norwegischen Geschichte, Olaf Tufte, ist im Alter von 50 Jahren gestorben, nachdem er auf seinem Hof bewusstlos aufgefunden und trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen im Universitätskrankenhaus Rikshospitalet in Oslo nicht mehr gerettet werden konnte.

Eine sportliche Ära geht zu Ende

Nach Angaben norwegischer Medien unter Berufung auf eine Mitteilung der Familie wurde Olaf Tufte auf seinem Hof bewusstlos aufgefunden. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen habe er nicht mehr wiederbelebt werden können, teilten Angehörige und der norwegische Ruderverband mit. Die genaue Todesursache ist nach Angaben der Beteiligten weiterhin unbekannt.

Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre würdigte den Verstorbenen als eine der größten Sportpersönlichkeiten des Landes. „Tufte hat unserem Land unzählige Momente der Freude am Sport geschenkt. Er war einer der größten Sporthelden Norwegens, ein hochdekorierter Olympiateilnehmer, einer der besten Ruderer, die wir je hatten, und für viele ein großes Vorbild. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen“, erklärte Støre in einer Stellungnahme.

Frank Ove Reite, Präsident des norwegischen Ruderverbandes, zeigte sich tief erschüttert. „Olaf war ein großartiger Familienvater, Mensch und Sportler. Wir müssen das erst begreifen - es ist ein Schock für den gesamten norwegischen Rudersport. Dafür gibt es keine Worte“, sagte Reite.

Reaktionen aus Politik und Verband

Tufte hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. In der norwegischen Sportöffentlichkeit löste sein Tod am Dienstag eine Welle der Anteilnahme aus. Auch zahlreiche ehemalige Weggefährten und Konkurrenten bekundeten ihre Trauer.

Seine größten sportlichen Erfolge feierte Tufte im Einer, in dem er 2008 in Peking Olympiasieger wurde und damit den ersten norwegischen Olympiasieg im Rudern seit Jahrzehnten errang. Bereits zuvor hatte er sich mit dem Weltmeistertitel im Einer 2003 sowie einer olympischen Silbermedaille in den internationalen Spitzenbereich gefahren. Er gilt als der erfolgreichste Ruderer, den Norwegen je hervorgebracht hat.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewann Tufte im Alter von 40 Jahren überraschend eine Bronzemedaille im Doppelzweier und unterstrich damit seine Ausnahmestellung im internationalen Rudersport auch jenseits der jüngeren Altersklassen. In Tokio 2021 trat er mit 45 Jahren im Vierer an und belegte den neunten Platz.

Engagement für den Nachwuchs

Noch am vergangenen Freitag hatte Tufte in seiner norwegischen Heimat Nachwuchstalente trainiert, die Norwegen bei den anstehenden Ruder-Europameisterschaften vertreten sollten. Mit seinem plötzlichen Tod verliert der norwegische Verband einen aktiven Trainer und Mentor einer ganzen Generation junger Athletinnen und Athleten.

Der norwegische Ruderverband kündigte an, gemeinsam mit der Familie über die Form des Gedenkens zu entscheiden. Zahlreiche Sportstätten und Vereine im Land gedachten des Verstorbenen mit stillen Momenten und sozialen Medien.

Sein Tod reiht sich in eine Reihe tragischer Verluste des internationalen Sports ein und verdeutlicht die Verletzlichkeit selbst von Ausnahmeathleten. Der norwegische Sport trauert um eine prägende Figur, deren Wirkung weit über die Disziplin hinausreichte.

Tufte war nicht nur als Sportler eine Ausnahmeerscheinung, sondern galt in Norwegen auch wegen seiner Bodenständigkeit und seines Engagements für den Nachwuchs als Vorbild. Mehrere norwegische Medien würdigten ihn als „Volkshelden im Boot“, dessen sportliche Disziplin und menschliche Wärme gleichermaßen hervorgehoben wurden.