Ein Mann, der beim Wiener Derby 2024 an einem Platzsturm beteiligt war, wurde vom Landesgericht Wien zu sechs Monaten unbedingter und zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil umfasst zudem eine Bewährungshilfe und ein bundesweites Stadionverbot für bestimmte Fußballspiele während der Bewährungszeit.
Urteil und Auflagen
Das Gericht entschied, dass der Angeklagte neben der Haftstrafe eine Bewährungshilfe in Anspruch nehmen muss. Zusätzlich wurde ihm untersagt, Spiele der ersten und zweiten Bundesliga, des ÖFB-Cups, internationale Partien mit österreichischer Beteiligung sowie Länderspiele zu besuchen. Diese Maßnahmen gelten für die gesamte Dauer der Bewährungszeit.
Die Richterin begründete die Entscheidung mit der Schwere des Vorfalls und der Notwendigkeit, klare Signale gegen Gewalt im Fußballumfeld zu setzen. Der Platzsturm hatte während des Derby-Spiels zwischen SK Rapid Wien und Austria Wien für erhebliche Unruhen gesorgt.
Verteidigung plädiert auf Freispruch
Die Verteidigerin des Angeklagten, Pia Kern, hatte in ihrem Plädoyer einen Freispruch gefordert. Sie argumentierte, ihr Mandant sei auf das Spielfeld gegangen, um zu deeskalieren und die aufgebrachten Rapid-Fans zu beruhigen. "Er wollte die Situation entschärfen, nicht verschlimmern", sagte Kern während der Verhandlung.
Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht. Die Richterin wies darauf hin, dass die Teilnahme an einem Platzsturm per se eine Straftat darstelle, unabhängig von der vermeintlichen Absicht. Die Entscheidung wurde nach Auswertung von Videoaufnahmen und Zeugenaussagen getroffen.
