Tag der Bundeswehr 2026: Rund 307.000 Besucher an zehn Standorten
Berlin, 06. Juni 2026
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Kurzfassung
Beim Tag der Bundeswehr haben am Samstag zehn Standorte in Deutschland ihre Tore geöffnet. Bis 15.00 Uhr wurden rund 307.000 Besucherinnen und Besucher gezählt - mehr als im Vorjahr. Verteidigungsminister Boris Pistorius und Bundeskanzler Friedrich Merz würdigten die Leistung der Soldatinnen und Soldaten.
Beim Tag der Bundeswehr haben am Samstag zehn Standorte in Deutschland ihre Tore geöffnet und nach Angaben des Verteidigungsministeriums bis 15.00 Uhr rund 307.000 Besucherinnen und Besucher angezogen - ein neuer Rekordwert im Vergleich zum Vorjahr.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zeigte sich am Rande des Aktionstages erfreut über die große Resonanz. "Daran sieht man: Das Interesse ist enorm", sagte der Minister. Der Tag sei ein gutes Instrument, "um wieder eine stärkere Verbindung zu schaffen zwischen der Gesellschaft als solcher und einer Bundeswehr der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Uniform". Im vergangenen Jahr hatte die Bundeswehr insgesamt rund 280.000 Besucherinnen und Besucher registriert - 2025 wurde dieser Wert bereits zur Mittagszeit deutlich übertroffen.
Bundeskanzler Merz in Laage
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besuchte den Luftwaffenstützpunkt Laage bei Rostock. "Unsere Soldatinnen und Soldaten sorgen dafür, dass wir im Hier und Heute verteidigungsbereit sind. Sie können sich auf unsere Unterstützung verlassen - am Tag der Bundeswehr und an jedem anderen Tag", schrieb Merz auf der Plattform X. In Laage sind rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten stationiert; dort werden die Eurofighter-Piloten der Luftwaffe ausgebildet. Zu sehen waren unter anderem Transportflugzeuge vom Typ A400M.
Pistorius selbst reiste nach Neubiberg bei München, wo er die Bundeswehr-Universität besuchte. Das Programm dort hatte die Bundeswehr-Uni organisiert. Es wurden entsprechend akademische Angebote vorgestellt, aber auch Militärfahrzeuge, Fluggerät und Fallschirmsprünge vorgeführt. "Umso wichtiger ist es, dass die Soldatinnen und Soldaten fest in der Mitte der Gesellschaft stehen", sagte Pistorius in Neubiberg und verwies auf den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die bewaffneten Auseinandersetzungen im Nahen Osten als Ursachen wachsender Unsicherheit. "Wir müssen in einer Zeit stabile Präsenz zeigen, in der rings um uns die Unsicherheit wächst."
Station Neubiberg: Uni, Fahrzeuge, Fallschirmsprünge
Ein dritter Programmpunkt führte Pistorius nach Weißenfels im Burgenlandkreis, wo er nach eigener Aussage zum ersten Mal zu Besuch war. Weißenfels war einer von bundesweit zehn Orten des Aktionstages. Zentraler Veranstaltungsort war die Altstadt. Pistorius sagte, er sei froh, "dass hier der Tag der Bundeswehr in der Stadt und in den umliegenden Grünanlagen stattfinden kann". In der Weißenfelser Innenstadt kamen Menschen mit Soldatinnen und Soldaten ins Gespräch, lernten die Abteilungen der Bundeswehr kennen, informierten sich über Karrieremöglichkeiten und sahen Ausstellungen und Vorführungen.
Der Fokus in Weißenfels lag auf der Präsentation des Sanitätsdienstes. Weißenfels beherbergt den größten Sanitätsstandort der Bundeswehr in Deutschland. "Wir bekommen gezeigt, dass es mehr ist als Salben verteilen und Pflaster aufkleben", sagte Pistorius mit Blick auf die medizinischen Fähigkeiten der Streitkräfte. Zudem unterstrich der Minister: "Wir reden hier über das, was die Soldatinnen und Soldaten machen, was ihr Auftrag ist und wofür sie da sind."
Sanitätsdienst im Mittelpunkt von Weißenfels
Pistorius betonte zugleich, dass der Tag der Bundeswehr die Chance sei, die "Bundeswehr von innen zu erleben". Er rief zu einer stärkeren Bindung zwischen Gesellschaft und Streitkräften auf - in den vergangenen Jahren habe es für Begegnungen wenig Raum gegeben. "Raus aus der Kaserne zu gehen, ist Pistorius zufolge gut, aber nicht überall möglich und auch nicht überall gewollt", hieß es. Der offene Tag sende "schon ein sehr, sehr gutes Signal, aber die Menschen sollen auch sehen, wie sieht es in einer Kaserne aus, denn die sehen sie sonst ja nie".
Neben Neubiberg, Laage und Weißenfels öffneten auch andere Standorte wie Eckernförde, Nordholz und Munster ihre Tore. Insgesamt fanden Veranstaltungen an zehn Standorten in Deutschland statt. Der jährliche Bundeswehrtag gibt es seit 2015; er richtet sich an die breite Öffentlichkeit und soll zugleich bei der Nachwuchsgewinnung helfen.
Zehn Standorte, ein Rekord
Die Bundeswehr steht vor einem deutlichen Wachstum. Angesichts der Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele soll die Bundeswehr größer werden. So soll die aktive Truppe auf 260.000 Männer und Frauen wachsen. Ende des ersten Quartals waren es rund 185.000. Seit dem 1. Januar gilt zudem ein neues Gesetz zum freiwilligen Wehrdienst.
Wachstum und neues Wehrdienstgesetz
Im Zuge der Reform erhalten alle Männer und Frauen, die volljährig werden, Fragebögen, um Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erheben. Junge Männer müssen den Bogen verpflichtend ausfüllen, für junge Frauen ist dies freiwillig. Die Resonanz auf den Aktionstag werten Beobachter auch als Signal, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich mit den Streitkräften zu beschäftigen, gestiegen ist.
Pistorius sprach den Soldatinnen und Soldaten ausdrücklich Anerkennung aus. Sie verdienten "Respekt und Dank". Die Demokratie brauche Schutz, so der Minister weiter - die Bundeswehr sei für die äußere Verteidigung des Landes verantwortlich. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und die Spannungen im Nahen Osten sei eine stabile Präsenz der Streitkräfte in der Mitte der Gesellschaft wichtiger denn je.
Respekt, Dank und Verlässlichkeit
Bundeskanzler Merz betonte seinerseits die Verlässlichkeit der Regierung gegenüber den Streitkräften. Soldatinnen und Soldaten könnten sich auf die Unterstützung der Bundesregierung verlassen - "am Tag der Bundeswehr und an jedem anderen Tag". Der Besuch in Laage unterstrich die symbolische Bedeutung des Tages für die Luftwaffe und die Ausbildung der Eurofighter-Piloten.
Mit dem Besuch in Weißenfels verband Pistorius auch ein Zeichen für den Sanitätsdienst. Dessen Leistungsspektrum gehe weit über die einfache Erstversorgung hinaus, sagte der Minister. Die gezeigten Fähigkeiten - von der Notfallmedizin bis zu Lazarettkapazitäten - seien ein zentraler Baustein der Landes- und Bündnisverteidigung.
Insgesamt verlief der Aktionstag aus Sicht des Verteidigungsministeriums reibungslos. Die Organisatoren zählten bis 15.00 Uhr rund 307.000 Besucherinnen und Besucher an allen Standorten - ein Wert, der den des Vorjahres überstieg. Damit habe der Tag der Bundeswehr seine Funktion als Brücke zwischen Bevölkerung und Streitkräften erneut unter Beweis gestellt.
Auch in den kommenden Jahren soll der Aktionstag fortgeführt werden. Die Kombination aus Informationsangeboten, Mitmach-Stationen und militärischen Vorführungen solle den Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie Soldatinnen und Soldaten weiter stärken, hieß es aus dem Ministerium.
Fragen & Antworten
Wer hat den Tag der Bundeswehr 2026 besucht?
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) besuchte die Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München sowie die Standorte Neubiberg und Weißenfels, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Luftwaffenstützpunkt Laage bei Rostock.
Wie viele Menschen kamen zum Tag der Bundeswehr 2026?
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden bis 15.00 Uhr rund 307.000 Besucherinnen und Besucher an allen zehn Standorten gezählt - mehr als im Vorjahr mit rund 280.000.
Was hat Pistorius zur Bedrohungslage gesagt?
Pistorius verwies auf den anhaltenden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die bewaffneten Auseinandersetzungen im Nahen Osten als Ursachen wachsender Unsicherheit und forderte stabile Präsenz der Streitkräfte.
Tag der Bundeswehr 2026: 307.000 Besucher, Pistorius & Merz | nachrichten360