Saipan, Nördliche Marianen, 15. April 2026

Der Supertaifun »Sinlaku« hat die Nördlichen Marianen mit voller Wucht getroffen und schwere Schäden auf den Inseln Saipan und Tinian verursacht.

## Extrem langsame Bewegung verstärkt Zerstörung Mit Windgeschwindigkeiten von über 210 Kilometern pro Stunde traf der Taifun die US-Außengebiete im Westpazifik. Besonders problematisch war die extrem langsame Bewegung des Sturms, die zu ungewöhnlich langanhaltenden Auswirkungen führte. Meteorologe Landon Aydlett vom National Weather Service in Guam beschrieb die Situation als besonders verheerend: *„Das macht die Auswirkungen besonders diabolisch. Sobald es über den Inseln heller wird, werden wir mehr Klarheit haben.“*

Laut dem Pacific Daily News wurden auf Saipan Wellenhöhen von rund neun Metern gemessen. Die Behörden warnten vor starken Regenfällen, Gewittern sowie der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in ihren Häusern oder in Schutzunterkünften zu bleiben.

## Evakuierungen und Touristenstrandungen Viele Bewohner hatten sich bereits vor dem Eintreffen des Taifuns in Evakuierungszentren in Sicherheit gebracht. Hunderte Touristen waren aufgrund ausgefallener Flüge auf der Inselkette gestrandet. Deborah Fleming vom örtlichen Frauenverband auf Tinian schilderte die Lage als dramatisch: *„Es ist absolut beängstigend — man kann draußen nichts sehen, es weht immer noch ein extrem starker Wind, Wasser dringt ein, viele Bäume sind umgestürzt, Häuser wurden verwüstet.“*

Auch Guam, ein weiteres US-Außengebiet, spürte die Auswirkungen des Sturms, obwohl »Sinlaku« dort nicht direkt auf Land traf. Die langsame Fortbewegung des Taifuns verlängerte die Leidenszeit der betroffenen Gebiete erheblich.

## Stärkster Sturm seit Jahren Experten stufen »Sinlaku« als den stärksten tropischen Sturm des Jahres ein und als den folgenschwersten seit Taifun »Yutu«, der 2018 auf den Nördlichen Marianen schwere Zerstörungen und wirtschaftliche Schäden angerichtet hatte. Obwohl der Sturm mittlerweile vom Supertaifun herabgestuft wurde, bleibt er mit Kategorie 4 ein sehr gefährliches Wetterphänomen.

Die genauen Ausmaße der Schäden werden erst nach Tagesanbruch vollständig erkennbar sein. Die Behörden bereiten sich bereits auf umfangreiche Aufräumarbeiten und Hilfsmaßnahmen vor. Die rund 45.000 Einwohner der Inselgruppe stehen vor einer langen Erholungsphase.

Die Situation bleibt angespannt, da weitere Regenfälle und Nachbeben des Sturms erwartet werden. Die internationale Gemeinschaft wurde um Unterstützung gebeten, um die betroffenen Gebiete bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen.