Studie enthüllt: Musiker verdienen kaum Geld durch Streaming Berlin, 12. April 2026

Eine neue Studie des Oxford Internet Institute und der Universität Groningen zeigt, dass viele Musiker ihr Leben nicht allein durch Einnahmen aus Musik-Streaming finanzieren können.

## Globale Umfrage unter Musikern Die Untersuchung befragte 1.198 Musiker aus Brasilien, Chile, den Niederlanden, Nigeria und Südkorea. Dabei gaben 42 Prozent der Befragten an, hauptberuflich Musik zu machen, während 53 Prozent dies für die Zukunft anstrebten. Dennoch offenbarten die Ergebnisse eine deutliche Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der finanziellen Realität: 77 Prozent der Musiker verdienten im Jahr vor der Umfrage weniger als 10.000 Euro mit ihrer Musik.

Besonders alarmierend ist, dass 29 Prozent der Befragten weniger als 1.000 Euro einnahmen und 26 Prozent gar kein Einkommen aus ihrer Musik erzielten. Die Studie unterstreicht damit die prekären wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen viele Künstler arbeiten.

## Das Streaming-Paradoxon Obwohl 81 Prozent der Musiker Streaming-Dienste als wichtig oder sehr wichtig für ihre Karriere einstuften, sind die Einnahmen aus dieser Quelle oft minimal. 56 Prozent der Befragten konnten oder wollten keine Angaben zum Anteil ihrer Streaming-Einnahmen machen. Unter denen, die Zahlen nannten, verdienten 25 Prozent nur 0–5 Prozent ihres Einkommens durch Streaming, während 11 Prozent auf 6–75 Prozent kamen. Lediglich 8 Prozent erzielten mehr als 75 Prozent ihres Einkommens aus dieser Quelle.

Robert Prey, Professor am Oxford Internet Institute, fasste das Problem prägnant zusammen: „Nur sehr wenige Künstler können allein vom Streaming leben.“ Dieses als „Streaming-Paradoxon“ bekannte Phänomen beschreibt die Abhängigkeit der Musiker von Plattformen wie Spotify, die zwar Reichweite bieten, aber kaum existenzsichernde Einnahmen generieren.

## Perspektiven deutscher Künstler Der deutsche Künstler LGoony äußerte sich besorgt über die Situation: „Ich weiß nicht, wie lange ich noch Musik veröffentlichen kann“, sagte er mit Verweis auf die geringen Einnahmen. Er verdeutlichte das Problem anhand eines konkreten Beispiels: Ein Stream auf Spotify bringe nur 0,3 Cent ein, und ein Künstler müsse über 15 Stunden lang gehört werden, um einen Euro zu verdienen.

Vor diesem Hintergrund plant der deutsche Kulturminister Wolfram Weimer, einen Runden Tisch mit Plattenfirmen und Streaming-Diensten einzuberufen. Ziel ist es, fairere Vergütungsmodelle für Musiker auszuhandeln. Die Studie liefert damit nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern könnte auch politische Initiativen ankurbeln, um die wirtschaftliche Situation von Künstlern weltweit zu verbessern.