Udine/Wien, 13. April 2026
Ein beschädigter Strommast der 132-kV-Leitung Tolmezzo-Paluzza in der italienischen Provinz Udine hat zu einem temporären Betriebsstopp der Transalpinen Ölpipeline (TAL) geführt, während die Ermittlungen zu den Ursachen auf Hochtouren laufen.
## Ermittlungen und vorläufige Maßnahmen Die Carabinieri in Italien befragen derzeit Fachleute der Netzgesellschaft Terna, um die Umstände der Beschädigung des Strommasts am 25. April zu klären. Die Leitung speist das Netz der TAL-Pipeline, die für die Ölversorgung in Österreich und Deutschland von zentraler Bedeutung ist.
Laut einer Presseaussendung der TAL konnte der temporäre Betriebsstopp durch bestehende Versorgungssysteme und Lagerbestände bei den belieferten Raffinerien abgefedert werden. "Die Sicherstellung einer zuverlässigen Versorgung der Kunden hat für TAL weiterhin höchste Priorität, und die Versorgung ist derzeit stabil", hieß es in der Mitteilung.
Das österreichische Energieministerium bestätigte, über den Ausfall informiert worden zu sein und dass eine Sabotage nicht ausgeschlossen werden könne. Die Behörden stehen in engem Austausch mit den italienischen Ermittlern.
## Kritische Bedeutung der TAL-Pipeline für Österreich Die TAL-Pipeline ist mit einer Länge von 753 Kilometern seit 1967 in Betrieb und versorgt unter anderem die OMV-Raffinerie in Schwechat. Ölmarktexperte Johannes Benigni von der Energieberatungsfirma JBC Vienna betonte im Ö1-Morgenjournal: "Ohne Pipeline in Österreich kein Öl." Die OMV beziehe ihr Öl fast zur Gänze über diese Leitung.
"Diese Versorgung ist essenziell, weil ohne diese Pipeline haben wir in Österreich quasi kein Öl, außer das, was wir selber fördern", so Benigni weiter. Die Pipeline ist nicht nur für den Transport von Rohöl zuständig, sondern gewinnt als weltweit einziges System direkt aus dem Rohöldurchfluss CO2-freie Energie.
Die österreichischen Behörden verwiesen zudem auf die Pflichtnotstandsreserve, die überwiegend im Inland gelagert wird. Ein Teil der Reserve befinde sich im italienischen Triest, wobei der genaue Anteil aus "Gründen der Sensibilität" nicht öffentlich gemacht werde.
Die genauen Auswirkungen des Vorfalls auf die langfristige Versorgungslage werden derzeit geprüft, während die Reparaturarbeiten an der beschädigten Stromleitung vorangetrieben werden.
