Eine neue Spritpreisbremse ist heute in Kraft getreten, mit der die Regierung die Kraftstoffpreise an Tankstellen um zehn Cent pro Liter senken will. Die Maßnahme wird vor allem durch eine Steuersenkung und eine Margenbegrenzung für große Tankstellenketten umgesetzt. Experten schätzen, dass die Intervention die Inflationsrate um etwa einen Viertelprozentpunkt dämpfen wird. "Trotz zahlreicher Ausnahmen ist von einem positiven Effekt auf die Preisentwicklung auszugehen", sagte WIFO-Experte Michael Böheim. Laut aktuellen Daten lag der Medianwert für einen Liter Diesel in Österreich am 1. April bei 2,199 Euro, während Superbenzin im Durchschnitt 1,869 Euro kostete. Die Regierung sieht derweil keinen Bedarf für staatlich angeordnete Sparmaßnahmen. "Wir haben keinen Versorgungsengpass und es droht auch keiner", betonte Wirtschaftsministerin Elisabeth Zehetner. Die NEOS-Energiesprecherin Karin Doppelbauer hält Informationskampagnen oder verbindliche Energiesparmaßnahmen für unnötig. Kritik kommt hingegen von der FPÖ, die die Aufforderung zu "freiwilligen" Einsparungen ablehnt. Die Maßnahme folgt auf monatelange Debatten über die hohen Energiepreise in Europa. Die Regierung betont, dass die Versorgung mit Kraftstoffen gesichert sei.