Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hat am Sonntagabend in Zürich das Finale der Heim-Weltmeisterschaft gegen Finnland mit 0:1 nach Verlängerung verloren und damit auch im fünften Anlauf den ersten WM-Titel der Geschichte verpasst.

Vor rund 10'000 Zuschauern in der Zürcher Arena erzielte der Finne Konsta Helenius in der Overtime das einzige Tor der Partie und stürzte die Schweiz in kollektive Enttäuschung. Die Mannschaft von Trainer Jan Cadieux war als Favorit in das Endspiel gegangen, nachdem sie das Turnier zuvor mit 48 erzielten und nur acht kassierten Toren dominiert hatte.

Die Schweizer Presse reagierte am Montag mit einer Mischung aus Stolz und tiefer Wehmut auf den Ausgang des Turniers. Der Tages-Anzeiger schrieb, die Heim-WM sei «ein Fest, ein Versprechen – und die Mahnung, dass selbst goldene Generationen nicht ewig glänzen» gewesen.

Pressestimmen zwischen Stolz und Kritik

Das Boulevardblatt Blick titelte mit «Weltmeister der Herzen und Schmerzen» und nannte das Turnier «ein Ereignis für die Geschichtsbücher». Die NZZ hingegen fand kritische Worte und urteilte, der Final sei «einmal mehr der Beweis, dass die Galaauftritte in den Vorrundenspielen gegen überforderte Gegner ein Muster ohne Wert sind, wenn es tatsächlich zählt».

Die Enttäuschung war den Spielern nach der Partie deutlich anzumerken. Stürmer Christoph Bertschy sagte: «Es ist einfach zum Kotzen.» Captain Roman Josi, der mit 35 Jahren zu den erfahrensten Spielern des Teams zählt, meinte: «Wir hatten das Gefühl, es sei unser Tag.»

Nino Niederreiter, der 33-jährige Stürmer der Winnipeg Jets, äusserte sich nachdenklich über die Zukunft der Mannschaft: «Die Jahre sind gezählt, vor allem für mich.» Er fügte hinzu: «Wir finden keine Wege, um Tore zu schießen.» Timo Meier von den New Jersey Devils sagte: «Wir werden wieder aufstehen. Aber momentan ist das alles nur ein scheiß Gefühl.»