Der FC Schalke 04 hat sich nach WAZ-Informationen mit Mittelfeldspieler Junior Dina Ebimbe von Eintracht Frankfurt geeinigt, die beiden Klubs nähern sich bei der Ablösesumme an.

Laut einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) haben sich Spieler und Klub grundsätzlich verständigt, nun laufen die Gespräche zwischen den Vereinen. Die Ablöse soll dem Vernehmen nach bei knapp über einer Million Euro liegen – ein Bruchteil dessen, was Eintracht Frankfurt 2023 nach einjähriger Leihe an Paris Saint-Germain gezahlt hatte. Damals hatten die Hessen den Franzosen für 6,5 Millionen Euro fest verpflichtet, andere Quellen nennen sieben Millionen Euro.

Transfer-Strategie der Königsblauen

Schalke 04 ist als Aufsteiger in die Bundesliga zurückgekehrt und stellt seinen Kader für die kommende Saison entsprechend bundesligatauglich auf. Neben Ebimbe haben die Königsblauen bereits Satoshi Tanaka von Fortuna Düsseldorf für eine Million Euro und Junior Adamu vom SC Freiburg für 800.000 Euro verpflichtet – insgesamt rund 1,8 Millionen Euro an Ausgaben für die beiden bisherigen Neuzugänge.

Junior Dina Ebimbe ist 25 Jahre alt und steht in Frankfurt noch bis zum 30. Juni 2027 unter Vertrag. Sein Marktwert wird aktuell auf rund sechs Millionen Euro taxiert. Der Rechtsaußen beziehungsweise zentrale Mittelfeldspieler war zuletzt an den französischen Erstligisten Brest ausgeliehen, wo er mitunter gute Leistungen zeigte und in 27 Spielen – nicht immer von Beginn an und nur einmal über 90 Minuten – fünf Tore erzielte.

In Brest verfügte der Klub über eine Kaufoption, zog diese aber offenbar nicht. Auf die Frage, ob sein Leihklub diese Option ziehen werde, sagte Ebimbe zuletzt: „Ich weiß nicht genau, gehe aber nicht davon aus. Ich werde wohl erst mal zurück nach Frankfurt gehen." Der Mittelfeldspieler hatte zudem im Mai in einem Bild-Interview persönliche Rückschau gehalten und erklärt, er habe sich zeitweise mit den falschen Menschen umgeben.

Persönliche Neuaufstellung

Dabei sagte er: „Ich bin jemand, der sein Vertrauen leicht verschenkt. Leider habe ich es Leuten gegeben, die mich ausgenutzt haben. Das habe ich teuer bezahlt." Über die Zeit in Brest sagte Ebimbe der Sport Bild: „Aber in Brest wurde ich geheilt." Und zur Rückkehr formulierte er: „Ich komme als neue Person zurück."

Seine sportliche Vita liest sich beeindruckend: Bei Paris Saint-Germain trainierte Ebimbe einst gemeinsam mit Neymar und Lionel Messi. 2022 wurde er von der SGE zunächst ausgeliehen, ein Jahr später fest verpflichtet. In der Bundesliga-Saison 2023/24 steuerte er insgesamt 15 Scorerpunkte (Tore und Vorlagen kombiniert) bei und erzielte unter anderem einen Doppelpack beim 5:1 gegen den FC Bayern im Frankfurter Waldstadion.

Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche hatte Ebimbe 2022 bei dessen Verpflichtung als vielseitig, dynamisch und taktisch intelligent beschrieben: „Er hat eine Vielseitigkeit, Dynamik und Spielintelligenz, mit der er uns noch unberechenbarer und taktisch flexibler machen kann." Diese Qualitäten will nun offenbar Schalke nutzen.

Karriereweg mit Kurvenschlag

Eintracht Frankfurts Trainer ist laut den verfügbaren Daten Adi Hütter – der Österreicher hatte bereits im Winter 2024 versucht, Ebimbe nach Monaco zu lotsen. Bei den Königsblauen steht Miron Muslic an der Seitenlinie, der mit Schalke den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hatte. Sportlich soll Ebimbe demnach auf einer der Zehn-Positionen oder im zentralen Mittelfeld sowie auf den Außenbahnen zum Einsatz kommen.

Zuletzt war Ebimbe über Monate hinweg weder im Frankfurter Kader noch im Mannschaftstraining. Die SGE hatte ihn zwischenzeitlich aussortiert, was die Wechseloptionen für den Franzosen deutlich verengte. Schalke könnte ihm nun die Perspektive auf regelmäßige Spielzeit in der Bundesliga bieten.

Die Vertragskonstellation gilt als ungewöhnlich: Während Ebimbe in Frankfurt noch einen langfristigen Kontrakt bis 2027 besitzt, wäre die Ablöse mit knapp über einer Million Euro vergleichsweise gering. Über die genaue Struktur – feste Summe, mögliche Boni oder Beteiligungen – war zuletzt noch nicht abschließend berichtet worden. Die WAZ schrieb zudem von schwer zu erreichenden Boni im Gesamtpaket.