Russland beschießt Kiew mit ballistischen Raketen wenige Stunden vor Eröffnung des NATO-Gipfels in Ankara
Kiew, 6. Juli 2026
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Kurzfassung
Russland hat Kiew in den frühen Morgenstunden des Montags mit Wellen ballistischer Raketen und Drohnen angegriffen, wobei mindestens elf Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden – nur wenige Stunden vor dem Beginn eines NATO-Gipfels in Ankara. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneuerte seine Forderungen nach zusätzlichen Patriot-Luftabwehrsystemen und sagte, die Vereinigten Staaten und Europa hätten genug Stärke, um die Angriffe zu stoppen.
Russland hat Kiew in den frühen Morgenstunden des Montags mit Wellen ballistischer Raketen und Drohnen angegriffen und dabei mindestens elf Menschen getötet und Dutzende verletzt, wie ukrainische Behörden mitteilten – nur wenige Stunden vor der Eröffnung eines NATO-Gipfels in Ankara.
Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb am Montag auf X, dass es von entscheidender Bedeutung sei, dass die Welt – allen voran die Vereinigten Staaten und unsere europäischen Partner – vom NATO-Gipfel in der Türkei mit starken Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr zurückkehre. Sein Appell kam zu einem Zeitpunkt, als Rettungskräfte in Kiew in beschädigten Wohnblocks nach Überlebenden suchten, nachdem Bewohner den Beschuss als endlosen Donner beschrieben hatten.
Ein zweiter großer russischer Angriff innerhalb weniger Tage traf Wohnviertel der Hauptstadt, wobei die meisten Toten und Verletzten in den Stadtbezirken Darnyzja und Podilskyj gemeldet wurden. Lokale Beamte sagten, 60 weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Behörden erklärten, dass Hochhauswohngebäude an zwei Standorten in Kiew direkt getroffen worden seien. Tymur Tkatschenko, Leiter der militärischen Stadtverwaltung von Kiew, schrieb auf Telegram: „These are residential buildings. Places where people slept and lived their ordinary lives."
Ein Journalist der Agence France-Presse in Kiew hörte während eines Alarms wegen ballistischer Raketen am frühen Montagmorgen mehr als zehn Explosionen. Ungefähr 30 Minuten nach den ersten Explosionen waren am Himmel mehrere Blitze zu sehen, als eine weitere Explosionsserie ertönte. Tkatschenko erklärte auf Telegram: „The enemy is striking with ballistic missiles", und ein Wohnhaus im Stadtbezirk Podilskyj von Kiew stürzte teilweise ein.
Ein zweiter großer Angriff innerhalb einer Woche
Die russischen Angriffe in der Sonntagnacht töteten in Kiew mindestens elf Menschen – eine Zahl, die nach Angaben lokaler Behörden noch steigen könnte, da die Trümmer beseitigt werden. Anfang Juli hatte ein separater russischer Angriff am Donnerstag 31 Menschen in Kiew getötet und war als der tödlichste dieses Jahres für die Hauptstadt beschrieben worden. Die Vereinten Nationen erklärten, im Krieg seien insgesamt mehr als 16.000 ukrainische Zivilisten getötet worden.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Bombardierung am Montag sei Vergeltung für die jüngsten weitreichenden Angriffe der Ukraine gewesen, die schwere Treibstoffknappheit verursacht und Präsident Wladimir Putin unter Druck gesetzt hätten. Das Ministerium erklärte, der Angriff habe Waffenfabriken in Kiew gegolten, darunter Standorte, die Drohnen, Seedrohnen, gepanzerte Fahrzeuge und Raketen produzieren, sowie Einrichtungen zur Reparatur von Luftabwehrsystemen und der Treibstoff- und Energieinfrastruktur. Der Artikel weist darauf hin, dass die Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zu seinen Zielen nicht unabhängig überprüft werden konnten.
Russlands erklärte Ziele und nicht überprüfbare Behauptungen
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe über Nacht Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen auf das Land abgefeuert, die hauptsächlich auf Kiew zielten. Luftwaffensprecher Jurij Ihnat sagte im nationalen Fernsehen: „To intercept ballistics, we need the means for interception." Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe trafen 29 abgefeuerte ballistische Raketen ihre Ziele.
Ihnat sagte zudem im nationalen Fernsehen: „Russians are certainly using the fact that there is a serious deficit of interceptor missiles now, in Ukraine and the world." Der Krieg im Nahen Osten hat das globale Angebot an Patriot-Abwehrraketen belastet, und Selenskyj machte den Mangel an Abfangraketen für die unzureichende Verteidigung gegen ballistische Raketen verantwortlich.
Engpass bei Abfangraketen im Zentrum der ukrainischen Verteidigung
Selenskyj erklärte in einer Stellungnahme: „As long as Patriot missiles remain in our allies' stockpiles, Russia is only encouraged to keep 'vanquishing' residential buildings", und fügte hinzu: „The United States and Europe have enough strength to stop this terror." Selenskyj forderte konkret zusätzliche Patriot-Raketensysteme und warnte am späten Sonntagabend, die Geheimdienste deuteten darauf hin, dass Russland einen weiteren massiven Angriff auf die Ukraine vorbereite. Der Angriff erfolgte nur wenige Stunden vor dem NATO-Gipfel in Ankara, der am Dienstag beginnt.
Selenskyjs Appell vor dem Gipfel in Ankara
Der Krieg dauert nun seit mehr als vier Jahren an, nachdem Russland seine großangelegte Invasion der Ukraine gestartet hatte. Beide Seiten weiteten ihre weitreichenden Angriffe aus, was die wachsende Reichweite des Krieges unterstreicht. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe über Nacht 519 ukrainische Drohnen abgeschossen. Michail Jawrajew, Gouverneur von Jaroslawl, sagte, über 70 ukrainische Drohnen seien beim Angriff auf Jaroslawl abgeschossen worden, wobei zwei Menschen verletzt wurden. Das Online-Nachrichtenportal Astra berichtete, ein ukrainischer Angriff auf Jaroslawl habe eine Ölraffinerie in der Stadt getroffen und einen Brand verursacht.
Weitreichende Angriffe auf beiden Seiten intensivieren sich
Ein Energieversorger im russisch besetzten Krim meldete einen Stromausfall auf der gesamten Halbinsel aufgrund äußerer Einwirkung. Michail Raswoschajew, der von Moskau ernannte Leiter von Sewastopol, erklärte, ukrainische Angriffe hätten am frühen Montagmorgen die Stromversorgung der Stadt unterbrochen; die Stromversorgung sei später mithilfe von Notstromaggregaten wiederhergestellt worden. Analysten und westliche Beamte sagten, die Fortschritte der Ukraine bei der Drohnentechnologie hätten ihr in den letzten Monaten einen Vorteil verschafft.
US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Wolodymyr Selenskyj werden am Rande des Gipfels voraussichtlich über den Krieg sprechen, und Washington bemüht sich um die Wiederbelebung der ins Stocken geratenen Friedensbemühungen. Nach dem Gipfel plant Trump, mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zu sprechen.
Der Angriff war der zweite auf Kiew und sein Umland innerhalb weniger Tage und erfolgte am Vorabend eines NATO-Gipfels in der Türkei. Ukrainische Rettungskräfte zogen über Nacht weiterhin Überlebende aus den beschädigten Gebäuden, während die Stadt ihre Toten zählte.
Russlands ballistischer Angriff trifft Kiew vor NATO-Gipfel | nachrichten360