Ronaldos WM-Karriere endet ohne Titel: Tränen, Trotz und ein Abschied in Dallas
Dallas, 07. Juli 2026
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Kurzfassung
Cristiano Ronaldo hat mit Portugal durch ein 0:1 gegen Spanien das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft verloren und ist damit aus dem Turnier ausgeschieden. Der 41-Jährige beendete sein letztes WM-Spiel unter Tränen, gab sich aber trotzig und verwies auf seine bisherigen Titel mit der Nationalmannschaft.
Cristiano Ronaldo ist mit Portugal durch ein 0:1 (0:1) gegen Spanien im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden und hat seine letzte WM-Partie unter Tränen, aber mit trotzigem Blick auf seine Karriere beendet.
Der Abend in Dallas
Das Aus kam für Cristiano Ronaldo, wie so oft in den großen Momenten seiner Karriere, mit einem emotionalen Auftritt. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff der Partie in Dallas brach der 41-Jährige in Tränen aus, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. Die portugiesische Sportzeitung A Bola schrieb, Ronaldo habe seinen „letzten Tanz“ bei der Weltmeisterschaft „unter Tränen“ beendet und am Ende der Partie keinen Hehl aus seiner Rührung gemacht.
Doch der Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft fand rasch zu seiner gewohnten Kämpferpose zurück. In der Mixed Zone sprach Ronaldo mit einer Mischung aus Enttäuschung und Trotz über den Abend. Er habe „mein Bestes gegeben und gehe mit gutem Gewissen“, sagte er laut dpa. Zugleich verwies er darauf, dass „vor Cristiano Ronaldo“ Portugal „keinen einzigen Titel“ gewonnen habe – eine Aussage, die er auch in der dritten Person formulierte und die in Portugal kontrovers diskutiert wurde.
Titel ohne WM-Pokal
Zu den Titeln, die Ronaldo mit Portugal holte, zählt nachweislich der Gewinn der Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Damals hatte er sich im Finale früh verletzt, von der Bank aus den Triumph miterlebt und gilt seither als Sinnbild für den ersten großen Titel der portugiesischen Fußballgeschichte. Auch die UEFA Nations League hat Ronaldo laut den vorliegenden Berichten zweimal mit Portugal gewonnen. Den EM-Titel von 2016 bezeichnete Ronaldo rückblickend als „zumindest so wichtig wie einen WM-Titel“ und als Triumph, der für ihn „die gleiche Bedeutung“ habe wie ein WM-Triumph.
Sportlich war es in Dallas ein gebrauchter Abend. Mit dem 0:1 gegen Spanien endete Ronaldos 27. und letztes WM-Spiel. Insgesamt kommt er nach den vorliegenden Statistiken auf elf WM-Tore, darunter zwei Treffer gegen Usbekistan und ein Elfmeter gegen Kroatien. In der ewigen Länderspielstatistik steht Ronaldo zum Zeitpunkt des Artikels bei 233 Einsätzen und 146 Toren für Portugal – Rekordwerte, die seinen Status als prägender Spieler der portugiesischen Fußballgeschichte untermauern.
Der Trainerwechsel
Die Partie gegen Spanien war zugleich das letzte WM-Spiel unter Trainer Roberto Martinez. Der Coach bestätigte nach der Niederlage, dass seine Amtszeit als portugiesischer Nationaltrainer beendet ist. Nach Medienberichten soll Jorge Jesus, bis Juni noch Ronaldos Vereinstrainer beim saudischen Klub Al-Nassr, auf Martinez folgen.
Über die Frage, ob und wie lange Ronaldo seine Karriere im Nationalteam fortsetzt, hielt sich der Angreifer selbst bedeckt. „Ich will einen kühlen Kopf bewahren, ruhig bleiben und dann die beste Entscheidung treffen … nach Rücksprache mit den Menschen, die mich lieben“, sagte er. Auch zum möglichen WM-freien Ende seiner Karriere fand er versöhnliche Worte: „Gott hat mich reich beschenkt“, sagte Ronaldo – und ergänzte mit dem für ihn typischen Stoizismus: „So ist das Leben eines Fußballers … Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man, und man muss weitermachen.“
Dass Ronaldo diese Niederlage trotzdem nicht als endgültigen Abgesang verstanden wissen will, zeigt ein Blick auf den Kontext. Vor dem Spiel gegen Spanien hatte er sich laut dpa darüber beklagt, dass seit 23 Jahren versucht werde, ihn zu kritisieren. Die Übersetzerin habe in diesem Zusammenhang das Wort „umbringen“ („kill“) verwendet – ein Ausdruck, der die Wahrnehmung einer langjährigen, oft zugespitzten öffentlichen Debatte um den Stürmer widerspiegelt.
Kritik aus den Medien
Diese Debatte begleitet Ronaldo seit Jahren. Die portugiesische Zeitung A Bola veröffentlichte einen Kommentar mit dem Titel „Cristiano Ronaldo: Wir wollen dich nicht ‚umbringen', aber jetzt reicht's“ und brachte damit die Stimmung vieler Fans und Beobachter auf den Punkt. Auch das Sportportal The Athletic urteilte nach der Partie, „Die Show ist vorbei … ein 41-Jähriger, der versucht, die Zeit zurückzudrehen“ – eine Beschreibung, die zwischen Respekt und schonungsloser Bilanz oszilliert.
Besonders deutlich wurde die Kritik am Tag nach dem Spiel durch Zlatan Ibrahimovic. Der frühere schwedische Stürmer, der bei Fox Sports als Experte arbeitet, sprach in einer klaren Bewertung über Ronaldos Rolle bei dieser WM. „Es ist sein Ego, das das Team in Geiselhaft nimmt … Mittlerweile trägt ihn seine Ausstrahlung mehr als seine Beine“, sagte Ibrahimovic. Zudem bezeichnete er die Nominierung des 41-Jährigen für die Startelf als „von Nostalgie getriebenen Wahnsinn“.
Generation Yamal
Ein Bild, das nach dem Abpfiff für Aufmerksamkeit sorgte, war die Geste des spanischen Jungstars Lamine Yamal. Der 23-Jährige, der 23 Jahre jünger ist als Ronaldo, suchte nach dem Spiel den Kontakt zum portugiesischen Kapitän und versuchte ihn zu trösten – eine Szene, die in den sozialen Medien als symbolischer Generationenwechsel interpretiert wurde.
Der Vergleich mit Lionel Messi drängt sich in diesem Kontext förmlich auf. Messi, Ronaldos langjähriger Rivale, ist zwei Jahre jünger und hat mit Argentinien die WM 2022 in Katar gewonnen. Damit hat Messi bislang den einzigen großen Titel geholt, der Ronaldos Lebenslauf fehlt. Die Frage, ob dieser fehlende WM-Pokal die Bilanz des Portugiesen schmälert, wurde von Ronaldo selbst erwartungsgemäß verneint.
Der Vergleich mit Messi
Vieles deutet darauf hin, dass die kommenden Tage über Ronaldos Zukunft entscheiden werden. Ein offizieller Rücktritt aus der Nationalmannschaft steht aus. Klar ist nach dem Abend in Dallas nur, dass die WM 2026 seine letzte war – und dass sein Abgang, wie schon vieles in seiner Laufbahn, zwischen Tränen und Trotz, zwischen Pathos und Professionalität pendelte.
Bemerkenswert bleibt, dass Ronaldo trotz aller Enttäuschung in der Stunde der Niederlage nicht auf sein Alter, sondern auf seine Bilanz verwies. Die Mischung aus Verletzlichkeit und Selbstinszenierung ist ein Muster, das sich durch seine gesamte Karriere zieht – und sie zeigt sich auch in seinem Spitznamen CR7, der längst zur Marke und zum Maßstab für portugiesischen Fußball geworden ist.
Ob Ronaldos Karriere in der Nationalelf tatsächlich endet, werden die kommenden Wochen zeigen. Fest steht, dass Portugal nach dem Ausscheiden gegen Spanien nicht nur eine sportliche, sondern auch eine symbolische Zäsur verarbeitet: den Abschied eines Spielers, der das Land über mehr als zwei Jahrzehnte geprägt hat wie kaum ein anderer.
Fragen & Antworten
Wie ist Cristiano Ronaldo bei der WM 2026 ausgeschieden?
Portugal verlor im Achtelfinale in Dallas mit 0:1 gegen Spanien. Für Ronaldo war es das 27. und letzte WM-Spiel seiner Karriere.
Welche Titel hat Cristiano Ronaldo mit Portugal gewonnen?
Mit Portugal gewann Ronaldo nachweislich die Europameisterschaft 2016 und laut den Berichten zweimal die UEFA Nations League. Einen WM-Titel holte er nicht.
Wer soll Nachfolger von Trainer Roberto Martinez werden?
Nach Medienberichten soll Jorge Jesus, bis Juni Coach bei Ronaldos Klub Al-Nassr, das portugiesische Nationalteam übernehmen.
Ronaldo WM-Aus: Tränen nach Spanien-Pleite – Karriereende? | nachrichten360