Lissabon, 17 Juni 2026

Der spanische Trainer Roberto Martínez wird nach der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko als Cheftrainer der portugiesischen Nationalmannschaft aufhören, wie Ben Jacobs und das Portal TalkSport berichten.

Der 52-Jährige hatte das Amt 2023 übernommen und führt die Mannschaft durch das bevorstehende Turnier. Sein Vertrag läuft im Juli aus, sodass der Schritt unmittelbar nach dem Ende der WM erfolgen soll. Dem Bericht zufolge plant Martínez, in den Clubfußball zurückzukehren, insbesondere in die englische Premier League.

Martínez war zuvor von 2016 bis 2022 belgischer Nationaltrainer, bevor er zur portugiesischen „Seleção“ wechselte. Während seiner Amtszeit in Portugal erreichte das Team bei der Europameisterschaft das Viertelfinale und sicherte sich 2025 den Titel in der UEFA Nations League. Portugal, das 2016 Europameister wurde, wartet indes weiter auf einen ersten Weltmeistertitel.

Stationen einer Trainerlaufbahn

Die Mannschaft um Superstar Cristiano Ronaldo bestreitet ihr erstes WM-Spiel am Mittwoch um 19:00 Uhr gegen die Demokratische Republik Kongo; die Übertragung läuft im ZDF und bei Magenta TV. Die Kongolesen gelten in dieser Partie als Außenseiter.

Gelingt Portugal der lange ersehnte erste WM-Titel, wäre dies aus Sicht des Berichts ein idealer Abschied für den Coach. Die Endrunde wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen und bietet für Martínez die letzte Bühne im Amt.

Der Schritt kommt für Beobachter nicht überraschend, da Martínez schon länger den Wunsch nach einer Rückkehr in den Vereinsfußball geäußert haben soll. In seiner bisherigen Karriere war er unter anderem als Cheftrainer beim FC Everton in der Premier League tätig.

Ausgangslage vor der WM

Mit der anstehenden WM erhält die „Seleção“ zugleich die Chance, eine jahrzehntelange Durststrecke bei Weltmeisterschaften zu beenden. Portugal war bei früheren Endrunden jeweils früh ausgeschieden, ein Finale oder Halbfinale blieb dem Land bislang verwehrt.

Für Martínez persönlich wäre der Titelgewinn nach den Nations-League-Erfolgen ein weiterer Höhepunkt einer Trainerlaufbahn, die ihn von Everton über Belgien nach Portugal geführt hat. Eine offizielle Bestätigung seines Abschieds steht bisher aus, die Berichte stützen sich auf Aussagen gegenüber TalkSport und dem Journalisten Ben Jacobs.

Reaktionen und offene Fragen

Die portugiesische Fußballföderation äußerte sich zunächst nicht zu den Medienberichten. Beobachter rechnen damit, dass die Suche nach einem Nachfolger erst nach dem Turnierbeginn konkret wird, damit Martínez das Team vollständig durch die WM begleiten kann.

Sollte Martínez tatsächlich in die Premier League zurückkehren, gilt der englische Fußball bereits seit Jahren als sein bevorzugtes Betätigungsfeld. Dort sammelte er Erfahrungen als Spieler und als Trainer bei Everton, bevor er den Schritt in den Nationalmannschaftsbereich wagte.