Das gesetzliche Rentenalter in Deutschland erhöht sich seit 2012 schneller als die Lebenserwartung, wie aktuelle Daten zeigen. Seit 2012 ist das Renteneintrittsalter um mehr als ein Jahr gestiegen, während die Lebenserwartung bis 2030 voraussichtlich nur um ein Jahr bei Männern und acht Monate bei Frauen zulegen wird. Die tatsächliche Rentenstartgrenze hat sich im letzten Jahrzehnt um etwa 1,3 Jahre verschoben und soll bis 2030 auf 67 Jahre angehoben werden. "Dass Menschen länger arbeiten müssen, weil sie länger leben, stimmt einfach nicht", sagte Sarah Vollath von der Linken. Die Unterschiede in der Lebenserwartung sind regional deutlich: Frauen in Baden-Württemberg leben mit 65 Jahren im Schnitt noch 21,5 Jahre, im Saarland dagegen nur 20,2 Jahre. Bei Männern zeigt sich ein ähnliches Bild: In Baden-Württemberg beträgt die verbleibende Lebenserwartung für 65-Jährige 18,6 Jahre, in Sachsen-Anhalt hingegen nur 16,6 Jahre. Generell ist die Lebenserwartung für Männer in Westdeutschland höher als in Ostdeutschland. Die Debatte um die Rentenreform wird durch diese Diskrepanzen weiter angeheizt, insbesondere da die Anpassungen des Rentenalters nicht gleichmäßig mit der steigenden Lebenserwartung verlaufen.