Red Bull Salzburg steht laut Medienberichten kurz vor einer Einigung mit dem deutschen Trainer Danny Röhl, der derzeit noch bei den Glasgow Rangers unter Vertrag steht und in Salzburg die Nachfolge von Daniel Beichler antreten soll.

Nach dem titellosen Abschluss der vergangenen Saison unter Daniel Beichler, der nach 14 Spielen als Cheftrainer entlassen wurde, sucht Red Bull Salzburg seit Wochen intensiv nach einem neuen Übungsleiter. Sportdirektor Marcus Mann leitet die Suche, die nach Angaben von Sky inzwischen weit fortgeschritten ist. Demnach stehen nur noch letzte Details aus, ehe Röhl in Salzburg unterschreiben könnte. Auch eine Einigung mit den Glasgow Rangers gilt als wahrscheinlich, wobei Salzburg für den noch bis 2028 laufenden Vertrag eine Ablöse zahlen müsste.

Hintergrund: Röhls Stationen im Red-Bull-Netzwerk

Röhl, geboren am 28. April 1989, ist im Red-Bull-Netzwerk kein Unbekannter. Bereits bei RB Leipzig war er unter Ralf Rangnick als Videoanalyst tätig und arbeitete später dort auch als Co-Trainer unter Ralph Hasenhüttl. Diese Stationen haben ihm laut übereinstimmenden Berichten eine hohe Reputation innerhalb der Red-Bull-Gruppe eingebracht, was die Gespräche mit Salzburg offenbar erleichtert hat. In der vergangenen Saison stand Röhl zudem auf der Liste von RB Leipzig, das sich jedoch für Ole Werner entschied.

Seine bisherige Karriere als Cheftrainer begann Röhl vor rund drei Jahren beim englischen Klub Sheffield Wednesday, wo er sich einen Namen machte. Von dort wechselte er im Oktober 2023 in die schottische Premiership zu den Glasgow Rangers. Mit den Rangers belegte er in der abgelaufenen Spielzeit den dritten Platz hinter Celtic und Heart of Midlothian und erreichte im Schnitt 1,83 Punkte pro Partie über 40 Spiele. Sein Vertrag in Glasgow läuft noch bis 2028.

Stationen als Assistent unter Hansi Flick

Bevor Röhl eigene Teams übernahm, sammelte er als Assistent umfangreiche Erfahrung an der Seite von Hansi Flick. Beim FC Bayern München war er Teil des Stabs, der in der Saison 2019/20 das Triple aus Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League gewann. Anschließend folgte er Flick zur deutschen Nationalmannschaft, wo er ebenfalls als Co-Trainer fungierte. Zudem arbeitete Röhl bei Southampton in England mit Ralph Hasenhüttl zusammen.

In Salzburg steht Röhl vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Der Klub wartet seit drei Jahren auf einen Meistertitel und liegt in der österreichischen Bundesliga aktuell auf dem dritten Tabellenplatz. Der Kader umfasst 30 Spieler mit einem Gesamtmarktwert von 126,95 Millionen Euro. Der letzte Zugang war Damir Redzic. Mann hatte bereits im Sommer einen umfassenden Umbruch eingeleitet, in dessen Verlauf mehrere Co-Trainer, Kaderplaner und Betreuer den Verein verlassen haben.

Zeitdruck vor dem Trainingsstart

Der Zeitdruck bei der Suche ist hoch. Die Spieler von Red Bull Salzburg sollen am Dienstag mit den Leistungstests in die Vorbereitung auf die neue Saison starten. Der neue Cheftrainer wird spätestens am Mittwoch zur ersten Trainingseinheit erwartet. Damit bleibt den Verantwortlichen nur noch wenig Zeit, um die Personalie endgültig unter Dach und Fach zu bringen.

Ausblick auf einen möglichen Wechsel

Schon jetzt beschäftigen sich die Glasgow Rangers laut schottischen Medienberichten mit der Nachfolge Röhls. "Laut schottischen Medien sind die Rangers bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für Röhl", heißt es in den Berichten. Der Kader der Rangers umfasst 26 Spieler, zuletzt war Ryan Naderi verpflichtet worden; der Marktwert des Teams liegt bei 156,80 Millionen Euro. In der aktuellen Tabelle der Scottish Premiership belegen die Rangers Rang zwei.

Sollte sich die Einigung mit Salzburg konkretisieren, würde Röhl innerhalb des Red-Bull-Kosmos den nächsten Karriereschritt machen. Beobachter werten einen Wechsel nach Salzburg auch als mögliche Sprungbrett-Station: "die Verhandlungen mit Salzburg scheinen bereits weit fortgeschritten", schreibt Sky. Sollte Röhl in Österreich erfolgreich arbeiten, könnte sich für ihn laut Berichten perspektivisch auch die Tür zu RB Leipzig wieder öffnen, wo er einst als Videoanalyst begonnen hatte. Ralf Rangnick ist mittlerweile Cheftrainer der österreichischen Nationalmannschaft.