Eine 30-jährige Radfahrerin aus dem bayerischen Penzberg ist rund drei Wochen nach einem schweren Verkehrsunfall auf der Passstraße über den Sellajoch in Trentino an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben, in den auch der ehemalige Südtiroler Skirennfahrer Peter Runggaldier verwickelt war.
Hergang des Unfalls am Sellajoch
Nach Angaben aus Medienberichten erlag die Frau ihren schweren Verletzungen in einer bayerischen Klinik. Die 30-Jährige war nach dem Unfall zunächst im Krankenhaus San Maurizio in Bozen behandelt und später in eine Klinik in Bayern verlegt worden. Runggaldier selbst hatte ebenfalls mehrere Knochenbrüche erlitten und war mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Santa Chiara in Trient geflogen worden.
Der Unfall hatte sich am 23. Juni auf der Landesstraße über den Sellajoch in Trentino ereignet. Runggaldier, der mit seinem Motorrad auf der Passstraße in Richtung Pordoijoch nahe Canazei unterwegs war, war mit der Radfahrerin zusammengestoßen. Die Frau sei durch die Wucht des Aufpralls auf die Fahrbahn geschleudert und anschließend mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus nach Bozen gebracht worden, hieß es.
Erste Zeugenaussagen ergaben demnach keinen Hinweis darauf, dass Runggaldier mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei. Ein Alkoholtest fiel negativ aus. Runggaldier habe nach dem Unfall kooperiert, den Ermittlern bei der Rekonstruktion des Geschehens geholfen und wiederholt nach dem Gesundheitszustand der verletzten Frau gefragt, berichten die Medien.
Die Verunglückte: Bergführerin und Influencerin aus Penzberg
Die 30-Jährige war als Bergführerin, Bloggerin und Outdoor-Influencerin bekannt. Sie befand sich nach Angaben aus den Berichten mit ihrem Mann auf einer Radtour durch die Dolomiten. Das Paar hatte Südtirol als Hochzeitsort gewählt und wollte die Flitterwochen mit sportlichen Aktivitäten in den Bergen verbringen. Den Unglückstag selbst verbrachte die junge Frau nach Medienangaben auf den Flitterwochen in Trentino.
Bei dem Unfall handelte es sich um eine Frontalkollision zwischen dem Motorrad des Ex-Skirennfahrers und dem Rad der Deutschen. Die genauen Umstände und die endgültige Schuldfrage sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen der zuständigen italienischen Behörden.
Ermittlungen und Zeugenaussagen
Der Sellajoch gehört zu den bekanntesten und am stärksten frequentierten Pässen der Dolomiten und verbindet das Grödnertal mit dem Fassatal. In den Sommermonaten nutzen zahlreiche Motorradfahrer und Radsportler die serpentinenreiche Strecke. Die zuständigen Behörden hatten unmittelbar nach dem Unfall Ermittlungen aufgenommen.
Für Runggaldier markiert der Unfall einen tiefen Einschnitt in seinem Leben nach dem Spitzensport. Der Südtiroler hatte in den 1990er-Jahren zahlreiche Erfolge im Ski-Weltcup gefeiert, vor allem in den Disziplinen Abfahrt und Super-G. 1995 gewann er den Super-G-Weltcup, 1991 hatte er bei den Weltmeisterschaften die Silbermedaille in der Abfahrt geholt.
Runggaldier: Skirennkarriere in den 1990er-Jahren
Die Nachricht vom Tod der jungen Frau löste in Südtirol und in der deutschen Radsport- und Outdoor-Szene Bestürzung aus. In sozialen Medien gedachten Weggefährten und Follower der Verstorbenen als leidenschaftlicher Bergsportlerin, die ihre Erlebnisse in den Alpen mit einer großen Community geteilt hatte.
Runggaldier hatte sich nach ersten Informationen an der Unfallstelle besorgt um die Radfahrerin gezeigt und deren Gesundheitszustand erfragt. Nach dem Unglück geriet er zwischenzeitlich in den Fokus der italienischen Ermittlungen, wobei die Staatsanwaltschaft laut den vorliegenden Berichten keine Hinweise auf ein Fehlverhalten des Motorradfahrers sieht.
Die genauen Hintergründe des Unfalls, insbesondere die Frage, wie es trotz der übersichtlichen Passstraße zu der schweren Kollision kommen konnte, werden nach Angaben der Ermittler weiter geprüft. Auch die Frage, ob möglicherweise äußere Umstände wie Witterung oder Sichtverhältnisse eine Rolle spielten, steht im Raum.