Polizei zieht Bilanz zum Nova Rock 2026: 104 Führerscheine abgenommen, Festival verlief friedlich
Nickelsdorf, 16 Juni 2026
Alfred Nitsch / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 at
Kurzfassung
Die Polizei hat am Dienstag die Bilanz der Schwerpunktkontrollen rund um das Nova Rock Festival 2026 in Nickelsdorf veröffentlicht. Insgesamt 104 Führerscheine wurden abgenommen, 152 Diebstähle angezeigt – das Festival selbst verlief laut Behörden weitgehend friedlich.
Nickelsdorf, 16 Juni 2026
Die Landespolizeidirektion Burgenland hat am Dienstag die Bilanz der mehrtägigen Schwerpunktkontrollen rund um das Nova Rock Festival 2026 in Nickelsdorf veröffentlicht, bei denen 104 Führerscheine abgenommen und 67 alkoholisierte oder berauschte Lenker aus dem Verkehr gezogen wurden.
Schwerpunktkontrollen am Kontrollpunkt Bruck
Das Nova Rock Festival fand von 11. bis 14. Juni in Nickelsdorf im Bezirk Neusiedl am See statt und ist nach Angaben der Polizei Österreichs größtes Rockfestival. Vier Tage lang feierten demnach rund 50.000 Besucher*innen täglich beim Nova Rock Festival in Nickelsdorf. Die Landespolizeidirektion Burgenland veröffentlichte am Dienstag die statistische Auswertung der polizeilichen Einsätze rund um die Veranstaltung.
Im Zentrum der Bilanz stand eine mehrtägige Schwerpunktkontrolle am Verkehrskontrollpunkt Bruck an der Leitha entlang der A4 Ostautobahn. Bei einer mehrtägigen Schwerpunktkontrolle am Verkehrskontrollpunkt Bruck an der Leitha wurden laut Polizei 1.835 Alkoholvortests durchgeführt, wobei 67 Lenkerinnen und Lenker wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss auffielen.
Aufgeschlüsselt wurde dabei zwischen Alkohol und Suchtmitteln: Darunter befanden sich 22 alkoholisierte Lenker*innen, sowie 45 Personen, die laut Polizei durch Suchtmittel beeinträchtigt waren. Bei 565 Alkotests wurden vier alkoholisierte Lenker erwischt, von 86 klinischen Untersuchungen zeigten 80 Fahrzeuglenker Beeinträchtigungen durch Suchtgift.
Zusätzlich verweigerten neun weitere die Untersuchung überhaupt. Zwölf der gestoppten Lenker wiesen laut Statistik einen Blutalkoholgehalt von mehr als 0,5 Promille auf, bei vier Lenkerinnen und Lenkern wurde eine mangelnde körperliche und geistige Eignung zum Lenken von Fahrzeugen festgestellt und bestraft.
104 Führerscheine abgenommen
Die Polizei zog im Zuge der Operation 104 Führerscheine ab, wie aus den Daten hervorgeht: 104 Führerscheine wurden abgenommen. Zusätzlich wurden 17 Kennzeichen abgenommen, da die Fahrzeuge erhebliche technische Mängel aufwiesen oder ihre Lenker durch schwere Verkehrsverstöße aufgefallen waren.
Einen besonderen Schwerpunkt bildeten technische Kontrollen der Fahrzeuge. Insgesamt 30 technische Überprüfungen durch staatliche Verkehrssachverständige ergaben 100 schwere technische Mängel und 50 Mängel, die eine unmittelbare Gefahr darstellten. Die Polizei wertete diese Zahlen als deutlichen Hinweis auf die Bedeutung solcher Kontrollen: Die hohe Anzahl an festgestellten schweren Fahrzeugmängeln verdeutlicht die Bedeutung und Notwendigkeit der durchgeführten technischen Kontrollen. Dadurch konnten potenzielle schwere Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem An- und Abreiseverkehr des Festivals verhindert werden.
Illegales Rennen mit 233 km/h auf der A4
Besonders schwer wog ein Vorfall auf der A4: Zwei Lenker lieferten sich auf der A4 ein illegales Straßenrennen mit über 233 km/h – beide Führerscheine sofort weg. Die Polizei schilderte den Vorgang mit den Worten: Die beiden Lenker lieferten sich ein Straßenrennen auf der A4 mit einer Geschwindigkeit von über 233 km/h, weshalb die Führerscheine vorläufig abgenommen wurden.
Neben den Verkehrskontrollen kam es am Festivalgelände selbst zu Anzeigen wegen Suchtmittel-Delikten. Insgesamt 21 Anzeigen wurden nach dem Suchtmittelgesetz erstattet. Auf dem Festivalgelände waren Diebstähle die häufigste Deliktsform: Die meisten Anzeigen auf dem Festivalgelände betrafen Diebstähle. Insgesamt wurden 152 Fälle registriert.
Diebstähle und Suchtmittelanzeigen am Gelände
Die Sicherheitsbehörden zeigten sich mit der Gesamtlage dennoch zufrieden. Aus Sicht der Polizei verlief Österreichs größtes Rockfestival heuer weitgehend friedlich und ohne größere Zwischenfälle. Auch das Verkehrskonzept für An- und Abreise habe sich bewährt und für einen weitgehend reibungslosen Ablauf gesorgt. Ein Schwerpunkt lag zudem auf Verkehrskontrollen rund um das Festivalgelände.
Trotz dieser Verstöße fällt die Bilanz der Exekutive insgesamt positiv aus, hieß es in der Aussendung. Die verstärkte Polizeipräsenz habe wesentlich zur Sicherheit auf dem Festivalgelände und im Straßenverkehr beigetragen, bilanzierte die Landespolizeidirektion. Die Behörde sieht darin den Nutzen der koordinierten Aktion bestätigt.
Polizeiliche Bilanz fällt positiv aus
Die Kontrollen waren personell breit aufgestellt. Während des Festivals standen täglich bis zu 240 Polizist*innen sowie Sicherheitskräfte im Einsatz. Insgesamt waren 55 österreichische Polizisten im Einsatz, unterstützt von 18 deutschen und zwei Schweizer Beamten sowie Ärzten des niederösterreichischen Ärztepools, die klinische Untersuchungen der Fahrzeuglenker vornahmen.
Auch andere heimische Dienststellen unterstützten die Aktion. So stellten Kräfte der Landespolizeidirektion Niederösterreich 46 Beamtinnen und Beamte, die Wiener Landesverkehrsabteilung sieben und das Bezirkspolizeikommando Wels zwei weitere. Insgesamt griffen damit Polizeikräfte aus nahezu allen österreichischen Bundesländern in die Kontrollen ein. Auch die internationale Zusammenarbeit mit den deutschen und Schweizer Kollegen habe sich bewährt, hieß es.
Breite nationale und internationale Unterstützung
Die Sicherheitsbehörden nahmen im Zuge der Operation zudem Kautionen in Höhe von rund 15.000 Euro ein. Diese Summe stammt aus vor Ort eingehobenen Sicherheitsleistungen bei diversen Verwaltungsübertretungen. Die Behörde wertete dies als routinemäßigen Bestandteil der Exekutivarbeit.
Hintergrund der Schwerpunktaktion war die in den Vorjahren immer wieder hohe Zahl an alkoholisierten oder berauschten Lenkern rund um das Festivalgelände. In den vergangenen Jahren war am Standort zudem eine Verschiebung vom Alkoholkonsum hin zum Suchtmittelkonsum bei den gestoppten Fahrzeuglenkern beobachtet worden. Diese Entwicklung floss in die Planung der heurigen Kontrollen ein.
Mit dem Verkehrskonzept für An- und Abreise zeigte sich die Polizei zufrieden. Auch das Verkehrskonzept für An- und Abreise habe sich bewährt und für einen weitgehend reibungslosen Ablauf gesorgt. Damit sei ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit auf Straßen und am Festivalgelände geleistet worden, so die Exekutive abschließend.
Fragen & Antworten
Wo fand die Schwerpunktkontrolle zum Nova Rock 2026 statt?
Die mehrtägige Schwerpunktkontrolle wurde am Verkehrskontrollpunkt Bruck an der Leitha an der A4 Ostautobahn durchgeführt, einem zentralen Anreisepunkt zum Festivalgelände in Nickelsdorf.
Wie viele Führerscheine wurden rund um das Nova Rock 2026 abgenommen?
Insgesamt wurden im Zuge der Operation 104 Führerscheine abgenommen, 17 Kennzeichen sichergestellt und Sicherheitsleistungen von rund 15.000 Euro eingehoben.
Warum kam es zu den verstärkten Kontrollen rund um das Nova Rock 2026?
Die Landespolizeidirektion Burgenland begründete die Aktion mit der in den Vorjahren immer wieder hohen Zahl an alkoholisierten oder berauschten Lenkern rund um das Festival sowie einer Verschiebung hin zu Suchtmittelkonsum.
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