Partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026 über Österreich und Mitteldeutschland – danach Perseiden am Nachthimmel
Wien, 28. Juli 2026
Manfred Werner - Tsui / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0
Kurzfassung
Am Mittwoch, dem 12. August 2026, schiebt sich der Mond vor die Sonne und nimmt ihr einen großen Teil ihres Glanzes. In Österreich und in Mitteldeutschland beginnt die partielle Sonnenfinsternis am späten Abend, das Maximum liegt um etwa 20:10 bis 20:17 Uhr, danach erreicht der Perseiden-Meteorstrom in der mondlosen Nacht sein Maximum.
Am Abend des 12. August 2026 ist über Österreich und Mitteldeutschland eine tiefe partielle Sonnenfinsternis zu sehen, an die sich unmittelbar das Maximum des Perseiden-Meteorstroms in einer mondlosen Nacht anschließt.
Am Mittwoch, dem 12. August 2026, schiebt sich der Mond vor die Sonne und nimmt ihr einen großen Teil ihres Glanzes. Das Himmelsereignis beginnt in Österreich zwischen 19:21 und 19:25 Uhr, in Mitteldeutschland zwischen 19:16 Uhr in Magdeburg und 19:19 Uhr im Vogtland: Der Mond berührt den Sonnenrand.
Das Maximum erlebt man fast überall zwischen 20:10 und 20:12 Uhr in Mitteldeutschland. Gegen 20:00 Uhr sind rund 70 Prozent der Sonne verdeckt, Astronomen geben meist die „Größe“ der Finsternis an: wie tief sich der Mond, gemessen am Sonnendurchmesser, vor die Sonne schiebt. Das sind hier 0,88 – also 88 Prozent. Wer dagegen die bedeckte Fläche angibt, kommt auf einen kleineren Wert, in diesem Fall rund 86 Prozent. In Wien werden mehr als 89 Prozent der Sonne verfinstert, verdeckt sind je nach Ort zwischen 85,2 Prozent (Weißwasser) und 87,1 Prozent (Sonneberg und Suhl).
Verlauf am Abend: knapp über dem Horizont
Der spannendste Teil fällt allerdings genau mit dem Sonnenuntergang zusammen. Deshalb dürften das fahle Licht und eine spürbare Abkühlung weniger deutlich auffallen als bei einer Finsternis mitten am Tag. Im Maximum der Finsternis steht die Sonne nur noch 1,7 bis 4,1 Grad über dem Horizont – die Breite des kleinen Fingers am ausgestreckten Arm deckt etwa ein Grad ab. In Görlitz verschwindet sie schon um 20:27 Uhr hinter dem Horizont, da ist sie noch zu 56 Prozent verfinstert. Leipzig verliert sie um 20:38 Uhr bei 34 Prozent, Eisenach hat mit 20:46 Uhr am längsten etwas davon.
Laut Österreichischem Astronomischem Verein ist das in Wien die stärkste Verfinsterung seit dem 11. August 1999. So tief war eine Sonnenfinsternis über Deutschland seit dem 11. August 1999 nicht mehr, und die nächste totale kommt erst 2081. Auch der letzte Kontakt bleibt österreichweit unsichtbar, weil die Sonne davor untergeht. Für Graz ist der Start am 12. August 2026 um 19.24 Uhr angegeben, die größte sichtbare Phase wird dort um 20.11 Uhr erreicht, um 20.14 Uhr ist das Schauspiel vorbei. Insgesamt dauert die partielle Sonnenfinsternis in Graz rund 50 Minuten, dann zieht der Horizont den Vorhang zu.
Perseiden in mondloser Nacht
Eine Sonnenfinsternis gibt es immer nur bei Neumond – und Neumond heißt: kein Mondlicht in der Nacht. „Allerdings ist ein sehr dunkler Sonnenuntergang zu erwarten, wenn das Wetter mitspielt“, so der Österreichische Astronomische Verein. Die Perseiden erreichen ihr rechnerisches Maximum am 12. August gegen 18:47 Uhr, sichtbar wird das Spektakel aber erst nach Einbruch der Dunkelheit – wirklich dunkel wird es erst zwischen 22:56 Uhr in Dresden und 23:15 Uhr in Magdeburg, und schon gegen halb vier dämmert es wieder. Weil eine Sonnenfinsternis nur bei Neumond stattfinden kann, stört in dieser Nacht kein helles Mondlicht den Blick auf die Sternschnuppen.
In der Nacht auf den 13. August erreicht auch der Perseiden-Meteorstrom sein Maximum – die Perseiden mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Der Ausgangspunkt der Sternschnuppen im Sternbild Perseus steigt von etwa 22 Grad um 21 Uhr auf 64 Grad um 4 Uhr. Im Maximum sind dann in dunklen, klaren Stunden viele schnelle, helle Meteore zu erwarten, die aus einer Richtung am Himmel zu kommen scheinen.
Beobachtungstreffpunkte in Mitteldeutschland
Mindestens 19 Veranstalter laden zum Mitschauen ein. Das Astronomiemuseum Sonneberg sagt seinen Gästen offen, dass die Finsternis vom Sternwartenberg aus kaum zu sehen sein wird – und macht den Abend kurzerhand zur Sternschnuppennacht. Der Astroclub Radebeul verlegt seine Beobachtung komplett zur höher gelegenen Sternwarte Gönnsdorf. Die Sternwarte Zwickau kann von ihrem eigenen Gelände aus nichts sehen und baut an der Ebersbrunner Straße auf. Crimmitschau fährt auf ein Freigelände bei Thonhausen, das Planetarium Kanena sucht noch einen geeigneten Platz.
In Weißwasser lädt die Station für Technik, Naturwissenschaften und Kunst zum Familienfest am Turm am Schweren Berg. Auf dem Bieleboh bei Beiersdorf, dem Berg der sorbischen Lichtgottheit Belobog, gibt es einen Klangkunsttag mit Konzerten bis Mitternacht. An der Krabat-Mühle in Hoyerswerda-Schwarzkollm trifft Astrophysik auf die sorbische Sagenwelt, mit Basteltischen, Experimenten und dem Deutschen Zentrum für Astrophysik als Partner.
Sicherer Blick zur Sonne
Astronomen warnen: in die Sonne schaut man nur durch eine geprüfte Sonnenfinsternisbrille nach der Norm ISO 12312-2. Sonnenbrillen, berußtes Glas, Rettungsfolie oder belichtete Filme schützen nicht. Zudem gilt: niemals durch Fernglas oder Teleskop in die Sonne schauen, wenn nicht ein passender Filter vorn auf der Optik sitzt. Die Schutzbrille ans Okular zu halten, genügt nicht.
Wer vor Ort ist, kann auf der Webseite „time and date“ seinen Wohnort eingeben und prüfen, wann die Sonnenfinsternis bei ihm beginnt und wie sie ungefähr aussehen wird. Die ersten Orte starten bereits gegen 19.21 Uhr, andere folgen wenige Minuten später. Am Ende entscheidet also nicht nur der Mond, sondern auch die Wolkendecke über die Vorstellung.
Nächste Mondfinsternis am 28. August
Schon wenige Tage später folgt am Morgen des 28. August ein zweites Highlight: Am Morgen des 28. August wandert der Mond zu 94 Prozent in den Kernschatten der Erde, es fehlt also fast nichts zur totalen Mondfinsternis. Ab 4:33 Uhr ist das gut zu verfolgen, dann steht der Mond noch 14 Grad hoch in Westsüdwest. Der verfinsterte Mond geht unter, ehe das Schauspiel zu Ende ist – zwischen 6:17 Uhr in Dresden und 6:28 Uhr in Erfurt, fast gleichzeitig mit dem Sonnenaufgang.
Fragen & Antworten
Wann beginnt die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in Österreich und Mitteldeutschland?
Die Verfinsterung beginnt in Österreich zwischen 19:21 und 19:25 Uhr, in Mitteldeutschland zwischen 19:16 Uhr in Magdeburg und 19:19 Uhr im Vogtland, wenn der Mond den Sonnenrand berührt.
Wie viel der Sonne wird am 12. August 2026 bedeckt?
Über Mitteldeutschland werden je nach Ort 85,2 bis 87,1 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche verdeckt; Astronomen geben die Größe der Finsternis mit 0,88 – also 88 Prozent des Sonnendurchmessers – an. In Wien werden mehr als 89 Prozent der Sonne verfinstert.
Warum stört der Mondlicht-Himmel die Perseiden in dieser Nacht nicht?
Eine Sonnenfinsternis gibt es immer nur bei Neumond – und Neumond heißt: kein Mondlicht in der Nacht. So bleibt der Himmel in der Maximum-Nacht dunkel und die bis zu 100 Perseiden pro Stunde sind gut zu sehen.
Sonnenfinsternis 12. August 2026: Uhrzeiten & Perseiden | nachrichten360