Madrid, 06 Juni 2026

Papst Leo XIV. hat am Samstag zu Beginn seines einwöchigen Besuchs in Spanien im Königspalast in Madrid Politiker, Diplomaten und Kleriker davor gewarnt, die "Flammen der Polarisierung" weiter zu schüren, und zu mehr Investitionen in Bildung und Zivilgesellschaft aufgerufen.

Der amerikanische Papst, der die katholische Kirche seit Mai des Vorjahres leitet, traf am Samstag in der spanischen Hauptstadt ein und wurde von König Felipe VI., Königin Letizia und Ministerpräsident Pedro Sánchez empfangen. Zehntausende Menschen hatten sich an den Straßen Madrids versammelt, um den Pontifex zu begrüßen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm: Allein in Madrid sind nach Behördenangaben mehr als 14.000 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.

In seiner programmatischen Rede vor Vertretern des Staates, der Zivilgesellschaft und des diplomatischen Corps warnte der 70-jährige Leo XIV. vor einer wachsenden Versuchung, durch das Schüren von Polarisierung an Beliebtheit zu gewinnen. Die Menschlichkeit drohe im digitalen Zeitalter Schaden zu nehmen, kritisches Denken werde geschwächt, und mächtige Interessen "säen tödliche Impulse".

Appell gegen Spaltung und digitale Verrohung

Konkreter wurde der Papst, als er Spaniens Politik für Investitionen in Schulen, Hochschulen und Forschung lobte und zugleich eine "Kurswende" anmahnte. Sicherheit entstehe nicht durch Waffen und Mauern, sondern wenn Menschen "gemeinsam vorangehen, gemeinsam wachsen, Seite an Seite", sagte er. Vor dem Hintergrund der Polarisierung in Europa verwies Leo XIV. auf die historische Erfahrung Spaniens, in der Christen, Muslime und Juden über Jahrhunderte Räume der Begegnung geschaffen hätten.