Papst Leo XIV. hat am Montag im Vatikan seine erste Enzyklika mit dem Titel 'Magnifica Humanitas' veröffentlicht und darin eindringlich vor den sozialen und ethischen Risiken Künstlicher Intelligenz gewarnt.

Historischer Rahmen und prominente Gäste

Das mehr als 100 Seiten starke Lehrschreiben trägt den Untertitel 'Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz'. Es erscheint genau 135 Jahre nach der Sozialenzyklika 'Rerum novarum' von Papst Leo XIII., die einst die katholische Soziallehre begründete.

Leo XIV., der erste Papst aus den Vereinigten Staaten, ist seit Mai des Vorjahres Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken weltweit. Eine erste Enzyklika gilt traditionell als programmatisches Regierungsdokument eines Pontifikats.

Bei der Präsentation im Vatikan war der 70-Jährige persönlich anwesend – ein Novum für die katholische Kirche. Auch der Mitgründer des US-KI-Unternehmens Anthropic, Chris Olah, nahm teil; es war das erste Mal, dass ein KI-Firmenchef bei einer solchen Veröffentlichung zugegen war.

Die Enzyklika kritisiert scharf die Macht globaler Technologiekonzerne. Wörtlich heisst es: 'Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse konditionieren und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen.'