Papst Leo XIV. ist am Samstag zu einer einwöchigen Reise in Spanien eingetroffen und hat bei seinem ersten großen Auftritt im Madrider Königspalast vor wachsender gesellschaftlicher Polarisierung gewarnt.

Bei seiner Ankunft in Madrid wurde der Pontifex von König Felipe VI., Königin Letizia und dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez begrüßt. Tausende Menschen hatten sich nach Behördenangaben an den Straßen der Hauptstadt versammelt, um den Papst willkommen zu heißen. Allein in Madrid sind laut Behörden mehr als 14.000 Polizeibeamte zum Schutz des Kirchenoberhaupts im Einsatz.

Großer Empfang und strenge Sicherheitsvorkehrungen

Das Motto des rund einwöchigen Aufenthalts lautet „Erhebt den Blick“. Im Zentrum der Reise stehen Begegnungen mit Gläubigen, Politikern und Vertretern der Zivilgesellschaft sowie zwei große Open-Air-Veranstaltungen. An der Jugendvigilie am Samstagabend auf der Plaza de Lima in Madrid nahmen nach Schätzungen der spanischen Behörden rund 500.000 Menschen teil; die Veranstalter sprachen von 600.000 Teilnehmern.

Im Königspalast hielt der Papst vor Politikern, Diplomaten und Geistlichen eine Grundsatzrede. Er warnte, die Versuchung, „durch das Schüren von Polarisierung an Popularität zu gewinnen“, scheine eher zu- als abzunehmen, und die „Menschenwürde werde weiterhin verletzt“. Statt „fruchtloser Vereinfachungen“ forderte er eine „fruchtbare Anerkennung der Komplexität“ gesellschaftlicher Realität. Die Worte stießen im Saal auf stehenden Applaus ab, als erster erhob sich König Felipe VI.