Papst Leo XIV., das erste US-amerikanische Oberhaupt der katholischen Kirche, hat am Montag im Vatikan seine erste Enzyklika „Magnifica Humanitas“ vorgestellt und darin eindringlich vor den Risiken der Künstlichen Intelligenz gewarnt.
Das Dokument mit dem Untertitel „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ ist mehr als 100 Seiten lang und wird als programmatische Regierungserklärung seines Pontifikats gesehen. Der 70-jährige Papst steht seit Mai des Vorjahres an der Spitze von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken.
Erstmals wohnte ein Papst persönlich der Präsentation einer Enzyklika bei – ein Novum in der Kirchengeschichte. Neben hochrangigen Kardinälen und Theologen war auch Chris Olah, Mitgründer des KI-Konzerns Anthropic mit Sitz in San Francisco, anwesend.
Macht der Tech-Konzerne im Visier
In dem Schreiben kritisiert der Papst die Macht globaler Technologiekonzerne: „Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse konditionieren und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen.“ Er warnt davor, dass die digitale Wirtschaft und der Einsatz von KI erhebliche Risiken für die Menschenwürde und die soziale Gerechtigkeit bergen.
