Papst Leo XIV. stellte am Dienstag im Vatikan persönlich sein erstes Lehrschreiben 'Magnifica Humanitas' vor, das sich auf über 100 Seiten mit den Gefahren der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzt.

Die Enzyklika, die den Untertitel 'Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz' trägt, übt scharfe Kritik an der unkontrollierten Macht großer Technologieunternehmen. 'Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse konditionieren und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen', heißt es darin.

Das Schreiben macht deutlich, dass hinter den scheinbar immateriellen KI-Systemen eine Kette von Ausbeutung und Abhängigkeit steht. 'Nichts ist in der Welt der KI immateriell oder magisch', betont der Papst und verweist auf die oft unsichtbare Arbeit von Millionen Menschen, die jeden digitalen Dienst erst möglich macht.

Die verborgenen Kosten der Digitalisierung

Die Enzyklika prangert die Ausbeutung in globalen Liefer- und Datenketten an, darunter schlecht bezahlte Datenarbeit und gefährliche Rohstoffgewinnung. Sie warnt drastisch: 'Körper werden verletzt, verstümmelt und verbraucht, damit der Rechenfluss nicht zum Stillstand kommt.'