Olivia Rodrigos neues Album: Zwischen Babydoll-Ästhetik, Selbstreflexion und einem Gastauftritt von Robert Smith
Berlin, 12. Juni 2026
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Kurzfassung
Olivia Rodrigo, 23, veröffentlicht ihr drittes Album und stellt damit ihren Ruf als eine der prägendsten Popkünstlerinnen ihrer Generation unter Beweis. Das Werk verbindet selbstreflexive Texte mit einer verspielten Girlhood-Ästhetik und enthält einen historischen Gastauftritt von The-Cure-Sänger Robert Smith.
Die kalifornische Popsängerin Olivia Rodrigo hat im Alter von 23 Jahren ihr drittes Studioalbum veröffentlicht, das mit einer Mischung aus selbstreflexiven Texten, Pop-Punk-Anleihen und einer verspielten Girlhood-Ästhetik Aufmerksamkeit erregt.
Rodrigo, die einst mit Disney-Produktionen bekannt wurde und nach Angaben des dpa-Berichts mehr als 40 Millionen Follower auf Instagram versammelt, hatte ihren Durchbruch vor fünf Jahren mit Songs wie "drivers license" und "good 4 u" sowie dem Album "Sour" gefeiert. Ihr zweites Album "Guts" erschien zwei Jahre nach "Sour" und festigte ihren Ruf als eine der wichtigsten Popstimmen ihrer Generation.
Das neue Werk trägt einen ausführlichen Titel im Stil einer Tagebuchnotiz – anders als die einwortigen Vorgängeralben – und zeigt Rodrigo auf dem Cover auf einer Schaukel, gekleidet in eine Art knappe Schuluniform. Es zeigt sie auf einer Schaukel, gekleidet in eine Art knappe Schuluniform. Diese Bildsprache verweist auf das, was der dpa-Artikel als "Girlhood"-Phänomen beschreibt.
Die Bildsprache des Albums
Mit "Girlhood" wird laut dem Artikel "eine verspielte, solidarische Feier des Mädchenseins" bezeichnet, die sich "durch nostalgische, verspielte und hyperfeminine Bildwelten – etwa Schleifen, Pastelltöne, Glitzer, Tagebuchästhetik oder analoge Fotografie – ausdrückt und zugleich Gemeinschaft, Emotionalität und Selbstfindung symbolisiert". Die Filmemacherin Sofia Coppola habe diese Ästhetik mit Filmen wie "The Virgin Suicides" vor gut 20 Jahren populär gemacht. Coppola hat diese "Girlhood" schon vor gut 20 Jahren mit Filmen wie "The Virgin Suicides" populär gemacht.
Musikalisch knüpft Rodrigo an die Pop-Punk-Klänge ihrer ersten beiden Alben an, die von Y2K-Acts wie blink-182 und Avril Lavigne inspiriert waren. Der Track "U + Me = <3" erinnert laut dem Artikel an The Cure, während die Single "the cure" stilistisch in Richtung The Smashing Pumpkins weist. Ihre neue Single "drop dead" ist das vierte Lied, das direkt auf Platz 1 der Billboard-Charts gelandet ist. Im dazugehörigen Musikvideo tanzt Rodrigo in Rüschen-Shorts durch Versailles.
Eine Besonderheit des Albums ist der erste Gastauftritt eines anderen Künstlers in Rodrigos Karriere: Robert Smith, Sänger der Band The Cure, ist auf dem Track "what's wrong with me" zu hören. Smith, der 44 Jahre älter ist als Rodrigo, hatte Rodrigo bereits bei ihrem Glastonbury-Auftritt im Vorjahr begleitet, als die beiden zwei Cure-Klassiker gemeinsam auf der Bühne performten. The Cure zählt zu Rodrigos Lieblingsbands.
Robert Smith als historischer Gast
In einem BBC-Interview hatte Smith zuvor gesagt, er liebe ihre Musik und bewundere, wie mühelos und natürlich Rodrigo beim Songschreiben wirke. Über ihren gemeinsamen Song sagte er, es sei eine Ehre gewesen, eingeladen worden zu sein. Die Zusammenarbeit unterstreicht, wie sehr die Popkultur vergangener Jahrzehnte in Rodrigos Werk weiterlebt.
Im dpa-Bericht heißt es dazu: Bestehendes auseinandernehmen, neu anordnen und mit der eigenen Perspektive aufladen: Genau so funktioniert Pop seit seinen Anfängen. Ähnlich argumentiert der Artikel mit Blick auf Taylor Swifts letzte beiden Alben, die als Beispiel dafür gelten, dass eine globale Popkünstlerin nicht zwingend regelmäßig neue Musik veröffentlichen müsse.
Debatte um Babydoll-Ästhetik und Male Gaze
Gleichzeitig steht Rodrigo im Zentrum einer Debatte um die Wahrnehmung weiblicher Popstars. Kritiker werfen ihr vor, mit Babydoll-Kleidern und kindlichen Looks unangemessene Bilder zu bedienen. Die Musikwissenschaftlerin Penelope Braune sagte der dpa dazu: "Das Problem ist doch nicht, dass eine Frau ein kurzes, verspieltes Kleid trägt. Das Problem ist viel eher eine Kultur, die weibliche Körper permanent sexualisiert und anschließend Frauen für genau diese Sexualisierung verantwortlich macht." Braune ergänzte, "Reclaiming" könne empowernd gemeint sein, bleibe aber ambivalent: "…und genau deswegen ist Reclaiming auch nie völlig frei von Ambivalenz: Es kann empowernd gemeint sein und trotzdem in einer Bildökonomie zirkulieren, die vom Male Gaze geprägt ist."
Rodrigo selbst äußerte sich im Interview mit dem "New York Times"-Podcast "Popcast" zu ihren Vorbildern: Musikerinnen wie Courtney Love, die in den 1990er-Jahren kindliche Outfits mit Combat Boots, wütenden Texten und verzerrten Gitarren verbanden, seien ihr Vorbild, sagte Rodrigo im Interview des "New York Times"-Podcasts "Popcast". Diese Musikerinnen seien ihr Vorbild, sagte Rodrigo im Interview des "New York Times"-Podcasts "Popcast". Auch gegenüber der Vogue verwies sie auf die "Riot Grrrl"-Bewegung der 1990er Jahre als stilistische Referenz.
In einem Vogue-Interview hatte Rodrigo zudem die Kritik an ihren Outfits scharf zurückgewiesen. Die Kritik an ihren Babydoll-Kleidern mache sie "wirklich wütend", führte sie aus. "Das zeigt, wie wir Pädophilie in unserer Kultur normalisieren." Gegenüber der "New York Times" sagte sie, ein Frustsong wie "begged" wäre früher mit weniger Selbstreflexion und mehr Schuldzuweisung geschrieben worden; inzwischen gehe es ihr stärker darum, eigene Erwartungen und Fehler zu untersuchen.
Vorbilder, Verteidiger und kommende Tour
Auch Courtney Love verteidigte sie gegen Vorwürfe. Love hatte sich öffentlich gegen Kritik an Rodrigo gestellt. Ähnliche Debatten gab es in der Vergangenheit auch über Popstar Sabrina Carpenter, die ebenfalls gern in Babydoll-Kleidern auftritt.
Ihre Songwriting-Partnerin ist die Produzentin Daniel Nigro, mit der Rodrigo bereits seit "Sour" zusammenarbeitet. Der erste Hit-Track "All I Want" erschien, als sie 16 Jahre alt war – ein weiterer Beleg dafür, wie früh Rodrigo ihre Karriere startete.
Kommerziell bleibt Rodrigo unangefochten: Die Termine ihrer weltweiten Tour, die sie kommendes Jahr auch nach Deutschland bringt, sind längst ausverkauft. Die Frage, die Braune aufwirft, bleibt indessen offen: Entscheidend sei, so Braune, "ob wir Olivia Rodrigo als handelnde Künstlerin ernst nehmen, oder aber, ob wir ihr sofort unterstellen, sie reproduziere bloß fremde (männliche) Fantasien?"
Fragen & Antworten
Wie heißt das neue Album von Olivia Rodrigo?
Das dritte Studioalbum trägt den ausführlichen Titel "you seem pretty sad for a girl so in love" und ist Rodrigos erstes Werk mit einem längeren, Tagebuch-notizartigen Titel nach den einwortigen Alben "Sour" und "Guts".
Wer ist als Gast auf dem neuen Album zu hören?
Robert Smith, Sänger der Band The Cure, ist auf dem Track "what's wrong with me" zu hören – es ist der erste Gastauftritt eines anderen Künstlers auf einem Olivia-Rodrigo-Album.
Warum wird Olivia Rodrigos Kleiderstil kritisiert?
Rodrigo trägt häufig Babydoll-Kleider und kindlich-verspielte Outfits, was Kritiker als unangemessen bewerten. Rodrigo und die Musikwissenschaftlerin Penelope Braune halten dem entgegen, dass nicht die Kleidung, sondern eine Kultur problematisch sei, die weibliche Körper sexualisiere und Frauen dafür verantwortlich mache.
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