Am Dienstag hat Österreich den sogenannten "Meat Exhaustion Day" erreicht – den Tag, an dem die Bevölkerung rechnerisch die jährlich empfohlene Fleischmenge bereits verbraucht hat, wie die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" mitteilte.

## Alarmierende Zahlen zum Fleischkonsum Die von der "Eat Lancet Kommission" empfohlene Jahresration von 16,4 Kilogramm Fleisch pro Kopf wurde damit bereits am 13. April überschritten. Tatsächlich liegt der durchschnittliche Verbrauch in Österreich jedoch bei 58 Kilogramm pro Person und Jahr – mehr als das Dreifache der wissenschaftlich fundierten Empfehlung.

Besonders deutlich wird das Missverhältnis am Beispiel des österreichischen Nationalgerichts: Während laut "Vier Pfoten" pro Woche nur 2,1 Schnitzel verzehrt werden sollten, landen statistisch gesehen 7,44 Schnitzel auf den Tellern. "Eigentlich müssten angesichts dieser Zahlen alle Alarmglocken schrillen", sagte Veronika Weissenböck, Kampagnenleiterin von "Vier Pfoten".

## Gesundheits- und Umweltfolgen Die exzessive Fleischproduktion und der hohe Konsum haben weitreichende Konsequenzen. "Wir müssen endlich zur Kenntnis nehmen, was dieser Exzess bedeutet: Abgesehen vom enormen Tierleid riskieren wir unsere Gesundheit und gefährden darüber hinaus unsere Umwelt massiv", betonte Weissenböck.

Eine Studie der Harvard Universität zeigt, dass eine Umstellung auf die von der "Eat Lancet Kommission" vorgeschlagene "Planetendiät" die frühzeitige Sterblichkeit um bis zu 30 Prozent reduzieren könnte. Diese Ernährungsweise wäre nicht nur gesünder, sondern würde auch die Belastung für Klima und Umwelt deutlich verringern.

## Rabattaktionen als "Brandbeschleuniger" Kritik übt "Vier Pfoten" an den gängigen Praktiken des Lebensmitteleinzelhandels: Die "allgegenwärtigen Rabattaktionen von Fleisch wirken dabei als 'Brandbeschleuniger'", so die Organisation. "Wenn tierische Lebensmittel regelrecht verramscht werden, sinkt natürlich das Bewusstsein für ihren Wert", erklärte Weissenböck.

Die Tierschutzorganisation fordert daher ein Verbot von Rabattaktionen auf Fleisch sowie eine verpflichtende Kennzeichnung aller tierischen Produkte nach Haltungsform und Herkunft – sowohl im Handel als auch in der Gastronomie. "Wer billiges Fleisch kauft, zementiert Tierqual", so Weissenböck.

Die aktuellen Daten unterstreichen die Dringlichkeit des Themas: Österreich hat nicht nur den "Fleischerschöpfungstag" erreicht, sondern auch bereits den "Overshoot Day" – den Tag, an dem die natürlichen Ressourcen des Jahres verbraucht sind. Die Debatte um nachhaltigen Konsum dürfte damit weiter an Fahrt aufnehmen.