Washington, D.C., 2. April 2026

Die US-Regierung hat neue Öl- und Gasbohrungen im Golf von Mexiko von einem zentralen Artenschutzgesetz ausgenommen, obwohl die dort lebenden Rice-Bryde-Wale vom Aussterben bedroht sind.

Hintergrund der Entscheidung

Die USA sind bereits der weltweit größte Ölproduzent und streben eine weitere Steigerung der Förderung an. Die jüngste Entscheidung, die Bohrvorhaben im Golf von Mexiko von den Auflagen des Artenschutzgesetzes zu befreien, steht im Einklang mit dieser Strategie. Der Golf von Mexiko ist eine der wichtigsten Regionen für die amerikanische Energieproduktion, doch gleichzeitig Heimat seltener Meeressäuger.

Besonders betroffen ist der Rice-Bryde-Wal, von dem nur noch etwa 50 Exemplare in der Region leben. Diese Art gilt als eines der seltensten Meeressäuger der Welt. Die Wale sind bereits durch Schiffskollisionen, den Verlust ihrer Nahrungsgrundlage und menschliche Eingriffe in ihren Lebensraum gefährdet. Die neue Ausnahmeregelung könnte diese Bedrohungen weiter verschärfen.

Kritik und Konsequenzen

Umweltschützer und Experten zeigen sich besorgt über die Entscheidung. Patrick Parenteau, ein bekannter Umweltrechtler, bezeichnete den Schritt als "kurzsichtig" und warnte vor den langfristigen Folgen für das marine Ökosystem. "Die Rice-Bryde-Wale sind bereits am Rande des Aussterbens. Jede zusätzliche Belastung könnte ihr Ende bedeuten", sagte Parenteau.