Der ÖFB-Cup startet am Wochenende mit der ersten Runde, in der Titelverteidiger LASK am Samstag um 18:00 Uhr beim Drittligisten SC Kalsdorf antritt und Red Bull Salzburg beim Regionalligisten SV Oberwart gastiert.

Hintergrund: Pokalauftakt unter ungewöhnlichen Vorzeichen

Die erste Runde des ÖFB-Cups fällt in diesem Sommer in eine ungewöhnliche Phase: Mehrere Bundesligisten stehen noch mitten in der Saisonvorbereitung. Bei den Topklubs bedeutet das, dass die Kader noch nicht eingespielt sind, Neuzugänge erste Pflichtspielminuten sammeln und aufstrebende Jungprofis sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen. Für die unterklassigen Vereine ist die Partie gegen einen Ligakonkurrenten aus dem Oberhaus die Chance auf einen großen Pokalabend.

Beim LASK, betreut von Dietmar Kühbauer, fällt die Generalprobe positiv aus: Das Team gewann ein Testspiel gegen Düsseldorf mit 2:0. „Wir werden langsam wieder zu der Mannschaft, die wir in der Saison auch benötigen werden“, wird der Trainer in den Vorbereitungsberichten zitiert. Sein Kader für die Partie in Kalsdorf ist vollzählig: Neuzugang Alessandro Schöpf, der frühere WM-Teilnehmer Andres Andrade, der genesene Moses Usor sowie Ramiz Harakate, der für Torgefahr sorgen soll, stehen zur Verfügung. Kühbauer könnte mit einem Sieg den ÖFB-Cup zum dritten Mal in Folge holen. Der Linzer Verein ist Titelverteidiger und Doppelmeister.

LASK in Kalsdorf: Titelverteidiger mit vollem Kader

Beim SC Kalsdorf, einem steirischen Drittligisten, rechnet man mit einem intensiven Pokalabend vor heimischer Kulisse. Der Verein hat zuletzt mit Personalien außerhalb des Platzes für Schlagzeilen gesorgt: Stefan Maierhofer übernahm den gegnerischen Verein Kremser SC erst wenige Tage vor dem Cupmatch als Cheftrainer. Damit kommt es in einer Nebenrolle der ersten Runde zu einem direkten Aufeinandertreffen zweier Klubs mit frisch installierten Übungsleitern, das die Aufmerksamkeit auf die zweite Reihe des steirischen Fußballs lenkt.

Salzburg in Oberwart: Röhls Pflichtspieldebüt

Parallel tritt Red Bull Salzburg auswärts beim Regionalligisten SV Oberwart an. Für Danny Röhl, der im Juni als neuer Trainer präsentiert worden war, ist es das erste Pflichtspiel auf der Salzburger Bank. Der 37-jährige Deutsche betont vor seiner Premiere die Entschlossenheit seines Kaders: „Die letzten Wochen waren sehr intensiv, die Jungs haben sehr gut mitgezogen. Jetzt freuen wir uns einfach, dass es losgeht. Wir wollen Spiele haben, wir wollen den Wettbewerb haben und wir wollen erfolgreich sein.“, so Röhl. Vor dem Spiel warnt er zudem vor der Gangart des Regionalligisten, der von Gernot Plassnegger trainiert wird: „Sie werden uns mit allen Mitteln das Leben schwer machen. Die werden gut organisiert sein.“ Auf der Ausfallsliste stehen Stefan Lainer mit Fersenproblemen und Justin Omoregie mit einer Oberschenkelverletzung.

Austria Wien in Hernals: Ausverkauftes Stadion in Dornbach

Eine weitere prominente Cup-Aufgabe wartet am Sonntag um 18:00 Uhr auf FK Austria Wien: Die Veilchen spielen beim Wiener Sport-Club in Hernals, das neue Stadion in Dornbach ist bereits ausverkauft. Austria-Kapitän Manfred Fischer warnte vor den Erfahrungswerten der Heimmannschaft und nannte die Akteure Konstantin Kerschbaumer und Rene Kriwak als Spieler, die das Spiel prägen können. Die Wiener reisen mit zusätzlicher Belastung aus einem Europapokal-Auswärtsspiel in Lettland an. Sie wollen verhindern, dass ein frühes Aus wie zuletzt in Voitsberg passiert. Übertragen wird die Partie live auf ORF 1 und im Sport24-Liveticker.

Weitere Partien und Rahmenbedingungen

Am Samstag um 17:00 Uhr ist auch der GAK gefordert: Die Grazer spielen auswärts beim Wiener Drittligisten SR Donaufeld. Komplettiert wird das Programm am Sonntag durch TSV Hartberg, das unter Markus Schopp in eine dritte Ära startet und beim SC Imst in Tirol gastiert. Rapid Wien tritt ebenfalls am Sonntag an; Trainer Johannes Hoff Thorup kündigte angesichts der Europapokal-Belastung und des ungewohnten Kunstrasens Rotationen an, peilt aber dennoch eine klare Leistung an.

Die Konstellation der ersten Runde unterstreicht die besondere Struktur des ÖFB-Cups: In 32 Partien treffen Bundesligisten auf Teams aus den drei Profiligen sowie auf regionale Vertreter. Die Auslosung gilt als Losfee für Unterklassige: Schon eine Partie kann einen Verein wirtschaftlich und sportlich über die Saison hinaus prägen.

Die Ergebnisse der ersten Runde werden am Wochenende in den Programmflächen von ORF 1 und im Sport24-Liveticker übertragen. Lose, Tabelle und Spielberichte erscheinen auf den Sportportalen unmittelbar nach Abpfiff. Schon am Mittwoch der Folgewoche setzt der ÖFB-Cup seinen Spielbetrieb mit den Nachholpartien fort.