Niederlande 5:1 Schweden: Doppelpacks von Brobbey und Gakpo | nachrichten360
Niederlande deklassieren Schweden 5:1 und übernehmen die Führung in Gruppe F
Houston, 21. Juni 2026
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Kurzfassung
Die Niederlande haben in der WM-Gruppenphase einen klaren 5:1-Sieg gegen Schweden gefeiert und die Tabellenführung in Gruppe F übernommen. Brian Brobbey und Cody Gakpo trafen jeweils doppelt, Crysencio Summerville erzielte das letzte Tor kurz vor dem Ende.
Die niederländische Fußball-Nationalmannschaft hat Schweden in der WM-Gruppenphase mit 5:1 (2:0) besiegt und damit die Tabellenführung in Gruppe F der Weltmeisterschaft übernommen.
Blitzstart und frühe Entscheidung
Vor 68.777 Zuschauern in Houston, darunter König Willem-Alexander und Königin Máxima, die nach dem Schlusspfiff in die Kabine kamen, um die Mannschaft zu beglückwünschen, legten die Niederlande einen Blitzstart hin. Brian Brobbey, der in die Startelf gerückt war und den vormals gegen Japan stark aufgetretenen Crysencio Summerville auf die Bank verdrängt hatte, brachte die Elftal bereits in der 5. Minute in Führung. Den ersten Treffer hatte Torhüter Bart Verbruggen mit einem weiten Spielaufbau eingeleitet.
Brobbey, früherer Profi von RB Leipzig, legte in der 17. Minute seinen zweiten Treffer nach und sorgte so früh für klare Verhältnisse. Schweden, das durch den höchsten WM-Sieg seit 88 Jahren – ein 5:1 gegen Tunesien – selbst mit breiter Brust angetreten war, fand gegen das niederländische Pressing und das konsequente 4-3-3-System mit Brobbey, Cody Gakpo und Donyell Malen in der Offensive kaum ein Mittel.
Kurz vor der Pause hatten die Skandinavier durch Gustaf Lagerbielke nach einer Freistoßflanke von Benjamin Nygren bereits den Anschlusstreffer auf dem Kopf, doch der Treffer wurde wegen Abseits zurückgenommen (45.). Zuvor hatte Viktor Gyökeres, Schwedens wuchtige Sturmspitze, in der 37. und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+3) Bart Verbruggen geprüft, der beide Versuche entschärfen konnte.
Gakpo und Dumfries legen nach
Nach dem Seitenwechsel schlugen die Niederlande entscheidend zu. Cody Gakpo, Clubkollege von Virgil van Dijk und Alexander Isak beim FC Liverpool, traf in der 47. und 54. Minute zum zwischenzeitlichen 4:0 und krönte seine starke Leistung mit einem Doppelpack. "Alle Tore waren wunderschön und Resultat unserer Taktik", sagte Denzel Dumfries nach dem Spiel. Dumfries sprach zudem von einem wichtigen Signal "für das Selbstvertrauen" der Mannschaft.
Schwedens Trainer Graham Potter, der im vergangenen Oktober bei den Skandinaviern angeheuert hatte, brachte in der Halbzeitpause mit Anthony Elanga einen pfeilschnellen Offensivspieler, der für mehr Belebung sorgen sollte. In der 59. Minute war es dann soweit: Elanga verkürzte auf 4:1 und schrieb damit Geschichte – als Torschütze gegen eine niederländische Mannschaft, die ihrerseits in der Defensive um Virgil van Dijk organisiert war. "Kein Vergleich zu früheren Zeiten, als meist nur von Zlatan Ibrahimovic Torgefahr ausging", hatte der Sender die Ausgangslage vor dem Spiel zusammengefasst.
Die Niederlande verwalteten den Vorsprung kontrolliert und brachten unter anderem Rekordtorschütze Memphis Depay, der nach Oberschenkelproblemen in den Kader zurückgekehrt war. Über die Einwechslung sagte Gakpo: "Er hat seine Qualität gezeigt." Zudem brachte Bondscoach Ronald Koeman Crysencio Summerville, der zur Halbzeit für Donyell Malen gekommen war. Der frühere Leipziger, inzwischen für West Ham United in der englischen Premier League aktiv, erzielte in der 89. Minute das 5:1-Endstand.
Reaktion auf die Japan-Debatte
Mit dem klaren Erfolg verbesserte sich die Bilanz der Niederlande auf vier Punkte in Gruppe F. Nach dem Auftakt hatten sie sich 2:2 gegen Japan getrennt, was "für Ernüchterung – und Diskussionen über die Wechsel von Bondscoach Ronald Koeman" gesorgt hatte. Koeman selbst zeigte sich nach dem Schweden-Spiel gelöst: "Wir hatten erhöhten Druck, das Spiel zu gewinnen. Wir wussten, dass es ein Pflichtsieg ist. Aber ich habe keine Spannung gefühlt." Über den Auftakt sagte der Coach: "Das erste Tor hatte alles." Auch schmunzelnd verwies er auf seinen ersten Länderspiel-Einsatz vor 43 Jahren – ebenfalls gegen Schweden, damals verlor Koeman als Spieler 0:3.
In der niederländischen Presse sorgte der Auftritt für Begeisterung. Die Zeitung AD titelte "Was für ein Abend" und schrieb über entfachtes WM-Fieber, De Telegraaf feierte das "entfesselte niederländische Team". Koeman ordnete den Abend nüchtern ein: "In den Niederlanden haben wir immer viel Druck. Mein erstes Länderspiel habe ich nie vergessen." Mit Blick auf den Tabellenstand ergänzte er: "Vielleicht" sei diesmal alles besser gelaufen – und: "die Dinge in die richtige Richtung gehen."
Statistik und Historie
Statistisch unterstrichen die Niederlande ihre Dominanz. Nach Angaben des Datenanbieters Opta war es das 18. Gruppenspiel in Folge bei einer Weltmeisterschaft ohne Niederlage – ein Rekordwert. Außerdem war es das 14. WM-Spiel in Folge ohne Niederlage in der regulären Spielzeit (bis 120 Minuten, ohne Elfmeterschießen). Das 2:0 zur Halbzeit bildete die Grundlage für den späteren Kantersieg.
Für Schweden bedeutet die Niederlage einen Dämpfer im Rennen um den Gruppensieg. Mit drei Punkten aus zwei Spielen bleibt die Auswahl von Trainer Potter im Rennen, muss im Parallelspiel gegen Japan am Donnerstagabend aber punkten. Mit einem Sieg könnten die Japaner ihrerseits das Sechzehntelfinale erreichen. Die Schweden wiederum hätten bei eigenem Sieg gegen Japan und entsprechenden Resultaten weiterhin die Chance, als Gruppensieger in die K.o.-Runde einzuziehen.
Schwedens Stürmerduo blass
Schwedens Stürmerduo Alexander Isak und Viktor Gyökeres, das bereits beim Auftakt überzeugt hatte, blieb gegen die niederländische Abwehr um Kapitän Virgil van Dijk weitgehend blass. Van Dijk, der mit Isak beim FC Liverpool zusammenspielt, hatte die Aufgabe vorab präzise beschrieben: "Ich werde gegen einen Angreifer spielen, den ich sehr gut kenne, und auf einen anderen Stürmer, der eine sehr gute Saison gespielt hat." Isak war im Sommer für 145 Millionen Euro von Newcastle United an die Anfield Road gewechselt – eine Investition, die teils als deutlich überteuert wahrgenommen worden war. "Gegen Tunesien zeigte er allerdings, dass er sein Geld wert sein kann", hatte der Sender bilanziert. Über die gesamte Saison jedoch hatten "Verschiedene Verletzungen ihn immer wieder aus dem Rhythmus gebracht".
Auch Potters Schützlinge attestierten den beiden Stürmern individuelle Klasse. "Ich denke, sie sind in ihren Stilen unterschiedlich, was meiner Meinung nach gut für uns ist", sagte der Coach. "Denn wenn wir sie dazu bringen können, ihren Fußball zu genießen, sind sie Topspieler. Individuell sind sie großartige Spieler, aber zusammen können sie eine echte Bedrohung darstellen." Die Aufgabe sei es, "ihre Eigenschaften und Qualitäten auf die für uns beste Weise zu nutzen". Vor dem Spiel hatte Potter zudem betont: "Das ist ein riesiges Spiel für uns am Samstag."
Cody Gakpo, der mit seinem Doppelpack und seinen Toren kurz nach der Pause entscheidend zur Wende beitrug, ordnete den Auftritt folgendermaßen ein: "Wir wissen, dass wir gewinnen müssen, wenn wir die Gruppenphase überstehen wollen. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wir verbessern können." Über seinen Liverpool-Clubkollegen Isak sagte er zudem: "Er hat das Turnier mit Schweden richtig gut begonnen … Wir werden sicherlich auf ihn aufpassen müssen." Auch auf die unterschiedlichen Spielertypen im Kader ging Gakpo ein: "Wir haben viele unterschiedlichen Qualitäten im Team. Es ist gut, diese Vielfalt zu haben. Das hilft dem Team."
Ausblick auf das letzte Gruppenspiel
Vorausgegangen war die Partie von einer breiten Diskussion um Koemans Aufstellung. "Der Gegner hat hingegen beim 2:2 gegen Japan zum Auftakt nicht überzeugt", hatte der Sender die Lage vor dem Spiel zusammengefasst. Mit der Hereinnahme von Brobbey für Summerville reagierte der Bondscoach auf die Kritik – und wurde mit einem Doppelpack des Angreifers belohnt. Auf der Bank saßen unter anderem der frühere Bundesliga-Profi Wout Weghorst und Justin Kluivert.
Aus Sicht des Trainerstabs war es ein Auftritt, der die Richtung vorgab. Mit vier Punkten ist das Weiterkommen in das Sechzehntelfinale für die Elftal "eine Formsache" – und gleichzeitig die Grundlage, um im letzten Gruppenspiel gegen Tunesien, das nach einer 0:4-Niederlage gegen Japan als Tabellenletzter feststeht, die Tabellenführung zu behaupten. Tunesien ist bereits ausgeschieden, Japan könnte mit einem Sieg gegen Schweden ins Sechzehntelfinale einziehen.
Das abschließende Gruppenspiel der Niederlande gegen Tunesien steigt in der Nacht zu Freitag um 01:00 Uhr (Magenta TV). Schwedens letztes Gruppenspiel gegen Japan folgt in der Nacht zu Freitag. Für beide Mannschaften geht es um den Einzug in die K.o.-Runde – allerdings unter deutlich veränderten Vorzeichen als noch vor dem direkten Duell.
Der Bericht wurde am 21. Juni 2026 im Programm von Deutschlandfunk ausgestrahlt und basiert auf Berichten unter anderem der niederländischen Tageszeitungen AD und De Telegraaf. Mit dem Sieg haben die Niederlande nicht nur sportlich, sondern auch symbolisch ein Zeichen gesetzt: Die Mannschaft, die bei der vergangenen WM in Katar vor dreieinhalb Jahren im Viertelfinale am späteren Weltmeister Argentinien gescheitert war, präsentiert sich drei Spieltage vor dem möglichen Showdown in aufsteigender Form.
Fragen & Antworten
Wie haben die Niederlande das Spiel gegen Schweden gewonnen?
Die Niederlande gewannen in Houston mit 5:1 (2:0) gegen Schweden. Brian Brobbey (5., 17.), Cody Gakpo (47., 54.) und der eingewechselte Crysencio Summerville (89.) erzielten die Tore; Anthony Elanga traf für Schweden (59.).
Wer stand bei der Partie im Mittelpunkt?
Im Fokus standen die Doppeltorschützen Brian Brobbey und Cody Gakpo sowie Liverpool-Trio Cody Gakpo, Virgil van Dijk und der auf der Gegenseite spielende Alexander Isak. Bondscoach Ronald Koeman und Schwedens Trainer Graham Potter gaben die taktische Linie vor.
Wie geht es für beide Mannschaften weiter?
Die Niederlande führen Gruppe F mit vier Punkten an und treffen in der Nacht zu Freitag auf Tunesien, das nach einer 0:4-Niederlage gegen Japan bereits ausgeschieden ist. Schweden (drei Punkte) spielt parallel gegen Japan und braucht einen Sieg, um das Sechzehntelfinale zu erreichen.