New York Knicks holen nach 53 Jahren den NBA-Titel zurück
New York, 14. Juni 2026
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Kurzfassung
Die New York Knicks haben durch ein 94:90 bei den San Antonio Spurs erstmals seit 1973 wieder die NBA-Meisterschaft gewonnen. Jalen Brunson und OG Anunoby führten das Team im entscheidenden fünften Spiel der Finalserie zum 4:1-Erfolg.
Die New York Knicks haben mit einem 94:90-Auswärtssieg bei den San Antonio Spurs erstmals seit 53 Jahren wieder die Meisterschaft der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gewonnen und die Finalserie mit 4:1 für sich entschieden.
Ein historischer Abend für New York
Es ist vollbracht. Nach mehr als einem halben Jahrhundert Durststrecke kehrt der NBA-Titel zurück nach New York. Die Knicks gewannen am Samstagabend (Ortszeit) das fünfte Spiel der Finalserie bei den San Antonio Spurs mit 94:90 und sicherten sich damit ihren insgesamt dritten Meistertitel – den ersten seit 1973, als das damalige Team um Stars wie Willis Reed die Philadelphia 76ers besiegte.
Dabei deutete in den ersten Minuten nichts auf den späteren Triumph hin. Wie schon in den vorausgegangenen Partien starteten die Spurs furios in die Begegnung, führten schnell zweistellig und bauten ihren Vorsprung bis zur Pause auf 49:37 aus. Die Gastgeber trafen elf ihrer ersten sechzehn Dreipunktewürfe, während die Knicks anfangs erheblich mit ihrer Wurfquote haderten.
Die Wende im dritten Viertel
Die Wende kam im dritten Viertel. New York limitierte San Antonio auf lediglich 14 Punkte bei einer Trefferquote von 4 aus 20 Versuchen aus dem Feld, startete einen 13:0-Lauf und verkürzte bis zum Ende des Abschnitts auf 90:75. Zu Beginn des Schlussviertels glichen die Knicks durch einen 10:0-Lauf zum 83:83 aus und gingen wenig später beim 86:85 erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung – eine Führung, die sie bis zum Schluss nicht mehr abgaben.
Matchwinner in der dramatischen Schlussphase war OG Anunoby, der 1,2 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Tip-In verwandelte, als Brunson zuvor einen Wurfversuch am vorderen Ring abgeprallt sah. Anunoby kam am Ende auf 33 Punkte, Brunson auf 45 Zähler im entscheidenden fünften Spiel. Der Auftritt war die Krönung einer Aufholjagd, die in der Liga-Geschichte ohne Beispiel ist: Nie zuvor hatte ein Team in einem Finalspiel einen Rückstand von 29 Punkten gedreht – der bisherige Rekord lag bei 24 Zählern, aufgestellt von den Boston Celtics gegen die Los Angeles Lakers im Jahr 2008.
Brunson und Anunoby als Matchwinner
Die Spurs, angeführt von Victor Wembanyama mit 24 Punkten und 13 Rebounds, enttäuschten vor allem in der zweiten Halbzeit. Nach elf erfolgreichen ersten Dreiern trafen sie im zweiten Durchgang nur noch drei von 17 Versuchen von jenseits der Drei-Punkte-Linie und wurden von den Knicks mit 58:30 regelrecht überrannt. Auch Dylan Harper (21 Punkte) sowie De'Aaron Fox und Devin Vassell (je 18) konnten die Niederlage nicht verhindern.
Trainer Mike Brown zeigte sich nach dem historischen Erfolg tief bewegt. Bei ABC sagte Anunoby: "Es ist unfassbar." Brown ergänzte mit Blick auf die Aufholjagd: "Aber du kannst auch für dein eigenes Glück sorgen." Und Spielmacher Brunson brachte das Geschehene auf eine einfache Formel: "Immer wenn sie uns angezählt haben, haben wir einen Weg gefunden." Bei der Frage von Reportern, was der Titel mit seinem Vater Rick, der im Betreuerstab arbeitet, bedeute, sagte Brunson lediglich: "Das siehst du."
Für die Franchise aus New York ist es der dritte Titel nach 1970 und 1973. In den Jahren 1994 und 1999 hatten die Knicks noch zwei Mal das Finale erreicht, waren dort aber jeweils gescheitert – 1994 an den Houston Rockets, 1999 ebenfalls an Houston. Der letzte New Yorker Titel im nordamerikanischen Profisport liegt damit bereits 32 Jahre zurück, als die Rangers 1994 den Stanley Cup der Eishockey-Liga NHL gewannen.
Hukporti als dritter deutscher NBA-Champion
Dass der Erfolg ausgerechnet in der Nacht vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA über die Bühne ging, hatte eine besondere Note. Denn schon 1994, als zuletzt eine WM in den Vereinigten Staaten stattfand, hatte ein New Yorker Team eine lange Titeldurststrecke beendet. Die Knicks waren in der Schlussphase der Finalserie von prominenten Gästen im Madison Square Garden begleitet worden: Sängerin Taylor Swift feierte in der ersten Reihe, ebenso Schauspieler Timothée Chalamet, Prinz Harry und ehemalige Knicks-Legenden wie Patrick Ewing.
Aus deutscher Sicht hatte der Titel eine besondere Komponente. Mit Ariel Hukporti, der in Stralsund geborene Sohn togolesischer Eltern, stand ein deutscher Spieler im Kader des neuen Meisters. Der 24-jährige Center kam im entscheidenden fünften Spiel auf 1:51 Minute Einsatzzeit. Hukporti ist nach Dirk Nowitzki (2011 mit den Dallas Mavericks) und Isaiah Hartenstein (2025 mit den Oklahoma City Thunder) der dritte Deutsche, der eine NBA-Meisterschaft gewann.
Hukporti hatte über Umwege den Weg in die NBA gefunden. Nach Stationen in der Jugend des USC Freiburg, bei Riesen Ludwigsburg, beim litauischen Klub Nevėžis Kėdainiai und bei Melbourne United in Australien wurde er 2024 an 58. Stelle des NBA-Drafts von den Dallas Mavericks ausgewählt und kurz darauf zu den Knicks transferiert. Im Vorjahr hatte er sich noch eine schwere Achillessehnenverletzung zugezogen, die ihn die komplette Saison 2022/2023 gekostet hatte – nun durfte er den größten Triumph seiner Karriere feiern.
Ausblick: Spurs müssen Schock verdauen
Die Spurs müssen den Schock der historischen Niederlage erst einmal verdauen. Vor allem Wembanyama haderte mit sich: Der Franzose traf nur neun seiner 25 Würfe aus dem Feld und vergab 1:47 Minuten vor dem Ende bei eigener Führung von 104:103 zwei wichtige Freiwürfe. In der ersten Halbzeit hatte er noch ein heftiges Privatduell mit Knicks-Center Mitchell Robinson ausgetragen und ihm zugerufen: "Ich bin in deinem Kopf, Junge." Robinson, der für ein Foul gegen Wembanyama disqualifiziert worden war, durfte am Ende jubeln.
Für Knicks-Coach Mike Brown, der sein Team in dieser Saison übernommen hatte, war es der erste NBA-Titel als Cheftrainer. Er sagte: "Aber bei so einem Run die Fans und Stars genießen zu sehen, war fantastisch." Bereits am Dienstag (Ortszeit) hätte in San Antonio das sechste Spiel stattfinden können, doch die Knicks nutzten ihren ersten Matchball und brauchten keine weitere Partie. Im Madison Square Garden feierten die Anhänger mit Frank Sinatras "New York, New York", DJ Ötzis "Hey Baby" und der Hymne "Don't Stop Believin'" von Journey eine ausgelassene Titelparty.
Basketball-Boom in den USA
Der sportliche Triumph fiel in eine Zeit, in der Basketball in den USA wieder einen enormen Stellenwert genießt. Die TV-Quoten von Spiel drei waren so hoch wie seit der Ära von Michael Jordan und den Chicago Bulls 1998 nicht mehr. Nun also dürfen die New Yorker ihren dritten Titel in die Vitrine stellen – nach 53 Jahren des Wartens, in denen die Stadt zwischenzeitlich viel erlebt hat, sportlich wie kulturell.
Während die Knicks in den kommenden Tagen mit einer großen Parade durch Manhattan gefeiert werden sollen, beginnt für die Spurs eine Saisonvorbereitung, in der das junge Team um Wembanyama den nächsten Anlauf auf den Titel nehmen will. Das Wissen, einen Rekord-Rückstand nicht in einen Sieg umgemünzt zu haben, wird sie dabei begleiten. Für New York hingegen beginnt eine neue Ära – eine, auf die Fans und Spieler mehr als ein halbes Jahrhundert gewartet haben.
Fragen & Antworten
Wer hat das entscheidende Spiel der NBA Finals gewonnen?
Die New York Knicks gewannen das fünfte Spiel der Finalserie bei den San Antonio Spurs mit 94:90 und sicherten sich damit den ersten NBA-Titel seit 1973.
Welche Bedeutung hat der Sieg für die deutsche Basketball-Geschichte?
Mit Ariel Hukporti, der 1:51 Minute im entscheidenden Spiel zum Einsatz kam, ist erstmals ein dritter deutscher Spieler NBA-Champion – nach Dirk Nowitzki (2011) und Isaiah Hartenstein (2025).
Welcher Rekord wurde beim vierten Spiel der Serie aufgestellt?
Die Knicks drehten in Spiel vier einen Rückstand von 29 Punkten – der größte Comeback in einem Finalspiel der NBA seit Beginn detaillierter Aufzeichnungen im Jahr 1997.
NBA-Finals: Knicks holen Titel nach 53 Jahren | nachrichten360