Die liberale Partei NEOS verliert nach dem Ausschluss ihres Mitgründers Veit Dengler binnen kurzer Zeit ein weiteres prominentes Mitglied: Der steirische Ärztekammerpräsident Wolfgang Routil erklärte am Wochenende seinen Abschied von den Pinken und kritisierte die Entwicklung der Regierungspartei scharf.

Die Turbulenzen bei den NEOS nehmen zu. Nachdem die Partei am Freitag ihren Mitgründer Veit Dengler sowohl aus dem Parlamentsklub als auch aus der Partei ausgeschlossen hatte, wandte sich am Sonntag auch Wolfgang Routil von den Pinken ab. Routil war erst 2024 – auf Denglers Initiative hin – zu den NEOS gestoßen und hatte dort als Sprecher der Gruppe „NEOS plus“ für Mitglieder ab 50 Jahren vor allem Reformen im Gesundheitswesen, eine Pensionsreform sowie neue Modelle für längeres Arbeiten vorangetrieben.

In einem schriftlichen Statement rechnete Routil mit seiner früheren Partei ab. „Von der ständig selbst bejubelten Reformkraft bleibt kaum was übrig“, schrieb er. Sein eingebrachtes Positionspapier sei „nicht einmal ignoriert“ worden. Besonders enttäuscht zeigte sich Routil über das „Herumeiern“ bei einer dringend notwendigen Gesundheitsreform: „Nach zwei Jahren wiederholter Vertröstungen, Verzögerungen und Verschiebungen muss ich feststellen, dass keine ernsthafte inhaltliche und strukturierte Debatte zur Gesundheitsreform erzielbar ist.“ Das sei „für eine Regierungspartei verantwortungslos“. Zum Abschied richtete er den NEOS eine spitze Botschaft aus: Er wünsche ihnen „viel Glück im Club der Altparteien“.

Hintergrund: Bruch zwischen Dengler und der Parteispitze