Modi bei SCO-Gipfel: Aufruf zum Kriegsende | nachrichten360
Modi ruft bei SCO-Gipfel in Bischkek zu raschem Kriegsende in der Ukraine auf
Bischkek, 1. September 2026
Prime Minister's Office / Wikimedia Commons / GODL-India
Kurzfassung
Indiens Premierminister Narendra Modi hat beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek ein rasches Ende des Ukraine-Krieges gefordert. Zugleich traf er in Kirgistan auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin, mit dem er bilaterale Gespräche führte.
Indiens Premierminister Narendra Modi hat beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ein rasches Ende des Ukraine-Krieges gefordert und zugleich bilaterale Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geführt.
Der Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit brachte am Rande der Konferenz zahlreiche bilaterale Begegnungen mit sich. Modi nutzte seine Reise nach Kirgistan, um die Aufmerksamkeit auf den anhaltenden Konflikt in der Ukraine zu lenken. Nach indischen Regierungsangaben unterstrich er in Gesprächen die Notwendigkeit eines baldigen Friedens und verwies auf die humanitären Folgen für die Zivilbevölkerung.
Der Kreml bestätigte ebenfalls ein Treffen zwischen Putin und Modi am Rande des Gipfels. Kreml-Sprecher Peskow erklärte, die beiden Seiten hätten über die bilaterale Zusammenarbeit sowie über internationale Themen gesprochen. Weitere Details zu den Gesprächen wurden zunächst nicht öffentlich gemacht.
Putin sagte in Bischkek, die Kooperation mit China entwickle sich in wirtschaftlicher und jeder anderen Hinsicht erfolgreich. Diese Äußerung fiel im Kontext des SCO-Gipfels, der als Plattform für den Austausch zwischen den Mitgliedstaaten dient. Russland und China gelten als engste strategische Partner innerhalb des Bündnisses.
Putin betont Kooperation mit China
Indien verfolgt seit Beginn des Ukraine-Krieges eine ausdrücklich neutrale Position. Das Land hat sich wiederholt für diplomatische Lösungen ausgesprochen und gleichzeitig seine traditionellen Beziehungen zu Moskau gepflegt, insbesondere im Bereich der Energieimporte. Modi hatte bereits in früheren Gesprächen mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf eine Deeskalation gedrängt.
Der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit gehören China, Belarus, Indien, der Iran, Pakistan, Russland sowie vier zentralasiatische Staaten an. Kirgistan, das in diesem Jahr den SCO-Vorsitz innehat, richtete das Treffen in seiner Hauptstadt Bischkek aus. Der Gipfel stand im Zeichen regionaler Sicherheit und wirtschaftlicher Kooperation.
Indien zwischen Neutralität und Vermittlung
Beobachter werten Modis erneute Friedensbotschaft als Signal an die internationale Gemeinschaft. Indien gehört zu den wenigen Staaten, die sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine enge Kontakte unterhalten. Diese besondere Position eröffnet dem Land potenzielle Vermittlungsmöglichkeiten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in den vergangenen Monaten mehrfach auf die Rolle Indiens als möglichen Vermittler hingewiesen. Modi hatte Selenskyj nach indischen Angaben zuletzt bei einem Telefongespräch die Bereitschaft zur Unterstützung diplomatischer Bemühungen zugesichert.
Die Gespräche in Bischkek fanden vor dem Hintergrund anhaltender internationaler Bemühungen um eine Friedenslösung statt. Mehrere SCO-Mitgliedstaaten hatten sich in der Vergangenheit für ein Ende der Kampfhandlungen ausgesprochen, ohne sich jedoch direkt an westlichen Sanktionsmaßnahmen gegen Russland zu beteiligen.
Putin und Modi betonten bei ihrem Treffen nach Angaben beider Seiten den Wunsch nach einer Vertiefung der strategischen Partnerschaft zwischen Indien und Russland. Dabei standen insbesondere Energiekooperation und der Ausbau des Handels im Mittelpunkt.
Bilaterale Gespräche im Fokus
Kirgistan nutzte den Gipfel, um seine Rolle als regionaler Vermittler zwischen den Großmächten zu unterstreichen. Das zentralasiatische Land pflegt traditionell enge Beziehungen sowohl zu Russland als auch zu China und sieht sich als Brückenbauer in der Region.
Die genauen Ergebnisse der bilateralen Gespräche zwischen Putin und Modi wurden in den offiziellen Mitteilungen beider Länder nicht im Detail beziffert. Beide Seiten sprachen jedoch von einem konstruktiven Austausch und einer weiteren Stärkung der bilateralen Beziehungen.
Der SCO-Gipfel endete mit einer gemeinsamen Erklärung, in der die Mitgliedstaaten unter anderem die Bedeutung multilateraler Zusammenarbeit und die Notwendigkeit einer friedlichen Lösung regionaler Konflikte betonten. Die Forderung nach einem Kriegsende in der Ukraine fand Eingang in die Abschlusserklärung.
Internationale Reaktionen und Ausblick
Internationale Reaktionen auf Modis Aufruf zum Kriegsende fielen verhalten positiv aus. Westliche Diplomaten begrüßten die fortgesetzte Bereitschaft Indiens, sich für eine diplomatische Lösung stark zu machen. Gleichzeitig wiesen Beobachter darauf hin, dass konkrete Schritte zur Friedensvermittlung noch ausstehen.
Die Gespräche in Bischkek unterstrichen einmal mehr die komplexe außenpolitische Positionierung Indiens. Als bevölkerungsreichster Mitgliedstaat der SCO und gleichzeitig Mitglied der BRICS-Staatengruppe bewegt sich New Delhi zwischen den Großmächten und versucht, seine strategische Autonomie zu wahren.
Fragen & Antworten
Was hat Modi beim SCO-Gipfel in Bischkek gefordert?
Indiens Premierminister Narendra Modi hat beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ein rasches Ende des Ukraine-Krieges gefordert und auf die humanitären Folgen für die Zivilbevölkerung hingewiesen.
Wer ist der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit beigetreten?
Der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit gehören China, Belarus, Indien, der Iran, Pakistan, Russland sowie vier zentralasiatische Staaten an.
Welche Position vertritt Indien im Ukraine-Konflikt?
Indien verfolgt eine ausdrücklich neutrale Position, hat sich wiederholt für diplomatische Lösungen ausgesprochen und gleichzeitig seine traditionellen Beziehungen zu Russland insbesondere im Bereich der Energieimporte gepflegt.