Nigerianisches Militär bombardiert Markt – Dutzende Tote im Nordosten Maiduguri, Nigeria, 12. April 2026

Das nigerianische Militär hat bei einem Luftangriff auf einen Markt im Nordosten des Landes Dutzende Menschen getötet. Lokale Medien und Menschenrechtsorganisationen berichten von bis zu 200 Opfern, während das Militär von einem gezielten Schlag gegen Terroristen spricht.

## Hohe Opferzahlen und widersprüchliche Angaben Nach Angaben lokaler Medien kamen bei dem Angriff zwischen 30 und 200 Menschen ums Leben. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen auf dem Markt in der Region, der von Zivilisten frequentiert wurde. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bestätigte die Angaben teilweise und sprach von über 100 Toten.

Das nigerianische Militär hingegen behauptet, der Luftangriff habe ein Gebiet getroffen, das als Korridor für Terroristen der Islamischen Staat Westafrika-Provinz (ISWAP) genutzt werde. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es, bei dem Angriff seien "Dutzende Terroristen neutralisiert" sowie Fahrzeuge und Ausrüstung der Gruppe zerstört worden.

## Militär rechtfertigt Angriff als Anti-Terror-Maßnahme Die nigerianischen Streitkräfte verteidigten den Einsatz als notwendige Maßnahme im Kampf gegen den Terrorismus. Sie verwiesen darauf, dass das Zielgebiet ein bekannter Treffpunkt für ISWAP-Kämpfer gewesen sei. "Die Operation zielte auf eine Hochburg terroristischer Aktivitäten ab", erklärte ein Militärsprecher.

Allerdings werfen Menschenrechtsgruppen und lokale Beobachter dem Militär vor, bei der Zielauswahl grobe Fehler begangen zu haben. Die genaue Zahl der Opfer bleibt unklar, da der Zugang zu dem betroffenen Gebiet eingeschränkt ist. Die Region im Nordosten Nigerias ist seit Jahren Schauplatz von Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und islamistischen Gruppen wie Boko Haram und ISWAP.

Die Ereignisse werfen erneut Fragen zur Strategie des nigerianischen Militärs im Kampf gegen den Terrorismus auf. Bereits in der Vergangenheit gab es Berichte über zivile Opfer bei Luftangriffen, die von den Behörden oft als Kollateralschäden abgetan wurden. Die aktuelle Eskalation dürfte die Spannungen zwischen der Bevölkerung und den Sicherheitskräften weiter verschärfen.