Bei einer Messerattacke in der Senefeldergasse im Wiener Bezirk Favoriten sind am Dienstagabend zwei Männer im Alter von 20 und 23 Jahren schwer verletzt worden, einer davon zunächst lebensgefährlich.

Was geschah in der Senefeldergasse?

Gegen 20.45 Uhr wurden alarmierte Polizeistreifen in die Senefeldergasse in Wien-Favoriten gerufen. Den Einsatzkräften bot sich laut Polizei ein schreckliches Bild: Am blutverschmierten Tatort fanden sie zwei schwer verletzte Männer vor. Ersten Informationen zufolge sollen die beiden Verletzten gegen 21 Uhr aufgefunden worden sein.

Der 20-Jährige wies Schnitt- und Stichverletzungen an den Armen sowie an einem Bein auf. Noch schwerer traf es den 23-Jährigen: Er wurde durch einen Stich in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt, wie die Polizei schilderte. Beide Männer wurden notfallmedizinisch versorgt und in Krankenhäuser gebracht.

Im Laufe der Nacht stabilisierte sich der Zustand des 23-Jährigen. Laut Polizei schwebte er mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr. Über den Gesundheitszustand des 20-Jährigen wurde zunächst nichts Konkretes über den notfallmedizinischen Eingriff hinaus bekannt.

Ermittlungen und Fahndung

Nach derzeitigem Ermittlungsstand flüchteten die Tatverdächtigen vom Ort des Geschehens. Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein und sicherte Spuren am Tatort. Details zur Anzahl der flüchtigen Personen, zu möglichen Hintergründen der Tat und zum Tathergang wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Die Ermittlungen übernimmt das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Süd. Auch die Bereitschaftseinheit Wien war im Einsatz. Kriminaltechniker sicherten Spuren am Tatort, Zeugen wurden befragt.

Zeugenaufruf der Polizei

Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zum Vorfall oder zu den flüchtigen Tatverdächtigen geben können, sich – auch anonym – unter der Telefonnummer 01/31310 57800 zu melden. Hinweise werden demnach rund um die Uhr entgegengenommen.

Die Senefeldergasse liegt im dicht bebauten zehnten Wiener Gemeindebezirk, einem Gebiet mit hoher Fußgängerfrequenz. Anrainer berichteten in sozialen Medien von einem größeren Polizeiaufgebot und einem eilig abgesperrten Bereich am späten Dienstagabend. Offizielle Angaben zum genauen Ablauf der Tat machten die Behörden zunächst nicht.

Offene Fragen zum Hintergrund

Über ein mögliches Motiv der Tat und einen möglichen Zusammenhang zwischen den beiden Opfern machte die Polizei am Mittwoch keine Angaben. Auch zur Frage, ob es sich um eine Auseinandersetzung unter Bekannten oder um einen zufälligen Angriff handelte, äußerten sich die Ermittler zunächst nicht. Die Auswertung der gesicherten Spuren und Befragungen dauere an.

Die Polizei kündigte an, im Zuge der laufenden Ermittlungen auch Überwachungsaufnahmen auszuwerten. Anrainer und Passanten, die am Dienstagabend zwischen etwa 20.30 und 21.15 Uhr in der Senefeldergasse oder in deren unmittelbarem Umfeld unterwegs waren, werden gebeten, sich zu melden.

Mit einem Ergebnis der kriminalistischen Ermittlungen sei frühestens in den kommenden Tagen zu rechnen, hieß es aus Polizeikreisen. Bis dahin bittet die Exekutive darum, Spekulationen zu unterlassen und stattdessen mögliche Beobachtungen den Ermittlern mitzuteilen.