Bei einer Großdemonstration auf dem Trafalgar Square in London hat die Metropolitan Police mehr als 500 Pro-Palästina-Aktivisten festgenommen. Die Proteste richteten sich gegen die britische Regierung, die der Gruppe Palestine Action vorwirft, mit terroristischen Aktivitäten verbunden zu sein.

## Hintergrund der Demonstration Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit einer seit Monaten schwelenden Kontroverse um die Einstufung von Palestine Action als terroristische Organisation. Im Februar hatte das Londoner High Court entschieden, dass diese Klassifizierung unrechtmäßig sei. Die Regierung hat jedoch Berufung eingelegt, sodass das Verbot der Gruppe vorerst bestehen bleibt.

Palestine Action wurde im Juli 2025 nach Anti-Terror-Gesetzen verboten, nachdem Mitglieder der Gruppe in eine Royal Air Force-Basis eingedrungen waren. Die Gruppe wirft der britischen Regierung vor, sich an angeblichen Kriegsverbrechen Israels im Gazastreifen mitschuldig zu machen. Israel bestreitet diese Vorwürfe vehement.

## Polizeieinsatz und Reaktionen Die Demonstration am Trafalgar Square war eine der größten Pro-Palästina-Kundgebungen in London seit Beginn des Konflikts im Gazastreifen am 7. Oktober 2023. Auslöser des Konflikts war ein brutaler Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf Israel.

Die Metropolitan Police bestätigte die Festnahme von 523 Personen, die gegen Auflagen der Versammlung verstoßen haben sollen. Ein Sprecher der Behörde betonte, dass die Maßnahmen notwendig gewesen seien, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

## Rechtliche und politische Entwicklungen Die Entscheidung des High Court vom Februar 2026 hat die Debatte über die Definition von Terrorismus in Großbritannien neu entfacht. Palestine Action argumentiert, dass ihr Protest gegen die britische Unterstützung für Israel legitim sei und nicht unter Terrorismus falle.

Die britische Regierung hält dagegen an ihrer Position fest und verweist auf die angeblichen Gefahren, die von der Gruppe ausgehen. Der Ausgang des Berufungsverfahrens wird mit Spannung erwartet, da er weitreichende Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit und das Versammlungsrecht in Großbritannien haben könnte.

Die Situation bleibt angespannt, während sowohl die Aktivisten als auch die Behörden ihre nächsten Schritte planen. Die internationale Aufmerksamkeit auf den Konflikt im Gazastreifen und seine Auswirkungen auf die britische Innenpolitik dürfte weiterhin hoch bleiben.