Eine umfassende Analyse klinischer Studien zu neuen Alzheimer-Medikamenten kommt zu dem Schluss, dass deren Nutzen für Patienten fraglich ist, während das Risiko für Nebenwirkungen erhöht bleibt. Die Untersuchung wertete Daten von über 20.000 Betroffenen aus und wurde vom IRCCS Institut für Neurologische Wissenschaften in Bologna durchgeführt.
Keine klinisch relevante Wirkung nachweisbar
Das Forschungsteam unter Leitung von Francesco Nonino analysierte 17 klinische Studien von Pharma-Herstellern, die sich mit der Wirkung von Antikörpern wie Donanemab bei Alzheimer-Patienten beschäftigten. Die Studien umfassten Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Demenz.
"Leider deuten die Erkenntnisse darauf hin, dass diese Medikamente für die Patienten keinen nennenswerten Unterschied bewirken", erklärt Nonino. Die Ergebnisse zeigten zwar statistisch signifikante Effekte in früheren Untersuchungen, doch diese seien nicht klinisch relevant. "Es gibt mittlerweile überzeugende Belege, die zu dem Schluss kommen, dass es keine klinisch bedeutsame Wirkung gibt."
Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen
Ein besonderer Fokus der Studie lag auf den Auswirkungen einer 18-monatigen Behandlung mit den Antikörpern. Dabei stellte das Team fest, dass das Risiko für Nebenwirkungen bei den Patienten leicht erhöht war. Konkrete Zahlen wurden nicht genannt, doch die Tendenz war klar erkennbar.
Die britische Organisation Cochrane, die ebenfalls an der Analyse beteiligt war, unterstützt diese Einschätzung. Die Ergebnisse werfen Fragen zur langfristigen Verordnung dieser Medikamente auf, insbesondere angesichts der hohen Kosten und der begrenzten Wirksamkeit.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung, um wirksamere Therapien für Alzheimer-Patienten zu entwickeln. Bis dahin bleiben die Behandlungsoptionen begrenzt, und die Debatte über den Einsatz neuer Medikamente dürfte weitergehen.

