Marokko ringt Haiti mit 4:2 nieder und zieht als Gruppenzweiter ins Achtelfinale ein
Atlanta, 25. Juni 2026
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Kurzfassung
Marokko hat sein letztes Gruppenspiel bei der Fußball-WM 2026 gegen Haiti mit 4:2 (2:2) gewonnen und ist als Zweiter der Gruppe C in die K.o.-Phase eingezogen. Trotz eines Eigentors von Torhüter Bono in der Anfangsphase drehten die Nordafrikaner die Partie noch vor der Pause.
Marokko hat am dritten Spieltag der Gruppe C der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Haiti in Atlanta mit 4:2 (2:2) besiegt und steht damit als Zweiter der Gruppe in der K.o.-Phase.
Historischer Treffer für Haiti
Die Mannschaft von Trainer Mohamed Ouahbi tat sich gegen den bereits ausgeschiedenen Außenseiter aus der Karibik allerdings über weite Strecken schwer. Schon in der 10. Minute geriet Marokko durch ein Eigentor von Torhüter Yassine Bounou, genannt Bono, in Rückstand. Eine Hereingabe von Duverne über die rechte Seite war zuvor gefährlich geworden; Lenny Joseph fälschte die Hereingabe mit der Hacke an den Rücken des marokkanischen Keepers ab, von wo aus der Ball ins eigene Netz trudelte. „Nach einer ganz tollen Vorarbeit mit Tempo von Duverne über rechts veredelt Joseph aus kurzer Distanz mit der Hacke“, fasste der dpa-Reporter die Szene zusammen.
Aufstellungen und Wechsel
Das Tor markierte zugleich einen historischen Moment für Haiti: Es war das erste WM-Tor des Karibikstaates seit 52 Jahren und erst das dritte überhaupt bei einer Weltmeisterschaft. Bei der ersten WM-Teilnahme 1974 hatte der Inselstaat zwei Tore erzielt – „beide gelangen Rekordnationalspieler Emmanuel Sanon“, wie der dpa-Newskanal anmerkte. Die Spieler Haitis waren trotz ihres frühen Ausscheidens „tanzend in der Arena“ angekommen, wie Reporter beobachteten.
Marokko brauchte einige Minuten, um ins Spiel zu finden. Trainer Ouahbi hatte im Vergleich zum Schottland-Spiel auf vier Positionen rotiert: Anass Salah-Eddine verdrängte den früheren Bayern-Profi Noussair Mazraoui auf die Bank, zudem ersetzten El Kaabi, Sofyan Amrabat und Redouane Halhal die Spieler Azzedine Ounahi, Ayyoub Bouaddi und Issa Diop. Haitis Coach Sébastien Migné, der Franzose an der Seitenlinie, wechselte ebenfalls zweimal und brachte mit Lenny Joseph vom ungarischen Klub Ferencváros Budapest und Wilson Isidor zwei neue Angreifer in die Startelf.
Wende vor und nach der Pause
Der Ausgleich fiel in der 39. Minute durch Kapitän Achraf Hakimi, der aus kurzer Distanz traf. Zuvor hatte Bilal El Khannouss vom VfB Stuttgart „aus spitzem Winkel abgezogen“, wie der dpa-Liveticker festhielt. „Nach dem Ausgleich durch Achraf Hakimi (39.)“ habe sein Team das Spiel zunehmend in den Griff bekommen, hieß es weiter. Doch noch vor der Pause schlugen die Haitianer erneut zu: Isidor Wilson traf in der 43. Minute mit einem strammen Schuss aus 25,2 Metern in den linken oberen Torwinkel – „Isidors Antwort mit einem 126 km/h strammen Schuss“.
Kurz vor dem Seitenwechsel bewahrte Marokkos Saibari sein Team vor einem Rückstand, als er in der ersten Hälfte eine Großchance auf den Ausgleich aus sehr kurzer Distanz an der Fünfergrenze nach einer Ecke freistehend über das Tor setzte. Der Livekommentar formulierte es drastisch: „Ismael Saibari hat das 1:1 auf dem Fuß! Nach einer Ecke kommt er freistehend an der Fünfergrenze zum Abschluss und verzieht die Kugel komplett über das Tor.“ Doch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+1) gelang Saibari dann doch noch der Ausgleich zum 2:2, sein dritter Turniertreffer nach Toren gegen Brasilien und Schottland.
Eingewechselte Spieler entscheiden
Mit dem 2:2 zur Pause eröffnete sich für Marokko ein offenes Spiel, in dem die Nordafrikaner im zweiten Durchgang zunehmend die Kontrolle übernahmen. Im Verlauf der zweiten Halbzeit bot sich den 68.239 Fans im heruntergekühlten Stadion von Atlanta „Die 68.239 Fans in Atlanta flippten aus“, beschrieb der Reporter die Stimmung nach den späteren Treffern. In der 70. Minute brachte Ouahbi mit Rahimi, Ounahi und Yassine frische Offensivkräfte, was sich auszahlen sollte.
Soufiane Rahimi, der 30 Jahre alte Stürmer, erzielte in der 78. Minute nach einer Ecke das 3:2 für Marokko und läutete damit die Entscheidung ein. Nur rund zehn Minuten später, in der 89. Minute, sorgte der eingewechselte Gessime Yassine mit dem 4:2 für den Endstand. Beide Tore fielen durch Spieler, die erst im Verlauf des Spiels ins Spiel gekommen waren. Ricardo Ade unterlief in der 65. Minute zudem beinahe ein weiteres Eigentor, das die Partie noch einmal hätte kippen können.
Tabellenstand und Ausblick
Haitis Trainer Sébastien Migné wechselte in der zweiten Hälfte fünfmal aus: Nazon kam in der 67. Minute für Providence, Deedson ersetzte Isidor ebenfalls in der 67. Minute, in der 80. Minute brachte Migné mit Arcus und Simon zwei frische Offensivkräfte, ehe in der 83. Minute Pierrott für Joseph nachrückte. Gelbe Karten sahen auf haitianischer Seite Nazon, Placide und Casimir; kein marokkanischer Spieler wurde verwarnt. Schiedsrichter der Partie war Danny Makkelie aus Curaçao.
Haitis Torhüter Johny Placide, der in Diensten der Nationalmannschaft bereits 38 Jahre alt ist, hatte über weite Strecken der ersten Hälfte sein Team im Spiel gehalten und mehrere Chancen der Marokkaner entschärft. Auch Haitis Coach Sébastien Migné, der seit März 2024 im Amt ist und in 27 Spielen 25-mal eine andere Startelf aufgeboten hatte, konnte die Niederlage trotz aller Wechsel nicht verhindern. „Beinahe-Blamage statt Gruppensieg: Marokko hat zum Abschluss der WM-Vorrunde den krassen Außenseiter Haiti mit Mühe 4:2 (2:2) besiegt“, fasste die dpa den Spielverlauf pointiert zusammen.
Durch den Sieg bringt es Marokko auf vier Punkte in der Gruppe C und zieht damit hinter Rekordweltmeister Brasilien als Zweiter in die K.o.-Phase ein. Brasilien hatte im Parallelspiel Schottland 3:0 (2:0) besiegt und damit die Tabellenführung verteidigt. „Brasilien und Marokko haben jeweils vier Punkte auf dem Konto und duellieren sich im Fernduell mit Schottland, das bei drei Zählern steht, um den Sieg. … Haiti ist als Gruppenletzter mit zwei Niederlagen aus zwei Spielen bereits ausgeschieden“, erläuterte der dpa-Liveticker die Tabellensituation.
Begleitumstände und Historisches
Marokko trifft im Achtelfinale auf den Gewinner der Gruppe F. Mögliche Gegner sind die Niederlande, Japan oder Schweden. Für die Mannschaft von Trainer Mohamed Ouahbi ist es die dritte WM-K.o.-Phase überhaupt nach 1986 und dem historischen Halbfinal-Einzug 2022. Damals war Marokko als erste afrikanische und erste arabische Mannschaft in ein WM-Halbfinale vorgestoßen und hatte am Ende den vierten Platz belegt.
Begleitet wurde der Sieg von einem unangenehmen personellen Beigeschmack: Kapitän Achraf Hakimi, der den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte, „der sich bald wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor Gericht verantworten muss“, wie der dpa-Bericht festhielt. Der Profi von Paris Saint-Germain steht damit parallel zum Turnier vor einem Gerichtsverfahren. Angaben zu laufenden Ermittlungen oder zum Stand des Verfahrens enthielt der Bericht nicht.
Trotz aller Nebengeräusche steht für Marokkos Auswahl nach einer zähen Vorrunde nun das erste K.o.-Spiel auf dem Programm. „Die Mannschaft von Mohamed Ouahbi hat nach dem Gegentor deutlich einen Zahn zugelegt“, lobte der Reporter die Reaktion seines Teams. Für Haiti endet das Turnier nach der dritten Niederlage – die Mannschaft verabschiedet sich nach 1974 erst zum zweiten Mal von einer Weltmeisterschaft und mit dem Wissen, immerhin ein historisches Tor erzielt zu haben.
Fragen & Antworten
Wie hat Marokko das Spiel gegen Haiti gedreht?
Marokko lag durch ein Eigentor von Torhüter Bono in der 10. Minute 0:1 zurück, glich durch Achraf Hakimi (39.) aus, kassierte vor der Pause das 2:2 durch Isidor (43.), kam durch Saibari (45.+1) erneut zum Ausgleich und entschied das Spiel durch die eingewechselten Rahimi (78.) und Yassine (89.) zum 4:2-Endstand.
Wer war der Trainer der haitianischen Mannschaft?
Haitis Trainer ist der Franzose Sébastien Migné, der das Amt im März 2024 übernommen hat und in 27 Spielen 25-mal eine andere Startelf aufbot.
Auf wen trifft Marokko im Achtelfinale der WM 2026?
Marokko spielt im Achtelfinale gegen den Gewinner der Gruppe F, der aus den Niederlanden, Japan oder Schweden hervorgeht.
Marokko Haiti 4:2 WM 2026: Marokko als Zweiter ins | nachrichten360