Die franco-iranische Autorin, Zeichnerin und Filmemacherin Marjane Satrapi ist im Alter von 56 Jahren gestorben, wie mehrere Medien am Donnerstag unter Berufung auf ihr Umfeld berichteten.
Marjane Satrapi wurde 1969 in der nordiranischen Stadt Rasht geboren und wuchs in Teheran auf. Als Teenager wurde sie Mitte der 1980er Jahre von ihren Eltern allein nach Wien geschickt, um der politischen Repression nach der Islamischen Revolution und dem Iran-Irak-Krieg zu entkommen. In Österreich fühlte sie sich jedoch entwurzelt und kehrte zunächst in den Iran zurück, bevor sie das Land erneut verließ, um der Willkür der Revolutionswächter zu entgehen.
1994 kam Satrapi nach Frankreich, wo sie 2006 die französische Staatsbürgerschaft annahm. In Paris begann sie ihre Karriere als Comiczeichnerin und veröffentlichte im Jahr 2000 ihre autobiografische Graphic Novel „Persepolis". Das Werk, das ihre Kindheit im Iran seit der Revolution von 1978/79 und ihre Erfahrungen im Exil schildert, wurde in mehr als 25 Sprachen übersetzt und erschien drei Jahre später auch auf Deutsch.
Kindheit in Teheran und Exil in Wien
„Persepolis" wurde 2007 unter der Regie von Satrapi und Vincent Paronnaud als animierter Film adaptiert. Der Film gewann den Preis der Jury beim Festival in Cannes und wurde 2008 von Frankreich für den Oscar eingereicht. Eine Nominierung folgte. Im Iran ist „Persepolis" bis heute verboten, fand jedoch den Weg in das Land.
