Halle (Saale), 02 Juni 2026
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die Pläne der EU-Kommission zur Lockerung der Zulassungsregeln für Pflanzenschutzmittel scharf kritisiert und die Bundesregierung aufgefordert, sich auf EU-Ebene für den Erhalt des bestehenden Regulierungsrahmens einzusetzen.
In einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme wandte sich die Leopoldina gegen den Vorschlag der EU-Kommission, die derzeit befristeten Genehmigungen für Wirkstoffe in Pestiziden aufzuheben. Künftig sollen die Wirkstoffe unbefristet zugelassen werden, erneute Überprüfungen würden entfallen. Die Leopoldina argumentiert, dass befristete Zulassungen und regelmäßige Neubewertungen ein wesentliches Element eines lernfähigen Regulierungssystems sind, das neue Daten, veränderte Belastungssituationen mit Pflanzenschutzmitteln im Vergleich zu Modellvorhersagen sowie fortentwickelte Bewertungsmethoden berücksichtigt.
