Am Rande des ASEAN-Treffens in Manila hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow ein bilaterales Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio angekündigt. Im Mittelpunkt sollen nach Angaben Lawrows die Kriege in der Ukraine und in der Golfregion stehen.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat in Manila ein bilaterales Treffen mit dem US-Außenminister Marco Rubio am Rande des ASEAN-Gipfels angekündigt.
Die Ankündigung erfolgte am 22. Juli 2026 in der philippinischen Hauptstadt, wo derzeit ein Treffen der Vereinigung südostasiatischer Nationen (ASEAN) stattfindet. Lawrow und Rubio nehmen beide an dem Gipfel teil, wie aus den vorliegenden Informationen hervorgeht. Über Inhalt und genauen Zeitpunkt des geplanten Gesprächs wurde zunächst nichts Näheres bekannt.
Das Treffen wäre die erste Begegnung dieser beiden Außenminister im aktuellen diplomatischen Format. Beide Staaten unterhalten seit Jahren angespannte Beziehungen, die unter anderem durch den Krieg in der Ukraine und unterschiedliche Positionen im Nahen Osten belastet sind. Manila bietet als neutraler ASEAN-Gastgeber den Rahmen für solche bilateralen Kontakte.
Nach Angaben Lawrows soll es bei dem Treffen vor allem um zwei Konflikte gehen: den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die Spannungen in der Golfregion. Damit greift er zwei Themen auf, die auch innerhalb der ASEAN-Staaten diskutiert werden, etwa in Bezug auf globale Energieversorgung und maritime Sicherheit.
Die USA sind in der Region durch Allianzen mit den Philippinen und anderen Partnern präsent. Russland pflegt dagegen vor allem mit Myanmar und Vietnam engere Beziehungen. Eine direkte Begegnung der Außenminister auf ASEAN-Boden wäre daher ein ungewöhnliches, aber nicht unmögliches diplomatisches Signal.
Beobachter werten ein solches Treffen als möglichen Versuch beider Seiten, direkte Kommunikationskanäle wiederherzustellen, ohne dabei verbindliche Ergebnisse zu erzielen. ASEAN-Gipfel bieten traditionell zahlreiche bilaterale Ränderunden, die selten öffentlich angekündigt werden. Eine explizite Erwähnung durch Lawrow selbst deutet auf ein bewusst gesetztes Signal hin.
Für die philippinische Regierung als Gastgeber ist der Termin auch innenpolitisch sensibel, da Manila sowohl mit Washington als Bündnispartner als auch mit Peking und Moskau im Gespräch bleibt. Die Wahl des Veranstaltungsortes für ein mögliches Lawrow-Rubio-Treffen unterstreicht die strategische Bedeutung Südostasiens als Bühne für Großmächte-Diplomatie.
Unklar bleibt, ob neben Lawrow und Rubio weitere Delegationen an dem bilateralen Gespräch teilnehmen werden. Auch ein mögliches gemeinsames Statement am Ende des Treffens wurde bisher nicht angekündigt.
Die Nachricht wurde am 22. Juli 2026 unter anderem vom Deutschlandfunk verbreitet und basiert auf Agenturmeldungen.