Norwegens Königshaus unter Druck: Mette-Marits | nachrichten360
Krisenstimmung am Osloer Königshof: Mette-Marits Krankheit, Belastung der Krone und sinkende Zustimmung
Oslo, 03 Juni 2026
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Kurzfassung
Das norwegische Königshaus steht vor einer Belastungsprobe: Kronprinzessin Mette-Marit kämpft mit einer fortschreitenden Lungenfibrose, während gleichzeitig mehrere Skandale die Monarchie erschüttern. Eine neue Umfrage zeigt zudem einen deutlichen Rückgang der Zustimmung zur Königshaus in der Bevölkerung.
Oslo, 03 Juni 2026
Angesichts der fortschreitenden Lungenkrankheit von Kronprinzessin Mette-Marit, gesundheitlicher Probleme des älteren Königspaares und mehrerer Skandale gerät das norwegische Königshaus zunehmend unter Druck, während die Zustimmung in der Bevölkerung sinkt.
Seit der Diagnose einer Lungenfibrose im Jahr 2018 hat sich der Gesundheitszustand von Kronprinzessin Mette-Marit Berichten zufolge stetig verschlechtert. Die unheilbare Krankheit verursacht zunehmende Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten, wie norwegische Medien unter Berufung auf den Palast berichten. Bereits im Dezember hatte das Königshaus öffentlich gemacht, dass Mette-Marit mittelfristig eine neue Lunge benötigen wird. Jüngst zeigte sich die Kronprinzessin in der Öffentlichkeit mit einem Sauerstoffgerät, was die Sorge um ihren Zustand weiter verstärkte.
Die Belastung für die königliche Familie zeigt sich auch im Programm: Kronprinz Haakon verkürzte seinen offiziellen Besuch in Japan um einen Tag, um zu seiner Frau eilen zu können. Vor Journalisten sagte er in Japan: "Ich fühle mich weit weg von daheim. Es ist wichtig, nach Hause zu kommen und mit Mette zusammen zu sein." Die Entscheidung unterstrich, wie ernst die Lage am Hof eingeschätzt wird. Wenig später erklärte auch Tochter Ingrid Alexandra, ihr Studium in Sydney, Australien, vorübergehend zu unterbrechen, um bei ihrer Mutter zu sein.
Familie rückt zusammen
Zugleich sieht sich die Familie mit einer ganzen Reihe weiterer Belastungen konfrontiert. Mette-Marits ältester Sohn Marius Borg Høiby stand wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht. Zusätzlich wurden im Zuge der Jeffrey-Epstein-Affäre Dokumente öffentlich, die Details über Mette-Marits frühere Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter enthielten. Die Kronprinzessin hatte in einem norwegischen Fernsehinterview erklärt: "Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher war." Die Vorwürfe und Enthüllungen haben das Bild der Familie in der Öffentlichkeit nachhaltig beschädigt.
Nicht nur die mittlere Generation ist betroffen. König Harald V. und Königin Sonja nähern sich beide dem 90. Lebensjahr und kämpfen mit wiederkehrenden gesundheitlichen Problemen. Königin Sonja wurde kurz hintereinander zweimal wegen Herzproblemen in ein Krankenhaus eingeliefert. Auch König Harald trägt seit geraumer Zeit einen Herzschrittmacher. Bisher hat der Monarch eine Abdankung trotz seines fortgeschrittenen Alters ausdrücklich abgelehnt.
Königspaar am Limit
Über die Belastungen des Königshauses äußerte sich Kronprinz Haakon mit bemerkenswerter Offenheit. "Ich finde es beeindruckend, wie der König und die Königin weiterhin ihre offiziellen Aufgaben wahrnehmen. Und ich finde, sie machen viel mehr, als man erwarten kann", sagte er. Gleichzeitig räumte er ein: "Wir müssen einfach versuchen, so gut wie möglich damit umzugehen." Die Worte des Thronfolgers machen deutlich, dass die Royal Family sich in einer Phase befindet, in der das Durchhaltevermögen aller gefragt ist.
Unterstützung kommt aus der erweiterten Familie: Prinzessin Astrid, 94 Jahre alt und selbst Trägerin eines Herzschrittmachers, springt weiterhin ein, wo sie kann. Mit ihrer Präsenz bei offiziellen Terminen versucht sie, Lücken zu füllen, die durch die Erkrankungen im engeren Kreis entstehen. Auch Prinz Sverre Magnus, 20 Jahre alt, und seine Schwester Ingrid Alexandra, 22 Jahre alt, rücken stärker in die Öffentlichkeit, obwohl die designierte Thronfolgerin ihr Studium unterbrechen musste, um für ihre Mutter da zu sein.
Zustimmung der Bevölkerung sinkt
Die geballte Belastung schlägt sich in der Stimmung der Bevölkerung nieder. Laut einer vom norwegischen Sender NRK in Auftrag gegebenen Umfrage liegt die Unterstützung für die Monarchie aktuell nur noch bei 64 Prozent. Zum Vergleich: 2017 hatten noch 81 Prozent der Norwegerinnen und Norweger das Königshaus befürwortet. Besonders deutlich fällt der Einbruch bei den Jüngeren aus: In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen denkt nur noch etwa die Hälfte der Befragten, dass die Monarchie nach König Haralds Regentschaft fortbestehen sollte.
Dabei wächst auch die grundsätzliche Skepsis gegenüber der künftigen Form der Monarchie. Ebenfalls der NRK-Umfrage zufolge ist mittlerweile jeder dritte Norweger der Meinung, die Monarchie solle nach dem Ende der Regentschaft von König Harald abgeschafft werden. Noch vor wenigen Jahren waren solche Stimmen in Norwegen deutlich in der Minderheit. Der Trend weckt bei Hofe die Sorge, dass die Institution langfristig an Rückhalt verlieren könnte, sollte es nicht gelingen, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.
Hinter den Kulissen versuchen die engsten Vertrauten des Königshauses, die Wogen zu glätten. Dabei ist die Kommunikation des Hofes bemüht, Mette-Marits Krankheit transparent darzustellen und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit der Familie zu betonen. Der Auftritt des Kronprinzen in Japan, seine persönlichen Worte über seine Frau und sein klares Bekenntnis zu den Pflichten gegenüber dem Königspaar sollen dabei auch als Signal an die Öffentlichkeit verstanden werden: Die Monarchie funktioniert – aber sie funktioniert am Limit.
Die Rolle der jungen Generation
Während die medizinische Entwicklung bei Mette-Marit ungewiss bleibt, richten sich die Blicke auf die kommenden Monate. Sollte sich der Zustand der Kronprinzessin weiter verschlechtern, könnte die Frage einer Transplantation rasch akut werden. Gleichzeitig wächst die Erwartung an die jüngere Generation, früher Verantwortung zu übernehmen als ursprünglich vorgesehen. Ingrid Alexandra, die designierte Thronfolgerin, dürfte in dieser Phase noch stärker als bisher in die königlichen Pflichten hineinwachsen.
Die norwegische Monarchie gilt vielen Beobachtern als eine der bestangesehenen und bürgernahsten Königsfamilien Europas. Doch die Häufung gesundheitlicher Rückschläge, die juristischen Auseinandersetzungen um ein Familienmitglied und die Verstrickungen in den Epstein-Skandal haben das Bild ramponiert. Mit dem bevorstehenden Generationswechsel verbinden sich Hoffnungen auf einen Neuanfang – aber auch Befürchtungen, dass die Bindung zwischen Volk und Königshaus dauerhaft geschwächt sein könnte.
Letztlich hängt die Zukunft der norwegischen Monarchie davon ab, ob es der Familie gelingt, in dieser Ausnahmesituation geschlossen aufzutreten. Der Kronprinz hat die Richtung vorgegeben: "Wir müssen einfach versuchen, so gut wie möglich damit umzugehen." Ein Satz, der weniger nach einem königlichen Auftritt klingt als nach dem nüchternen Blick einer Familie, die weiß, dass sie sich in einer Zerreißprobe befindet.
Ausblick auf einen Wendepunkt
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die seit Generationen gewachsene Sympathie der Norwegerinnen und Norwegern für ihr Königshaus die Belastungen übersteht – oder ob der gesellschaftliche Wandel, der in den Umfragen sichtbar wird, unumkehrbar ist. Klar ist: Angesichts der Krankheit der Kronprinzessin, des hohen Alters des Königspaares und der Skandale im Hintergrund steht die norwegische Monarchie an einem Wendepunkt ihrer jüngeren Geschichte.
Beobachter wiesen darauf hin, dass der Erfolg der norwegischen Monarchie seit jeher an ihrer Fähigkeit gemessen wurde, Nähe zur Bevölkerung zu zeigen und persönliche Schicksalsschläge transparent zu kommunizieren. Mit der jetzigen Situation – einer ernsten Erkrankung der Kronprinzessin, der Epstein-Affäre und dem laufenden Verfahren gegen Mette-Marits Sohn – seien diese Erwartungen an die Kommunikation des Hofes so hoch wie lange nicht.
Fragen & Antworten
An welcher Krankheit leidet Mette-Marit?
Kronprinzessin Mette-Marit wurde 2018 mit einer Lungenfibrose diagnostiziert, einer unheilbaren Krankheit, die Atemnot und Husten verursacht. Im Dezember wurde zudem bekannt, dass sie mittelfristig eine neue Lunge benötigen wird.
Warum brach Kronprinz Haakon seinen Japan-Besuch ab?
Haakon verkürzte seinen offiziellen Besuch in Japan um einen Tag, um zu seiner erkrankten Frau Mette-Marit zurückzukehren. Er sagte Journalisten, es sei wichtig, nach Hause zu kommen und mit Mette zusammen zu sein.
Wie steht es um die Zustimmung zur norwegischen Monarchie?
Laut einer NRK-Umfrage liegt die Unterstützung für die Monarchie aktuell bei 64 Prozent, nachdem sie 2017 noch bei 81 Prozent gelegen hatte. Jeder dritte Norweger hält ein Ende der Monarchie nach König Haralds Regentschaft für denkbar, bei den 18- bis 29-Jährigen ist es etwa die Hälfte.