Eine Kommission hat sich gegen die Einführung einer Einheitskasse im deutschen Gesundheitswesen ausgesprochen und verweist auf die zunehmende Marktkonzentration bei den bestehenden Krankenkassen. In Deutschland gibt es derzeit 93 gesetzliche Krankenkassen – ein deutlicher Rückgang gegenüber 1.815 Kassen im Jahr 1970. Die 20 größten Krankenversicherungen decken mittlerweile 84 Prozent aller Versicherten ab. In einigen Bundesländern halten die fünf größten Kassen sogar Marktanteile zwischen 68 und 85 Prozent. Markus Blumenthal-Beier, Vorsitzender des Hausärzteverbands, fordert die Krankenkassen auf, ihre Verwaltungskosten zu senken. Gleichzeitig stiegen die administrativen Ausgaben der Kassen in den letzten Jahren nur um sieben Prozent. Die Kommission betont, dass eine weitere Zentralisierung nicht notwendig sei, da die bestehende Struktur bereits eine hohe Effizienz aufweise. Die Diskussion um eine mögliche Einheitskasse war zuletzt vor allem durch politische Debatten und Kostendruck im Gesundheitssystem geprägt. Die Entwicklung zeigt eine langfristige Konsolidierung im Krankenkassensektor, die seit Jahrzehnten anhält. Experten sehen darin sowohl Chancen für mehr Effizienz als auch Risiken einer zu starken Marktkonzentration.
Kommission rät von Einheitskasse ab – Marktkonzentration bei Krankenkassen nimmt zu
Kurzfassung
Eine Kommission hat sich gegen die Einführung einer Einheitskasse im deutschen Gesundheitswesen ausgesprochen und verweist auf die zunehmende Marktkonzentration bei den bestehenden Krankenkassen.