Die US-Klimabehörde NOAA gibt eine 62-prozentige Wahrscheinlichkeit an, dass zwischen Juni und August dieses Jahres ein El Niño-Ereignis eintreten wird. Dies könnte nach Einschätzung von Forschern besonders stark ausfallen und globale Wetterextreme auslösen.

Prognosen und Modelle

Die NOAA ist nicht die einzige Institution, die eine Entwicklung von El Niño-Bedingungen vorhersagt. Auch der europäische Wetterdienst ECMWF rechnet damit, dass sich das Klimaphänomen im Sommer oder Herbst dieses Jahres ausbilden könnte. Besorgniserregend ist dabei, dass einige Modelle auf einen besonders starken El Niño hindeuten – einen sogenannten "Super El Niño".

Atmosphärenforscher Paul Roundy äußerte sich in einem Bericht der Washington Post zu den möglichen Ausmaßen: Er sprach von einem "realen Potenzial für das stärkste El Niño-Ereignis seit 140 Jahren". Solche Aussagen unterstreichen die Dringlichkeit, mit der Klimaforscher die aktuellen Entwicklungen beobachten.

Ungewöhnliche Wetterphänomene

Aktuell bilden sich im Pazifik ungewöhnliche tropische Zyklone, die die Entstehung eines El Niño begünstigen könnten. Besonders auffällig ist der Zyklon Maila, der sich ungewöhnlich nah am Äquator gebildet hat. Solche Phänomene können die ohnehin komplexen Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre weiter destabilisieren.