Am Sonntagmittag ist in Gaming im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich ein einmotoriges Kleinflugzeug in unwegsamem Waldgelände abgestürzt, wobei nach bisherigen Erkenntnissen zwei der vier Insassen getötet und zwei schwer verletzt wurden.
Unglückshergang
Das Unglück ereignete sich am Sonntag gegen 11:00 Uhr, als das Kleinflugzeug in ein Waldstück im Gemeindegebiet von Gaming stürzte. Die Maschine war nach Angaben der Einsatzkräfte in Niederösterreich gestartet und geriet in unwegsamem Gelände in einen offenbar nicht mehr kontrollierbaren Flugzustand. (APA, 12.7.2026)
Wie "ORF Niederösterreich" berichtet, sollen vier Personen an Bord gewesen sein. Bei den Insassen handelt es sich den vorläufigen Informationen zufolge um zwei Männer und zwei Frauen. (APA, 12.7.2026)
Rettungseinsatz in unwegsamem Gelände
Nach dem Aufprall wurde umgehend ein Großeinsatz ausgelöst. Die Leitstelle Notruf Niederösterreich bestätigte über die Notrufnummer 144, dass ein Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz steht. Feuerwehren, Bergrettung, Polizei und zwei ÖAMTC-Notarzthubschrauber wurden zur Unfallstelle alarmiert. (APA, 12.7.2026)
Für die Rettung der Insassen stellte das Gelände die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen. Die Absturzstelle befand sich in einem bewaldeten, schwer zugänglichen Bereich, der nur mit Allradfahrzeugen und zu Fuß erreichbar war. Die Bergrettung sowie mehrere Feuerwehren mussten die Verletzten teilweise über unwegsame Waldwege zum nächsten Landeplatz für die Hubschrauber tragen.
Opfer und Verletzte
Zwei der vier Insassen, eine Frau und ein Mann, konnten nur noch tot geborgen werden. Die beiden anderen Insassen, ebenfalls eine Frau und ein Mann, erlitten schwere Verletzungen und wurden jeweils mit einem ÖAMTC-Rettungshubschrauber in umliegende Krankenhäuser geflogen. Über den aktuellen Gesundheitszustand der Schwerverletzten wurde zunächst nichts Näheres bekannt.
Zur Identität der Opfer machten die Behörden am Sonntag noch keine Angaben. Die Polizei und die zuständige Staatsanwaltschaft leiteten unmittelbar nach der Bergung die Ermittlungen zur Unfallursache ein. Erste Ergebnisse stehen aus, da das Wrack in dem unwegsamen Gelände zunächst gesichert und anschließend von Sachverständigen untersucht werden muss.
Ermittlungen zur Unfallursache
Bei dem verunglückten Luftfahrzeug handelt es sich um einen einmotorigen Propellerflieger. Über den Typ, das Baujahr und die genaue Flugaufgabe des Kleinflugzeugs liegen derzeit keine offiziellen Informationen vor. Auch der Flugweg vom Start in Niederösterreich bis zur Absturzstelle ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die Gemeinde Gaming liegt im Bezirk Scheibbs im Mostviertel und ist von ausgedehnten Waldgebieten geprägt. Die Region ist bei Wanderern und Sportfliegern gleichermaßen beliebt, was den routinemäßigen Flugverkehr in dem Gebiet erklärt. Am Sonntag herrschten laut Wetterdiensten sommerliche Bedingungen mit guter Sicht, sodass Witterungseinflüsse nach derzeitigem Stand als mögliche Unfallursache vorerst nicht im Vordergrund stehen.
Reaktionen in der Region
Anwohner berichteten am Mittag von einem lauten, ungewöhnlichen Motorengeräusch, gefolgt von einem Aufprall im nahe gelegenen Waldstück. Einige Bewohner eilten zur Unfallstelle und leisteten Erste Hilfe, bis die Rettungskräfte eintrafen. Die Koordination der Ersthelfer übernahm die Polizei, die den Bereich weiträumig absperrte.
Die ÖAMTC-Notarzthubschrauber brachten die beiden Schwerverletzten in Krankenhäuser in der Region. Welche Kliniken genau angeflogen wurden, wurde von den Einsatzkräften nicht öffentlich bekannt gegeben. Die Angehörigen der Opfer wurden von der Polizei und einem Kriseninterventionsteam betreut.
Die Bergung des Wracks gestaltete sich laut Feuerwehr schwierig, da das Kleinflugzeug in dichtem Wald und auf unebenem Boden zum Liegen kam. Spezialgerät war nötig, um das Wrack zu sichern und eine mögliche Umweltgefährdung durch auslaufende Betriebsstoffe zu verhindern. Die Bergungsarbeiten dauerten am Sonntagnachmittag an.
Bergung und weitere Schritte
Die zuständige Flugunfalluntersuchungsbehörde wurde verständigt. Sie wird in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft die genaue Unfallursache ermitteln. Dabei werden unter anderem das Wetter zum Zeitpunkt des Unglücks, der technische Zustand des Flugzeugs und die Erfahrung der Insassen geprüft.
Die Bezirkshauptmannschaft Scheibbs richtete eine Anlaufstelle für Angehörige und Augenzeugen ein. Dort werden auch psychologische Betreuer eingesetzt, um die unmittelbar Betroffenen aufzufangen. Die Behörden baten die Bevölkerung, Spekulationen über die Unfallursache zu unterlassen und den laufenden Ermittlungen Raum zu geben.
Nach dem Großaufgebot vom Sonntagmittag zogen die Rettungskräfte am späten Nachmittag schrittweise wieder ab. Die Feuerwehren und die Bergrettung beendeten den Einsatz, die Polizei blieb noch für die Spurensicherung und die Bergung des Wracks vor Ort. Die Bevölkerung wurde gebeten, den Bereich um die Absturzstelle weiterhin zu meiden.
Die Nachricht vom Absturz des Kleinflugzeugs löste in der Region Betroffenheit aus. Bürgermeister und Vertreter des Bezirks sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Die genauen Hintergründe des Unglücks werden nun von den Ermittlungsbehörden aufgearbeitet, während die Gemeinde Gaming am Sonntagabend eine Gedenkminute für die beiden Todesopfer abhielt.
