Die Kaunertaler Gletscherstraße im Tiroler Bezirk Landeck soll am Dienstag nach Murenabgängen vom Wochenbeginn wieder befahrbar sein, wie Kaunertals Bürgermeister Christian Kalsberger am Montag gegenüber der APA sagte.
Die schweren Unwetter und die dadurch ausgelösten Murenabgänge hatten in der Vorwoche auch die Pitztaler Landesstraße (L16) getroffen. Wie lange die stark beschädigte Straße gesperrt bleiben muss, war zunächst unklar. Rund 1.000 Einwohner von verschiedenen Ortsteilen von St. Leonhard im Pitztal waren betroffen gewesen.
Ausmaß der Schäden im Pitztal
Seit Mittwoch war eine dauerhafte Verbindung ins hintere Pitztal nach intensiven Aufräum- und Sicherungsarbeiten in Form einer Umfahrungsstraße wieder hergestellt worden. Damit konnten die Bewohner der abgeschnittenen Ortsteile wieder auf dem Landweg erreicht werden, auch wenn die Hauptverbindung L16 weiterhin gesperrt blieb.
Am vergangenen Montag, dem Tag nach den Murenabgängen, waren binnen kurzer Zeit rund 250 im hinteren Kaunertal "eingeschlossene" Tagesausflugsgäste mit jeweils zwei Hubschraubern der Polizei und des Bundesheeres ausgeflogen worden. Die Evakuierung per Luftbrücke war nötig geworden, weil Straßen in den hinteren Talbereich unbefahrbar waren.
Hubschraubereinsatz im Kaunertal
Betroffen von der Sperre der Straße waren zuletzt vor allem Menschen, die sich auf Almen befinden. Für sie war die Versorgung über die Hubschrauber und über die neu geschaffene Umfahrung sichergestellt worden. Verletzte gab es weder im Pitz- noch im Kaunertal.
Stromversorgung wiederhergestellt
Das Stromnetz sei außerdem "bereits seit Sonntagmittag wieder hergestellt worden". Zuletzt hatte der landeseigene Energieversorger Tiwag Reparaturarbeiten an einer Stromleitung durchgeführt, sodass die Haushalte und Betriebe in den betroffenen Tälern wieder flächendeckend versorgt werden konnten.
Mit der geplanten Wiedereröffnung der Kaunertaler Gletscherstraße am Dienstag normalisiert sich die Verkehrslage in der Region weiter. Die Straße gilt als wichtige Zufahrt für den Tourismus am Gletscherskigebiet sowie für Anrainer und Almbewirtschafter, die nach dem Ende der Sperre wieder auf direktem Weg in das hintere Tal gelangen.
Bedeutung der Gletscherstraße
Der Bürgermeister Kalsberger zeigte sich zuversichtlich, dass die Aufräumarbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden können. Die zuständigen Straßenmeistereien und Einsatzkräfte hatten in den vergangenen Tagen mit Hochdruck an der Freigabe gearbeitet, auch die Wetterlage hatte sich laut APA-Angaben stabilisiert.
Die Ereignisse verdeutlichen die Anfälligkeit der hochalpinen Verkehrswege in Tirol für Wetterextreme. Erst in den vergangenen Jahren hatten Muren und Hangrutschungen mehrfach Straßen in Seitentälern des Inntals blockiert und aufwendige Hubschraubereinsätze erforderlich gemacht.
