Jugendschutz in Oberösterreich: Jede sechste Verkaufsstelle verkauft Alkohol oder Nikotin an Minderjährige Linz, 8. April 2026 Bei Testkäufen in Oberösterreich konnten Jugendliche im Jahr 2025 in 17,4 Prozent der Fälle trotz gesetzlicher Altersbeschränkungen Alkohol oder Nikotinprodukte erwerben. Die jährlichen Testkäufe des Landes Oberösterreich zeigen, dass der Jugendschutz bei Alkohol- und Nikotinverkäufen weiterhin Lücken aufweist. Insgesamt wurden 1.055 standardisierte Testkäufe von 14- bis 15,5-jährigen Jugendlichen durchgeführt, um Gin, Zigaretten oder Nikotinbeutel zu erwerben. In 82,6 Prozent der Fälle wurden die Produkte nicht ausgehändigt, doch in 17,4 Prozent der Fälle gelang der Kauf – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als die Quote noch bei 19,5 Prozent lag.

## Hauptproblem: Fehlerhafte Altersberechnung Fast die Hälfte der erfolgreichen Käufe erfolgte, obwohl die Verkaufsstellen die Ausweise der Jugendlichen überprüft hatten. Das Hauptproblem lag dabei in der falschen Berechnung des Alters. Dietmar Krenmayr von pro mente Oberösterreich empfiehlt deshalb den Einsatz von Apps zur Altersberechnung: *"Diese Apps existieren, man muss sie nur einsetzen."*

Die Testkäufe fanden in verschiedenen Geschäften statt, darunter Lebensmittelhändler, Gastronomiebetriebe, Tankstellenshops und Tabaktrafiken. Besonders auffällig war, dass trotz gesetzlicher Vorgaben viele Mitarbeiter Schwierigkeiten hatten, das Alter korrekt zu bestimmen.

## CBD-Produkte: Verbesserung, aber weiterhin Probleme Ein Pilotprojekt untersuchte auch den Verkauf von rauchbaren CBD-Produkten an Minderjährige. Hier zeigte sich eine deutliche Verbesserung: Während 2024 noch jeder zweite Versuch erfolgreich war, gelang 2025 nur noch jeder fünfte Kauf. Ab 2029 sollen CBD-Produkte unter das Tabakmonopol fallen und nur noch in Tabaktrafiken verkauft werden, wie Jugendschutz-Landesrat Martin Winkler bestätigte.

Die Ergebnisse der Testkäufe unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Schulungen und Kontrollen. Obwohl die Zahlen leicht rückläufig sind, bleibt das Risiko bestehen, dass Minderjährige Zugang zu gesundheitsschädlichen Substanzen erhalten. Die Verantwortlichen betonen, dass technische Hilfsmittel wie Altersberechnungs-Apps eine einfache Lösung für ein vermeidbares Problem darstellen.