Der Journalist Oleg Roldugin von der unabhängigen russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“ ist in Untersuchungshaft genommen worden, nachdem er über mutmaßliche Korruptionsfälle hochrangiger russischer Beamter berichtet hatte.
Durchsuchung und Festnahme
Maskierte Sicherheitskräfte durchsuchten am 10. April die Büros der „Nowaja Gaseta“ in Moskau. Im Zuge der Aktion wurde Roldugin festgenommen und vor Gericht gestellt. Während der Verhandlung plädierte er auf „nicht schuldig“. Die genauen Vorwürfe gegen ihn wurden nicht öffentlich gemacht, doch seine Berichterstattung hatte zuvor mutmaßliche Verstrickungen von Ex-Präsident Dmitri Medwedew und des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow in Korruptionsfälle thematisiert.
Roldugins Anwältin, Marina Andrejewa, kritisierte das Vorgehen der Ermittlungsbehörden scharf. „Die Untersuchung ist politisch motiviert und dient der Einschüchterung unabhängiger Medien“, sagte Andrejewa. Sie kündigte an, gegen die Haftentscheidung Rechtsmittel einzulegen.
Internationale Reaktionen
Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) forderte die sofortige Freilassung Roldugins. Die Organisation wies darauf hin, dass die Festnahme ein weiterer Versuch sei, kritische Stimmen in Russland zum Schweigen zu bringen. „Journalisten wie Roldugin spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung von Machtmissbrauch“, hieß es in einer Stellungnahme des CPJ.
